In einer Stellungnahme auf eine Anfrage des Opladener CDU-Mannes Matthias Itzwerth stellt die Stadt erneut klar, dass sie an dem Gebäude keinen Bedarf hat.
BaudenkmalVerwaltung will frühere Landwirtschaftsschule in Opladen weiter verkaufen

Die Stadtverwaltung möchte das Gebäude an der Düsseldorfer Straße am liebsten loswerden.
Copyright: Ralf Krieger
Die Zukunft der ehemaligen Landwirtschaftsschule an der Düsseldorfer Straße in Opladen bleibt weiter ungewiss. Das ist die wichtigste Erkenntnis aus einer Anfrage der CDU-Fraktion an die Bezirksvertretung II zum Sachstand der Bemühungen der Verwaltung um das denkmalgeschützte Gebäude. Die Stadtverwaltung hat in ihrer Stellungnahme erneut verdeutlicht, dass die Stadt aktuell „keinen Bedarf an den Räumen“ in dem Gebäude nahe des nördlichen Wupperufers hat und, dass die nötige umfangreiche Sanierung des Bauwerks wegen fehlenden Geldes „derzeit nicht realistisch umsetzbar“ ist.
Die Verwaltung möchte mit dem Gebäude vor allem eines machen: es verkaufen. Das bleibe „die favorisierte Option“, antwortet die Verwaltung auf die Fragen des Opladener CDU-Mannes Matthias Itzwerth. Denn der Einschätzung der städtischen Gebäudewirtschaft zufolge wird es auch „mittel- und langfristig keinen finanziellen Spielraum für eine Sanierung“ geben.
Damit hat sich auch die eigentlich beschlossene Einbindung des Gebäudes aus den Jahren 1919/1920 in das geplante Geschichtszentrum Am Frankenberg erledigt. Diese Einbindung sei „finanziell nicht darstellbar“, so die Verwaltung. Auch das Geschichtszentrum selbst, das aus dem ehemaligen Landratsamt, der Villa Römer und dem Friedenberger Hof bestehen soll, ist bisher aus Geldmangel über eine politische Absichtserklärung nicht hinausgekommen.
Im Weiteren verdeutlicht die Verwaltung, dass sie sich auch die Vergabe eines Erbbaurechts anstelle eines Verkaufs für das seit 2016 leerstehende Gebäude vorstellen kann. Allein: „Ein konkretes Kaufinteresse liegt der Gebäudewirtschaft aktuell nicht vor.“ Hier hakt Itzwerth ein. „Die Verwaltung muss sehr schnell aktiv an mögliche Investoren herantreten“, fordert er, und zwar vor allem solche, „die sich auf denkmalgeschützte Immobilien spezialisiert haben“.
Die Verwaltung verweist darauf, dass es erste Gespräche mit potenziellen Investoren und verwaltungsinterne Abstimmungen zum Thema Denkmalschutz gegeben habe. Auch in der Sitzung der Bezirksvertretung Opladen am Dienstag bestätigte sie das auf Nachfragen, ohne Details zu den Gesprächen zu nennen. Man sichte Gutachten, betrachte Fragen der Wirtschaftlichkeit und wolle „Gespräche zeitnah fortführen und konkretisieren“. Das Ziel, die frühere Landwirtschaftsschule zu verkaufen, entstand in der Verwaltung auch vor dem Hintergrund der akuten Finanzkrise der Stadt. Dieses Ziel machte sich die CDU in Opladen im Frühjahr 2026 zu eigen.
Für den Fall eines Verkaufs warnt die Verwaltung vor überzogenen Erwartungen zum Erlös. „Bei einem Verkauf werden sich die Sanierungskosten mindernd auf den erzielbaren Kaufpreis auswirken; hohe Verkaufserlöse sind daher nicht zu erwarten“, heißt es in der Antwort an die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung. Immerhin käme die Stadt bei einem Verkauf aber von den jährlichen Unterhaltskosten herunter. Die summierten sich für die Jahre 2015 bis 2025 auf 394.000 Euro. Das geht aus einer Anfrage der Fraktion von Opladen Plus an die Verwaltung im April dieses Jahres hervor.
Trotz des baulichen Unterhalts verschlechtert sich der Zustand des Gebäudes, in dem bis 2016 das chemische Untersuchungsinstitut der Stadt als letzter Nutzer untergebracht war, immer weiter. Das jedenfalls ist die Ansicht von Itzwerth, der sich vor Jahren bei einer Begehung auch einen Eindruck vom Zustand im Inneren verschaffte. Der Stillstand seit zehn Jahren muss jetzt mal aufhören, so Itzwerth im Gespräch mit dem „Leverkusener Anzeiger“. Was die konkrete Nutzung angehe, sei er offen, so der CDU-Mann. „Wenn jemand sagt: Wohnen, dann ist das gut. Aber wenn jemand sagt: Notarbüros, Ärzte, dann ist das auch gut. Ich möchte eine sinnvolle und dauerhafte Nutzung.“
