Seit Jahren verfällt das Stahl'sche Stift mit dem einst idyllischen Park. Das sagt die Caritas als Eigentümerin zur Kritik aus der Nachbarschaft.
Stahl'sches StiftBauruine im Herzen von Bergheim-Fliesteden sorgt weiter für Verärgerung

Der einst schöne Garten verwildert ebenso wie die Rückfassade zu einem Lost Place. Fensterscheiben sind eingeschlagen, Türen aufgebrochen und Wege zugewachsen.
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Wieder ist mehr als ein Jahr vergangen, und wieder ist kein Fortschritt erkennbar – außer dass der Garten weiter verwildert. Das Stahl’sche Stift, ein für Fliestedener Verhältnisse dominantes Gebäude im Herzen des Ortes, verkommt still vor sich hin.
Das Haus auf dem knapp 5000 Quadratmeter großen Grundstück mit einst idyllischem kleinen Park und mit zuletzt 79 Heimplätzen wurde 1910 erbaut und geht auf die Stiftung des Fliestedeners Gottfried Stahl zurück, der seinen Nachlass 1887 der Pflege hilfsbedürftiger Menschen aus dem Ort gewidmet hatte. 1984 übernahm die Caritas das Haus als Altenheim, gab es 2011 auf und überließ das Haus bis 2019 übergangsweise der Gold-Kraemer-Stiftung.
Bergheim: Stahl'sches Stift ist im Internet als Lost Place zu bewundern
Unsere Leserin Renate Leyendecker beklagt in einem Schreiben, dass das Areal immer mehr verkomme. „Es ist ein Heim für Obdachlose, im Internet als Lost Place zu bewundern, es hat schon gebrannt, der wunderschöne Garten verkommt. Im Winter bei Schnee und Eis wird mitnichten dafür gesorgt, dass der Bürgersteig für Fußgänger zeitnah geräumt wird. Leider alles nichts Neues“, klagt sie an.
Die Caritas, die kreisweit neun Seniorenzentren betreibt, teilt auf erneute Nachfrage unverändert mit, dass das Haus regelmäßig gepflegt werde. „Uns ist jedoch bewusst, dass ein nicht regulär genutztes Gebäude einen anderen Eindruck vermittelt als eine dauerhaft genutzte Einrichtung. Daher können wir nachvollziehen, dass der aktuelle Zustand von Teilen der Nachbarschaft kritisch wahrgenommen wird. Gleichwohl wird das Objekt nicht sich selbst überlassen“, teilt ein Sprecher der Caritas mit. Zudem werde das Haus, „unter anderem für Übungszwecke genutzt - zuletzt zum Beispiel der Polizei und Feuerwehr“.
Ortsvorsteherin fühlt Fliesteden von der Caritas im Stich gelassen
„Das ist vielleicht einmal im Jahr“, rückt Ortsvorsteherin Elisabeth Hülsewig (CDU) dies empört zurecht. Sie fühlt Fliesteden von der Caritas „mit der Bauruine auf dem attraktivsten Grundstück in der Ortsmitte im Stich gelassen“. Die Preisvorstellung sei „überzogen und für einen Investor nicht wirtschaftlich darstellbar“.
Der Caritasverband teilt mit, er verfolge weiterhin das Ziel, für das Gelände eine „tragfähige und nachhaltige Zukunftsperspektive zu entwickeln“. Die Rahmenbedingungen für eine Nachnutzung beziehungsweise Veräußerung seien jedoch „unverändert anspruchsvoll“. Derzeit könne der Verband „weder einen konkreten Zeitpunkt noch eine belastbare Zeitschiene für eine künftige Nutzung, einen Verkauf oder andere Entwicklungsschritte“ nennen. Von „konstruktiven Gesprächen mit mehreren potenziellen Interessenten“, von denen die Caritas vor gut einem Jahr berichtete, ist nichts mehr zu hören.
