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Wir mögen eigentlich gar keinen Wein“Weinfest lockt auch Neulinge nach Leverkusen

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Rheinblick beim Weinfest: Am Freitagnachmittag bleibt der Andrang auf dem Gelände überschaubar.

Am Freitagnachmittag bleibt der Andrang auf dem Gelände überschaubar.

Von Freitag bis Sonntag findet das Weinfest am Leverkusener Rheinufer statt. Zum Auftakt sind nur wenige Besucher da.

Jolina Kerber und Nanuk Röchling sitzen am Freitagnachmittag auf einer der Bierbänke beim Weinfest am Leverkusener Rheinufer. Die beiden sind 22 Jahre alt und kommen aus Langenfeld. „Wir mögen eigentlich gar keinen Wein. Aber uns hat das Plakat gefallen“, sagen die beiden. Trotzdem haben sie einen hellen, lieblichen Wein gekauft. Der soll für Einsteiger besonders ansprechend sein. Rund sieben Euro kostet das Glas.

Jolina Kerber und Nanuk Röchling sind keine großen Weinfans. Trotzdem genießen sie den Nachmittag beim Weinfest am Rheinufer.

Jolina Kerber und Nanuk Röchling sind keine großen Weinfans. Trotzdem genießen sie den Nachmittag beim Weinfest am Rheinufer.

Das Weinfest ist  seit 11 Uhr geöffnet und läuft bis 22 Uhr. Gegen 16.30 Uhr ist auf dem Gelände am Freitag noch wenig los. Das Bühnenprogramm beginnt am Nachmittag. Seit 16 Uhr steht der Männerchor Bayer Leverkusen auf der Bühne. Rund 60 aktive Mitglieder hat er insgesamt. Die Lieder passen zur Location. Eins trägt den Titel „Aus der Traube in die Tonne“, außerdem steht „Weinland“ auf dem Programm.

Wein aus Rheinhessen

Fred Emrich ist Senior-Chef des Weinguts Emrich aus Biebelsheim im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Den Stand betreibt er gemeinsam mit seiner Frau Christiane und seinem Sohn Christian. Die Hitze in diesem Jahr hat laut Fred Emrich erhebliche Auswirkungen auf die Weinernte. „Die Trauben sind sehr klein, aber die Qualität ist sehr hoch. Weil weniger Saft in den Beeren steckt, konzentriert sich der Zucker stärker“, erklärt er. Probleme mit Pilzen oder Schädlingen gebe es kaum. Die Weinlese läuft bereits. Zeit für das Weinfest hat er trotzdem, da rund 95 Prozent der Trauben inzwischen mit einem Vollernter geerntet würden.

Auf Weinfesten werde zwar weiterhin überwiegend klassischer Wein getrunken, grundsätzlich fragten aber immer mehr Menschen nach alkoholfreien Angeboten. Das Weingut plant deshalb, ab dem kommenden Jahr einen alkoholfreien Wein anzubieten. Die Preise an seinem Stand liegen für 0,2 Liter zwischen sieben und acht Euro. 

Fred, Christiane und Christian Emrich vertreten ihr Familienweingut beim Weinfest am Leverkusener Rheinufer.

Fred, Christiane und Christian Emrich vertreten ihr Familienweingut beim Weinfest am Leverkusener Rheinufer.

Am Nachmittag sitzen auch Norbert, 69, und Annette, 67, aus Leverkusen beim Weinfest. Sie kennen die Pfalz und den Weinort Rhodt bereits und wissen, welche Weine ihnen gefallen. Sie entscheiden sich für Sauvignon Blanc und Rosé. „Ja, das ist unser Lieblingswein“, sagen sie. Ganz selbstverständlich finden sie die Preise allerdings nicht. „An die Preise muss man sich gewöhnen“, findet Norbert. Ausgeschenkt wird das Weinglas mit 0,2 Litern. Rund sieben Euro kostet ein Glas.

Norbert und Annette aus Leverkusen genießen beim Weinfest Sauvignon Blanc und Rosé.

Norbert und Annette aus Leverkusen genießen beim Weinfest Sauvignon Blanc und Rosé.

Auch Markus Zor, 53, ist an diesem Nachmittag mit seinem Stand auf dem Weinfest. Er kommt bereits zum vierten Mal zu diesem Event nach Leverkusen. Im vergangenen Jahr hatte er andere Weine dabei, dieses Mal stammen sie von der Winzergenossenschaft Mayschoss. Sie wurde 1868 gegründet und bezeichnet sich selbst als erste Winzergenossenschaft der Welt. Auch bei ihm liegen die Preise zwischen sieben und acht Euro. Der teuerste Wein, ein Spätburgunder „Pimot Noir R“ kostet 12,50 Euro für 0,2 Liter. 

Markus Zor zusammen mit seiner Tochter Vivian Zor.

Markus Zor zusammen mit seiner Tochter Vivian Zor.

Jolina Kerber und Nanuk Röchling bleiben zunächst auf ihren Bierbänken sitzen. Große Weinfans werden sie an diesem Nachmittag wohl nicht. Trotzdem können sie sich vorstellen, dass das Weinfest später noch interessanter wird. „Mit einer größeren Gruppe kann es cool sein“, sagen die beiden. Vor allem am Abend könnte die Veranstaltung für sie noch mehr Atmosphäre schaffen. „Es ist auf jeden Fall schön, wenn etwas in der Nähe angeboten wird, wo man hingehen und Spaß haben kann“, betont Jolina Kerber.