Die Unfallkommission hat ihren Bericht für das Jahr 2025 vorgelegt. In der Stadt zählt sie 14 Stellen, an denen gehäuft Unfälle passieren.
UnfallkommissionSieben Stellen in Leverkusen sind unter Beobachtung

Nahe der Stelle am Berliner Platz, an der vor einem Jahr die Schülerin Angelina bei einem Unfall starb, erinnern eine Stele und ein Baum an sie.
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In der Statistik der Unfallkommission für die Unfallhäufungsstellen im Stadtgebiet hat der Berliner Platz die Nummer acht. Diese Zahl gibt keine Rangliste wieder, sondern ist rein zufällig. Am 30. Januar 2025 starb hier morgens auf dem Weg zum Landrat-Lucas-Gymnasium die elfjährige Schülerin Angelina, als sie auf einem Zebrastreifen die Bonner Straße an dem Platz überqueren wollte. An der Unfallstelle erinnern ein Baum und eine Stele an das Mädchen. Und nach wie vor legen Menschen dort Plüschtiere und Blumensträuße ab, stellen Kerzen auf und gedenken Angelinas.
An insgesamt 14 Stellen im Stadtgebiet geschehen oder geschahen gehäuft Verkehrsunfälle. In Küppersteg mit vier und Opladen mit drei Stellen liegt die Hälfte aller gefährlichen Stellen. Die weiteren verteilen sich auf viele Stadtteile. In Schlebusch zählt die Kommission ebenso zwei wie in Wiesdorf. In Steinbüchel, Quettingen, Rheindorf und Hitdorf liegt eine Unfallhäufungsstelle.
Die meisten dieser Stellen sind Kreuzungen. Aber auch vier Kreisverkehre im Stadtgebiet tauchen in dieser Statistik auf. Neben dem Berliner Platz in Opladen ist das das Rondell in Schlebusch, an dem Dhünnberg, Karl-Carstens-Ring und Sauerbruchstraße zusammentreffen, der Kreisverkehr Küppersteger Straße/Bismarckstraße in Küppersteg und der Mini-Kreisverkehr Bahnallee/Goethestraße in Opladen.
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Zu insgesamt sieben der Unfallhäufungsstellen heißt es im Bericht der Unfallkommission, sie seien „abgeschlossen“. An den betreffenden Stellen erreichte die Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit der Polizei, der Bezirksregierung, dem Landesbetrieb Straßen NRW und den Technischen Betrieben Leverkusen (TBL) durch Umsetzen von Verkehrszeichen, Entfernen von Sichtbehinderungen wie zu groß gewachsenem Gebüsch, Fahrbahnmarkierungen, neue Blinksignale oder veränderte Ampelschaltungen, dass sich dort keine weiteren Unfälle ereigneten.
Sieben Stellen hält die Unfallkommission aber weiterhin unter Beobachtung.
Schlebusch: Herbert-Wehner-Straße/Oulustraße
Zwar hat es dort seit der Sitzung der Unfallkommission Mitte 2024 keine weiteren Unfälle gegeben. In der Vergangenheit kamen dort immer wieder Rotlichtverstöße durch Autofahrer vor. Dort verdeckte Bewuchs auf dem Mittelstreifen der Herbert-Wehner-Straße die Ampel in Fahrtrichtung Schildgen. Wer von rechts aus der Herbert-Wehner-Straße auf die Oulustraße abbiegen wollte, konnte die Fußgängerampel für die querenden Fußgänger nicht sehen, weil ein Einfahrt-verboten-Schild die Sicht verdeckte. Das sollte höher am Mast festgeschraubt werden. Ein Schutzblinker auf der Mittelinsel soll für zusätzliche Aufmerksamkeit auf die Fußgänger sorgen. Außerdem wurde die Zwischenzeit zwischen „Rot“ für die Autofahrer und „Grün“ in West-Ost-Richtung auf der Herbert-Wehner-Straße um zwei Sekunden erhöht, denn auch hier missachten immer wieder Autofahrer die rot zeigende Ampel.
Steinbüchel: Steinbücheler Straße/Kurt-Schumacher-Ring/Theodor-Heuss-Ring
Zwar hat es hier seit 2022 keine Unfälle mehr gegeben. Zuvor hatte es des Öfteren Kollisionen gegeben zwischen Autos auf der Steinbücheler Straße und Autos, die von den Ringen auf die Steinbücheler Straße einbiegen wollten. Die Stelle wird aber weiterhin beobachtet, weil die Induktionsschleifen, die an den Einmündungen der Ringe in die Steinbücheler Straße Rot auslösen, erst vor Kurzem erneuert wurden.
Küppersteg: Kreisverkehr Bismarckstraße/Küppersteger Straße
Hier kommt es immer wieder zu Unfällen zwischen Radlern im Kreisverkehr und Autos, die in den Kreisel einfahren wollen. Der Kreisverkehr soll im Zusammenhang mit dem Umbau des Trogs der B8, die unter dem Kreisverkehr entlangführt, ebenfalls umgebaut werden. Bis es so weit ist, müssen erneuerte Markierungen der Radfurten und weitere Markierungen sowie das Umstellen eines Verkehrszeichens genügen. Die Unfallkommission drängt darauf, dass die Stadt bei der Erneuerung des Kreisverkehrs vorwärtskommt: „Der Umbau sollte nach Möglichkeit nicht weiter verzögert werden“, heißt es im Bericht.
Opladen: Bonner Straße
Auf der Bonner Straße in Opladen ereignete sich am 5. März der zweite tödliche Unfall in Leverkusen im vergangenen Jahr. Ein 54-Jähriger geriet mit seinem Auto in den Gegenverkehr und starb noch an der Unfallstelle. Die Kommission geht davon aus, dass Unachtsamkeit zu dem Unfall führte, es also nicht möglich ist, aus dem Geschehen Konsequenzen für die Verkehrsführung dort oder das erlaubte Tempo abzuleiten. Straßen NRW plant, die Fahrbahndecke dort zu erneuern, die tatsächlich in miserablem Zustand ist.
Opladen: Kreisverkehr Berliner Platz
Als Konsequenz aus dem tödlichen Unfall am 30. Januar 2025 hat die Stadt an dem großen Kreisverkehr inzwischen ein ganzes Bündel von Dingen geändert. Der Kreisverkehr selbst ist nicht mehr zwei-, sondern nur noch einspurig. Die Zweispurigkeit entsprach wohl auch nicht oder nicht mehr den gültigen Regeln für solche Kreisverkehre. Vor dem Kreisverkehr gilt auf allen Zufahrtstraßen Tempo 30. Die Radstreifen sind rot markiert. Berliner Kissen wurden installiert, sind aber bis auf eines inzwischen wieder alle entfernt, weil sie defekt waren. Ob statt der Kunststoff-Kissen irgendwann Beton-Kissen auf die Fahrbahnen kommen, ist noch offen. Die TBL haben die Beleuchtung des Platzes erneuert, sodass er jetzt besser ausgeleuchtet ist.
Opladen: Kreisverkehr Bahnallee/Goethestraße
Man sollte meinen, dass die Unfallgefahr an diesem kleinen Kreisverkehr unmittelbar am Busbahnhof gering ist, denn wer sich im Auto auf ihn zubewegt – ob aus der Goethestraße oder auf der Bahnallee – kann das eigentlich nur langsam tun. Dennoch stießen hier 2025 zweimal Autos mit Radfahrern zusammen. Beide Male missachteten die Autofahrer die Vorfahrt der Radler.
Und das hat offenbar auch damit zu tun, dass der Innenring des Kreisverkehrs, der sich nur wenig aus der Fahrbahndecke abhebt, regelmäßig von Auto- wie Busfahrern überfahren wird – mit „erhöhten Geschwindigkeiten im Kreisverkehr“, wie die Kommission schreibt. Die Kommission bittet die zuständige Neue Bahnstadt Opladen GmbH, ob sie den inneren Kreisverkehrring erhöhen lassen kann, „so dass das Überfahren erschwert wird“. Zusätzlich wurden an allen drei Einmündungen Zebrastreifen markiert.
Wiesdorf: Willy-Brandt-Ring/Heymannstraße
An der Einmündung der Heymannstraße in den Willy-Brandt-Ring kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Unfällen von Linksabbiegern, die bei Grün in den Willy-Brandt-Ring einbiegen wollten. Inzwischen ist die Schaltung der Ampelanlage geändert und die Markierung auf der Straße verstärkt. 2025 gab es dort keine weiteren Unfälle. Da die Änderungen an der Ampel aber erst vor Kurzem erledigt waren, beobachtet die Kommission die Stelle weiter.

