Parkrun startet in LeverkusenAm Oulu-See wird niemand Letzter

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Läuferinnen und Läufer stehen in einem Park.

Der Auftakt des Projekts Parkrun in Leverkusen kam gut an: Viele Läuferinnen und Läufer nahmen teil.

Der Auftakt des wöchentlichen 5-Kilometer-Laufs Parkrun am vergangenen Samstag rund um den Oulu-See kam sehr gut an. Siebzig Menschen nahmen teil.

Ruhig und glatt ist der Oulusee, nur Vögel zwitschern und die Sonne scheint schon um kurz vor neun am blauen Himmel. Vierzehn Grad sind wohl eine optimale Temperatur für Morgensport im Sonnenschein. Auf der Grillwiese am Oulusee haben sich am Samstagvormittag Hobbysportlerinnen und -sportler versammelt, um gemeinsam fünf Kilometer um den See zu laufen.

Parkrun heißt die niederschwellige und kostenlose Aktion, bei der weltweit Menschen jeden Samstag fünf Kilometer gemeinsam laufen. Am vergangenen Samstag startete die Initiative auch in Leverkusen. Ein Team aus Ehrenamtlichen möchte Parkrun ab jetzt auf unbegrenzte Zeit fortführen, wie Organisatorin Lea Kruse berichtet. Die Sportwissenschaftlerin hatte die Idee, den Parkrun auch in Leverkusen zu etablieren.

„Den nächstgelegenen Parkrun gab es in Köln, ich mag aber das Laufen von der Haustür aus, deswegen habe ich geschaut, ob man das nicht auch hier machen kann“, so Kruse. Über die sozialen Medien, Flyer und Mund-zu-Mund-Propaganda baute sie sich ein Team aus zwölf Ehrenamtlichen auf, das den Auftakt des Projekts ermöglichte.

Leverkusener Parkrun funktioniert inklusiv und unverbindlich

Das Kernteam suchte eine geeignete Strecke, holte sich eine Genehmigung der Stadt ein, achtete auf die Richtlinien von Parkrun und führte mehrere Testläufe durch. „Bei den Testläufen waren teilweise dreißig Leute dabei. Es macht viel Spaß zu sehen, wie sich alle gegenseitig anfeuern“, erzählt Kruse. Denn im Fokus des Projekts steht das Gemeinschaftsgefühl: „Spaß und Gemeinschaft sind unser Ziel. Jeder ist willkommen. Es soll auch der Motivation dienen“, macht Kruse deutlich.

Der Motivation dient wohl auch das spezielle Konzept des Laufs: Niemand wird Letzter, dafür läuft eine Begleitung immer zum Schluss, die auch auf die Gesundheit der Läuferinnen und Läufer achtet. Die Aktion ist vollkommen inklusiv gestaltet: Vorkenntnisse sind nicht notwendig, Kinder bis Senioren können mitmachen, auch Hunde sind angeleint erlaubt. Laufen, walken oder helfen ist das Motto. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, Teilnehmende können sich aber auf der allgemeinen Parkrun-App anmelden, um ihre Leistungsverbesserung zu dokumentieren.

Man kann es so kompetitiv oder wenig kompetitiv gestalten, wie man möchte
Parkrun-Teilnehmer aus Langenfeld

Parkrun bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, vollkommen frei zu wählen, ob man sich auf den sportlichen Ehrgeiz oder das zwischenmenschliche Vernetzen konzentrieren möchte – oder beides kombiniert. Rund siebzig Menschen haben sich auf der Wiese am Ophovener Weiher kurz vor dem offiziellen Start versammelt und in kleineren Grüppchen unterhält man sich gut gelaunt, niemand ist außen vor.

Das Konzept von Parkrun scheint zu begeistern, einige haben an dem Programm schon in anderen Städten teilgenommen, so auch ein Langenfelder. „Meine Frau und ich haben Parkrun in Südafrika entdeckt, wir nehmen auch regelmäßig in Düsseldorf teil“, sagt er. Seine 78-jährige Mutter ist an diesem Samstag ebenfalls dabei. Dem Langenfelder gefällt, dass Parkrun losgelöst von jeder Verbindlichkeit funktioniert und: „Man kann es so kompetitiv oder wenig kompetitiv gestalten, wie man möchte.“

Ein Schlebuscher läuft an diesem Samstag gemeinsam mit seinem 13-jährigen Sohn mit, der am Sonntag einen Marathon laufen wird. „Ich nutze es als Generalprobe“, freut sich der 13-Jährige. Sein Vater hatte auch schon an den Testläufen teilgenommen, ihm gefalle „die Mischung aus professionellem Volkslauf und privatem Vergnügen“.