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Tunnel gefordertLeverkusens OB schreibt dem neuen Verkehrsminister zum A1-Ausbau

Lesezeit 2 Minuten
Blick entlang der Stelze mit dem Stadion, das sehr nah an der Autobahn steht.  Foto: Ralf Krieger

Die A1 führt nah am Stadion vorbei mitten durch die Stadt – künftig soll sie noch mehr Raum einnehmen.

Patrick Schnieder erhält kurz nach Ernennung zum Verkehrsminister Post aus Leverkusen.

Der Koalitionsvertrag ist gerade unterschrieben, da schickt Leverkusens Oberbürgermeister den ersten Brief nach Berlin. Er geht – natürlich – an den neuen Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU). 

Nach den obligatorischen Glückwünschen zum neuen Amt folgt eine kurze Einführung zur Leverkusener Verkehrsproblematik. Als „Industriestandort im Herzen Europas“ sei Leverkusen „Drehscheibe des Autobahnfernverkehrs“ und damit zwar infrastrukturell gut angebunden, aber auch überdurchschnittlich stark mit Lärm- und Schadstoffemissionen belastet. 

Massiver Widerstand gegen die Megastelze

„Gegen die von der Autobahn GmbH präsentierten Vorzugsvarianten zum geplanten Ausbau der A1 in Hochlage und der A3 mit den unverhältnismäßigen Spurerweiterungen hat sich massiver Widerstand formiert“, erläutert Uwe Richrath dem Minister die Bestrebung des Aktionsbündnisses „Keinen Meter mehr“, dem er auch selbst angehöre.

Alles zum Thema Bundesautobahn 1

Schnieder sei als ehemaliger Bürgermeister der Verbandsgemeinde Arzfeld sicher mit kommunalen Belangen und Interessenkonflikten bestens vertraut, schreibt Richrath. Wie er sich für den Lückenschluss der A1 in der Eifel eingesetzt habe, „so vehement setze ich mich dafür ein, einen überdimensionierten und in der Form nicht benötigten und zudem noch oberirdisch geplanten Autobahnausbau mitten im Stadtgebiet zu verhindern.“ Jede Region habe ihre Bedürfnisse.

Richrath wirbt für die Tunnellösung mit sozioökonomischen und ökologischen Gründen der Lärm- und Schadstoffreduzierung, durch die Naturräume erhalten und Lebensqualität erhöht werden könnten. NRW-Ministerpräsident Hendrick Wüst habe sich bereits dafür abgesprochen, auch aus dem Bundesverkehrsministerium habe es Zustimmung gegeben, vorbehaltlich der „Wirtschaftlichkeitslücke“ zwischen Ausbau in Hoch- und Tieflage. 

Diese Lücke könne selbstverständlich nicht von der Stadt Leverkusen geschlossen werden, wohl aber vom Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität des Bundes, sagt Richrath – und lädt den frisch gebackenen Minister zu einem Vororttermin in Leverkusen ein. „Um Ihnen unsere Stadt vorzustellen und die aktuelle Situation der Autobahn zu präsentieren.“