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FronleichnamSchlebuscher Volksfest ist „Insel der Glückseligkeit“

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Pit Hupperten (2. v. r.) freut sich mit den Organisatoren auf seinen Auftritt beim Schlebuscher Volksfest

Pit Hupperten (2. v. r.) freut sich mit den Organisatoren auf seinen Auftritt beim Schlebuscher Volksfest

Mehr Programm, weniger Auflagen – am langen Fronleichnamswochenende steigt das 41. Schlebuscher Volks- und Schützenfest.

Höhere Auflagen, steigende Kosten, Zukunftssorgen – das sind die Sorgen, die man mittlerweile eigentlich bei jeder Veranstaltungsankündigung hört. Umso überraschender kommt die Aussage von Nicole Velser. „Das Ordnungsamt hat die Lage bewertet und es gibt keine konkrete Anschlagsgefahr“, sagt die neue Brudermeisterin der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Schlebusch. „Daher wurde die Pflicht zum Zufahrtsschutz ausgesetzt.“

Eine enorme Erleichterung für die Schlebuscher Schützen, die im vergangenen Jahr ihre Schützenumzüge reduzieren mussten, um die Sicherheitsauflagen mit sehr hohem Aufwand irgendwie abdecken zu können. Und die damals bereits angekündigt hatten, dass sie unter diesen Bedingungen bald gar nicht mehr durch die Stadt ziehen werden. Zum 608. Schlebuscher Schützenfest kann das traditionelle Programm also wieder wie gewohnt stattfinden.

Heimspiel für Pit Hupperten

Nur gefühlte 600 Jahre findet das Schützenfest jetzt schon in Verbindung mit dem großen Schlebuscher Volksfest statt. Tatsächlich ist es das 41. Jahr, in dem Werner Nolden die mittlerweile größte Kirmes der Stadt mit Livemusik und ständig wachsendem Rahmenprogramm veranstaltet. Höhepunkt des Bühnenprogramms im Wuppermannpark ist in diesem Jahr das Heimspiel von Pit Hupperten mit den Bläck Fööss am Sonntagabend. 1985 haben die Fööss zum ersten Mal im Wuppermannpark gespielt.

„Wo warst du da?“, fragt Nolden Hupperten. „Bestimmt auch da!“, antwortet der Mann, der damals elf Jahre alt war. „Ich habe auf jeden Fall noch eine Autogrammkarte der Fööss aus der Zeit.“ Mittlerweile ist der gebürtige Schlebuscher seit neun Jahren selbst ein „Fooss“ und zum dritten Mal mit der kölschen Kultband zu Gast im Wuppermannpark. „Heimspiel, das ist natürlich immer toll, wahrscheinlich komme ich mit dem Fahrrad“, sagt Hupperten, der mittlerweile in Bergisch Gladbach wohnt. Er verspricht einen Mix aus altbekannten und ganz, ganz neuen Liedern. „Wir schreiben gerade fleißig neue Songs, die wir natürlich auch vor Publikum ausprobieren wollen.“ Das Schlebuscher Publikum kann mit seinem Applaus die Hit-Tauglichkeit bewerten.

Pit Hupperten Bläck Fööss    Foto: Ralf Krieger

Pit Hupperten bei seiner Volksfestpremiere mit dem Bläck Fööss 2017

Neben der Kirmes auf und um den Marktplatz finden auch wieder Aktionen in der Fußgängerzone statt. Am Donnerstag wird es dort sehr voll werden, verspricht Wolfgang Stelzmann von den Oldtimerfreunden. „Wir haben schon 30 Prozent mehr Anmeldungen als im Vorjahr, die Fußgängerzone wird aus allen Nähten platzen.“ Als Highlight neu dabei ist ein Fahrschul-Lkw aus dem Jahr 1958. Am Samstag und Sonntag verwandeln die Karnevalisten die Fußgängerzone wieder in eine „Jecke Meile“. Es gibt Karnevalswagen zu besichtigen, Mitmachaktionen und Bühnenprogramm. Dieses Mal nicht auf dem Arkadenplatz, wo wie gewohnt der Bauernmarkt stattfindet, sondern vor der St. Andreas Kirche. Unabhängig davon wird die KG Grün-Weiß Schlebusch am Rande des Volksfestes wieder Spenden für den Karnevalszug sammeln. Die Devise: Wenn jeder Besucher nur einen Euro gibt, ist der Karnevalszug für das kommende Jahr gesichert.

Bier finanziet Livemusik

Ganz ohne Klagen kommt so eine große Veranstaltungsankündigung dann doch nicht aus. Im vergangenen Jahr sei er dank supersonnigem, fast schon zu heißem Wetter mit einem Plus aus der Veranstaltung rausgegangen. „Das ist bei Weitem nicht immer so.“ Andernorts könne er es sich nicht mehr leisten, so ein Bühnenprogramm bei freiem Eintritt anzubieten.

Denn: Die Besucher konsumieren weniger, die Veranstaltung finanziert sich aber alleine über den Verkauf von Speisen und Getränken. „Irgendwann wird man wohl dazu übergehen müssen, Eintritt zu verlangen oder vorab Getränkemarken zu verkaufen“, sagt Nolden. Aber noch nicht, noch geben die Menschen in Schlebusch Geld aus. Tiefer in die Tasche greifen brauchen sie nicht: Die Preise für Bier und Bratwurst bleiben auf gleichem Niveau wie im Vorjahr. „Schlebusch ist noch eine Insel der Glückseligkeit“, sagt Nolden.


Programm Schlebuscher Schützen- und Volksfest

Donnerstag, 4. Juni, 11–17 Uhr: Oldtimertag in der Fußgängerzone; 14 Uhr: Antreten der Schützen am Schloss Morsbroich und Prozession; anschließend Festzug zur Opladener Straße. 15 Uhr: Eröffnung des Schützenfestes. 15.30 Uhr: Traditionelles Vogelschießen. Bühne im Wuppermannpark: 11–17 Uhr Original Oberkrainer Sextett; 18 Uhr: Elton & the Joels (Coverband Elton John und Billy Joel). Kirmes: 11 bis 22 Uhr.

Freitag, 5. Juni, Bühne im Wuppermannpark: 19.30 Uhr Hörgerät. Kirmes: 15 bis 23 Uhr.

Samstag, 6. Juni, 11 bis 18 Uhr: Jecke Meile in der Fußgängerzone. Bühne im Wuppermannpark: 19 Uhr Köbes Underground. Kirmes: 15 bis 23 Uhr.

Sonntag, 7. Juni, 10 Uhr: „Eröffnung der Gezelinoktav“ der Schützen an der Gezelinkapelle, Krönung der neuen Würdenträger, anschließend Festzug mit Krönigsparade am Alten Bürgermeisteramt. 11 bis 18 Uhr: Jecke Meile in der Fußgängerzone. Bühne im Wuppermannpark: 16 Uhr LivinGospel Choir; 18 Uhr Bläck Fööss. Kirmes: 11 bis 22 Uhr.