Lebensmittel-Pakete„Am Ende des Monats ist der Kühlschrank leer"

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Dieter März (l) und Reiner Hilken schicken die Essensboxen zur Auslieferung. Ein Familienpaket besteht aus zwei Boxen.

Dieter März (l) und Reiner Hilken schicken die Essensboxen zur Auslieferung. Ein Familienpaket besteht aus zwei Boxen.

Leverkusen – Die Aussage eines Jungen beim Videostream mit dem Oberbürgermeister ist Uwe Richrath lebhaft im Gedächtnis geblieben: „Er hat mir gesagt, seine Mutter ist in Kurzarbeit und er weiß nicht, ob am Ende des Monats noch was im Kühlschrank ist.“ Die Krise trifft vor allem die, die ohnehin schon wenig haben. Und dann mussten auch noch die Tafeln schließen. Keine Frage also, dass Richrath die Schirmherrschaft übernimmt, als der Verein „Hilfe tut Not“ in Kooperation mit dem Jugendzentrum Bunker mit ihrem neuesten Projekt auf ihn zukommen: Einem Lebensmittel-Hilfspaket für bedürftige Leverkusener Familien.

Auch Toilettenpapier ist dabei

10 000 Euro stellt der Verein „Hilfe tut Not“ zur Verfügung, weitere 1000 Euro plus Boxen und Einpackservice steuert Rewe hinzu. So sind 110 Pakete aus je zwei vollbepackten Kisten von Toilettenpapier und Seife bis zu haltbaren Lebensmitteln finanziert. „Die ersten 60 Familien sind schon registriert und die Pakete werden jetzt zugestellt“, sagt Reiner Hilken vom Jugendzentrum Bunker.

Fehlende Einnahmen

Die Benefizveranstaltung des Vereins „Hilfe tut Not“ im Juni musste wegen der Pandemie abgesagt werden. Umso mehr ist der Verein auf Spenden angewiesen, betont der Vorsitzende Dieter März.

http://www.hilfetutnot.de

Über die Kooperation mit dem Netzwerk Kinderarmut wurden die bedürftigen Familien – in erster Linie Alleinerziehende und Geringverdiener – ausgemacht. „Alleine wären wir überhaupt nicht an die Familien dran gekommen“, sagt Dieter März vom Hilfsverein. Datenschutz und so. Noch sind aber Kapazitäten frei, Familien könnten sich beim Bunker melden, die Bedürftigkeit werde kurzfristig überprüft.

Fußball als Zugabe

Wichtig war den Initiatoren, ein nachhaltiges Paket zu schüren, aus dem Familien sich über Wochen immer wieder bedienen können. Alle Lebensmittel darin sind haltbar. „Es hätte nichts gebracht, wenn wir viel mehr Pakete mit weniger Inhalt gemacht hätten, das wäre dann ja nach zwei Tagen weg gewesen“, sagt Hilken.

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Nun müssen die schweren Pakete aber noch verteilt werden – dafür hat Dieter März beim SSV Alkenrath angefragt, der bekannt für sein soziales Engagement ist. „Viele von unseren Mitgliedern haben sich direkt freiwillig gemeldet“, sagt der 1. Vorsitzende Frank Just. Dabei wollte er es aber nicht belassen und rief beim Ausstatter des Vereins „AB Sport“ an. „Klar, da machen wir gemeinsam was“, war auch hier die spontane Antwort und so haben Verein und Ausstatter gemeinsam knapp 200 Fußbälle finanziert, von denen einer jedem Paket beigelegt wird. „Damit die Kinder auch etwas haben, worüber sie sich freuen können, wenn sie schon nicht zum Sport gehen könne“, sagt Just.

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