KlimaE-Busse in Leverkusen helfen der Wupsi

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Ein Bus mit Elektroantrieb neben einem mit Dieselmotor

Ein Bus mit Elektroantrieb neben einem mit Dieselmotor: Voriges Jahr sind 46 neue Fahrzeuge dazugekommen. Das verbessert die Umweltbilanz der Wupsi deutlich.

In seinem ersten Nachhaltigkeitsbericht gibt das Unternehmen auch Auskunft zu seiner Umweltbilanz.

Für das 101. Jahr ihres Bestehens legt die Wupsi ihren ersten Nachhaltigkeitsbericht vor. Das Verkehrsunternehmen erläutert auf 63 Seiten sein Handeln auf den Gebieten Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Soziales, Unternehmenskultur und Lieferantenbeziehungen, nennt schließlich Kennzahlen nach dem VSME-Standard. Der „Voluntary Sustainability Reporting Standard“ ist ein Berichtssystem für kleinere und mittlere Unternehmen, die nicht an der Börse sind. Die Wupsi ist seit Längerem keine Aktiengesellschaft mehr, sondern eine GmbH.

619 Beschäftigte erwirtschafteten zuletzt einen Umsatz von knapp 57 Millionen Euro. Die Bilanzsumme des Konzerns liegt bei gut 96 Millionen Euro.

Elektrifizierung verkleinert den ökologischen Fußabdruck

Als Ausweis nachhaltigen Handelns wird im Bericht die fortschreitende Elektrifizierung der Busflotte und die engere Verzahnung der Mobilitätsangebote genannt: Neben der Busflotte betreibt die Wupsi ein Leihsystem mit konventionellen, elektrischen und Lastenrädern. Dazu kommt das Carsharing.

Besonders beim Energieverbrauch habe sich die Elektrifizierung der Busflotte bemerkbar gemacht, heißt es. 2025 sei der Gesamtverbrauch um rund sieben Prozent auf 42.398 Megawattstunden gesunken. Daran hätten die 46 Elektrobusse, die voriges Jahr in Betrieb genommen wurden, einen wesentlichen Anteil. Davor fuhren nur zehn Wupsi-Busse elektrisch. Tatsächlich macht der Busverkehr 94,6 Prozent des Gesamtverbrauchs aus. Allerdings ist ein Großteil der Energie, die von der Wupsi benötigt wird, nicht erneuerbar. Umgerechnet in Megawattstunden beträgt allein der Dieselverbrauch 37.546.

2034 nur noch alternative Antriebe

Der geringere Verbrauch zeigt sich auch in der Treibhausgasbilanz. 2025 lag er bei insgesamt 11.236 Kohlendioxid-Äquivalenten. Für das Jahr zuvor wurden 11.955 Tonnen errechnet. Geplant ist, diesen Wert weiter deutlich zu reduzieren. 2034 soll die gesamte Busflotte auf alternative Antriebe umgestellt sein.

Ein bisschen Strom macht die Wupsi auch selbst. Schon seit 2011 gibt es Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Betriebshöfe in Leverkusen und in Bergisch Gladbach, wobei die Anlage in der Fixheide weitaus größer ist. Ihre Spitzenleistung beträgt 272 Kilowattpeak, während in Bergisch Gladbach höchstens 53 Kilowatt zu erwarten sind. Außerdem bemühe man sich in den Gebäuden, in denen rund fünf Prozent des gesamten Energieverbrauchs der Wupsi anfallen, kontinuierlich, Strom zu sparen. „Ein zentraler Hebel ist die schrittweise Umstellung der Beleuchtung auf LED-Technologie, zunächst in besonders energieintensiven Bereichen wie Wagenhallen, Werkstätten und Außenanlagen“, heißt es im Nachhaltigkeitsbericht.

Wupsi-Solaranlage. Technikchef Matteo Christofaro. Foto: Michael Wand

Matteo Christofaro an der Solaranlage auf dem Dach der Wupsi-Halle an der Borsigstraße in der Fixheide

Auch über Kreislaufwirtschaft berichtet die Wupsi. Vom gesamten Abfall – gut 229 Tonnen – konnte rund ein Drittel recycelt oder wiederverwendet werden. Dazu zählen die abgenutzten Reifen der Busse. Sie würden weiterverkauft, damit ihre Karkassen aufbereitet und erneut genutzt werden können. „Zusätzlich verlängern wir, soweit technisch möglich, die Nutzungsdauer von Reifen durch das Nachschneiden der Profiltiefe, unter Einhaltung aller Sicherheitsstandards.“ Dazu kamen Pfandsysteme für Fahrzeugteile wie Batterien und Bremssättel. Altöl werde natürlich recycelt.

Rechner werden aufgerüstet

Computer bleiben nach eigenen Angaben bei der Wupsi länger in Betrieb als die übliche Abschreibungsfrist. Geräte, die den Anforderungen einzelner Bereiche nicht mehr entsprechen, „werden an anderer Stelle innerhalb des Unternehmens weiterverwendet“. Außerdem würden Rechner aufgerüstet, anstatt neue Geräte anzuschaffen. „So reduzieren wir Elektroschrott und erhöhen die Ressourceneffizienz unserer IT-Ausstattung.“

Ihren Wasserverbrauch gibt das Unternehmen mit 3.366 Kubikmetern an. Ein wesentlicher Anteil entfällt auf die Waschstraßen in den Betriebshöfen. „Dort wird das eingesetzte Wasser aufgefangen, aufbereitet und mehrfach wiederverwendet, um den Frischwasserbedarf zu reduzieren“, so der Bericht.

18 Azubis, drei Studierende

Auch Soziales gehört in einen Nachhaltigkeitsbericht. Schließlich geht es darum, die Belegschaft zu halten, freie Stellen besetzen zu können und Standards einzuhalten. Die Altersstruktur zeigt, dass bald einiges zu tun ist. Gut 45 Prozent der Wupsi-Beschäftigten sind älter als 50 Jahre. Unter 30 sind nur zehn Prozent. Auf das Thema Nachwuchs geht das Unternehmen daher besonders ein: 2025 beschäftigte es insgesamt 18 Auszubildende. Dazu kamen drei dual Studierende. „Ergänzend bieten wir, soweit möglich, Praktika an und ermöglichen gezielt den Quereinstieg in den öffentlichen Personennahverkehr.“

Letzteres muss sein: Es ist seit Jahren schwierig, Busfahrerinnen und Busfahrer zu rekrutieren.

Bei der Wupsi selbst sind 370 Personen beschäftigt, 304 von ihnen sind Männer. Die Tochterfirma Herweg hat 249 Beschäftigte, davon sind 225 Männer. Fast 90 Prozent der Belegschaft hat einen unbefristeten Arbeitsvertrag, nämlich 560 Personen. 59 sind befristet angestellt. Die Fluktuationsrate bei der Wupsi beträgt knapp elf, bei Herweg gut 7,5 Prozent.


32,2 Millionen Bus-Fahrgäste weist die Wupsi für 2025 aus. Das ergibt einen Tagesschnitt von 111.300. Sie waren auf 80 Linien unterwegs, die 902 Haltestellen anfahren. Die Busflotte besteht aus 206 Fahrzeugen, von denen 56 elektrisch angetrieben werden.

Der Schülerverkehr ist besonders wichtig. Von den gut 46.000 Abonnentinnen und Abonnenten sind 46 Prozent unter 20 Jahre alt. Weitere 20 Prozent sind zwischen 21 und 40, 18 Prozent bis 60 und 16 Prozent über 60 Jahre alt.

Um Personen, die einen Rollator benötigen, kümmert man sich bei der Wupsi besonders. Es gibt spezielle Trainings; sie sind gratis. Für Viertklässler gibt es seit zehn Jahren die Busschule, Kinder im Vorschulalter werden ebenfalls regelmäßig eingeladen.

Wupsi-Räder

Die Wupsi-Fahrrad-Flotte umfasst inzwischen 727 Räder.

Ein Wupsi-Rad wurde voriges Jahr 220.000-mal ausgeliehen. Die 727 Räder sind an 120 Stationen geparkt.