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Literaturfestival in LeverkusenNora Gomringer liest aus einem literarischen „Nachrough“

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Autorin Nora Gomringer (r.) im Gespräch mit Maren Jungclaus (l.) vom Literaturbüro NRW.

Autorin Nora Gomringer (r.) im Gespräch mit Maren Jungclaus (l.) vom Literaturbüro NRW.

Beim deutsch-niederländischem Literaturfestival lesen Autorinnen und Autoren in 20 Städten in NRW und den Niederlanden aus ihren Werken. 

Ein Elternteil zu verlieren, ist keine leichte Erfahrung und jeder Mensch hat seine eigene Art und Weise, mit Trauer umzugehen. Das wird auch klar, wenn man Nora Gomringer zuhört. Die Autorin war am Dienstag im Rahmen des deutsch-niederländischen Literaturfestivals in Opladen zu Gast und las aus „Am Meerschwein übt das Kind den Tod“. Das Buch ist ein Nachruf für ihre Mutter.

Während der Corona-Pandemie hat die Autorin ihre Mutter verloren. Sie beschreibt sie als ihre Stütze während ihrer schriftstellerischen Tätigkeit. Ohne diese Stütze habe die Autorin sich in einer Literatur-Krise befunden. Ihre Gedanken an ihre Mutter, Erinnerungen sowie Szenen, die sie aus ihrem Leben mit ihr geprägt haben, behandelt die Autorin im literarischen Nachruf.

Gomringer beschreibt in ihrem Buch ihre Jugend als Kind einer literaturbegeisterten Mutter und eines Lyrikers. Neben liebevollen Erlebnissen, zum Beispiel, wie sie mit ihren Eltern in ein McDonald‘s fuhr oder wie ihre Mutter sie mit Büchern bezauberte, lässt Gomringer auch Raum für Tiefe in ihrer Beziehung. Zum Beispiel, als ihre Mutter in einer psychiatrischen Klinik behandelt wurde oder darüber, wie ihr Vater ständig unterwegs war.

Auch Platz für „nicht runde Ecken“

Gomringers Buch sei kein klassischer Nachruf. Sie beschreibt ihr Werk als ein „Nachrough“ (rough: Englisch für „rau“, Anm. d. Red.). Ihr Werk sei ein Versuch eines Nachrufs geworden, der auch „nicht runde Ecken“ zulasse. Auch raue und schwierige Situationen aus dem gemeinsamen Leben haben einen Platz in ihrem Werk. „Ich spreche schon gut über meine Eltern. Ich erwähne aber auch, dass ihr Kind gewesen zu sein, keine leichte Schule war“, so die Autorin. 

Mit Wortwitzen und langen Gedanken bietet ihr Buch viel Raum, um mit dem Tod auch humorvoll umzugehen. Die Autorin präsentiert in ihrem Werk eine ganz eigene Möglichkeit, Trauer zu verarbeiten.

Zum dritten Mal nimmt Leverkusen an dem deutsch-niederländischem Literaturfestival teil. Ebenfalls war die Lesung mit Gomringer die dritte, die in dem Garten von Oliver Vogt, dem Geschäftsführer des Vereins Euroregiokultur stattfand. Seit ungefähr 20 Jahren übernimmt Euroregiokultur die Organisation des literarischen Sommers. Vor drei Jahren brachte Vogt das Festival an seinen Wohnort in Leverkusen.

Beim literarischen Sommer finden Lesungen in 20 Städten in NRW und den Niederlanden entlang des Niederrheins statt. In diesem Jahr sind es drei in Leverkusen statt. Die nächste Lesung findet mit Joël Broekaert im Sensenhammer statt.