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LebenshilfeWie aus einem "Schichtwechsel" in Leverkusen ein Praktikum wird

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Eine Gruppe von Currenta-Arbeitern und Lebenshilfe-Arbeitern beim Schichtwechsel.

Die Gruppe dreier Currenta-Arbeiter und zweier Lebenshilfe-Arbeiter in der Werkstatt der Elektromontage.

Beim Projekt „Schichtwechsel“ tauschen Menschen mit Behinderung der Lebenshilfe ihre Arbeitsplätze mit Mitarbeitenden lokaler Unternehmen.

„Gut, dass wir mal mehr Aufmerksamkeit bekommen und andere sehen können, dass wir hier hochwertige Arbeit leisten“, sagt Leo Steffen stolz. Endlich könne er anderen Arbeitern seine Arbeit in der Lebenshilfe-Werkstatt in Bürrig zeigen. Die anderen sind an diesem Tag drei Mitarbeiter von Currenta: Sie sind für einen Tag zum „Schichtwechsel“ zur Lebenshilfe nach Bürrig gekommen.

Sehr professionell wird in der Elektromontage für den nächsten Auftrag gearbeitet. Neben einer neuen Kabelschneidemaschine gibt es viele verschiedene Arbeitsstationen wie zum Beispiel die Kabelisolierung oder die Herstellung von Elektroführungsketten. „Wir produzieren für Hochregallager, unsere Produkte werden nach Kanada oder in die USA exportiert“, berichtet Tim Hector, der neben der Elektromontage auch noch Hausmeistertätigkeiten ausführt. Er weist zwei Mitarbeiter von „Currenta “ in die Herstellung der Energieketten ein.

Leo Steffen, Werksratsmitglied und Arbeiter in der Werkstatt der Elektromontage, würde das eintägige Projekt „Schichtwechsel“ sehr gerne auf eine Woche erweitern, damit Menschen einen noch tieferen Einblick in die Arbeitswelt der Werkstätten bekommen.

Ein Lebenshilfe-Mitarbeiter an einer Elektrokette erklärt zwei Currenta-Arbeitern die Arbeit.

Tim Hector von der Lebenshilfe erklärt zwei Mitarbeitern der Currenta seine Arbeit.

Moritz Hübner arbeitet eigentlich im  Kommunikation und Marketing bei Currenta. Als er vor ein paar Jahren, damals noch als Basketball-Profi, mit den Bayer Giants als Kooperationspartner die Lebenshilfe besucht hatte, wollte er unbedingt auch einmal hinter die Kulissen der Werkstätten schauen. Er ist ganz begeistert von der Arbeitsatmosphäre in der Werkstatt für Verpackung und Montage: „Alle sind sehr offen und direkt.“ Gerade die Professionalität der Arbeit, wie hier die Produktion von Zigarettenrollern, erstaunt ihn:  „Ich dachte, die werden irgendwo in einem anderen Land in einer Fabrik hergestellt, aber nicht, dass es dann hier vor Ort geschieht.“

Nadine Schmidt, Pressesprecherin der Lebenshilfe Leverkusen/Rhein-Berg, erklärt die Kerngedanken hinter dem Projekt „Schichtwechsel“: „Es geht um Perspektivwechsel und den Blick hinter die Kulissen. Firmen bekommen einen Einblick, was in einer Werkstatt gemacht wird.“ Auch für die Menschen mit Behinderungen gibt es neue Einblicke: Einige von ihnen besuchten Currenta, andere die Pronova BKK oder die Volksbank Raiffeisenbank und schauten sich deren Arbeit an.

Zwei Arbeiter in der Fahrradwerkstatt reparieren ein rotes Bayer-Rad.

Auch in der Fahrradwerkstatt waren zwei von der Lebenshilfe tätig.

Die Besucher bei Currenta bekamen Einblick in die Bereiche Gebäudemanagement, Fahrradwerkstatt und Logistik. „Sie waren superneugierig und wollten vor allem wissen, was die Beschäftigten und Arbeitenden in den Werkstätten leisten“, berichtet die Lebenshilfe-Betreuerin Anne Knoll, die die Gruppe begleitet hatte. Auch die Currenta-Mitarbeiter vor Ort seien beeindruckt gewesen von der Motivation der Menschen mit Behinderung. Einige wollten sogar gerne bleiben und ein Praktikum absolvieren. Die Kontakte zwischen der Lebenshilfe und den lokalen Arbeitgebern wurden nun intensiviert. 


Vermittlung von Menschen mit Behinderung an den Arbeitsmarkt.

Über das Projekt „Schichtwechsel“ hinaus werden Menschen mit Behinderung auch direkt in den Arbeitsmarkt integriert. Die sogenannten betriebsintegrierten Arbeitsplätze (BiAP) ermöglichen Menschen mit Behinderung, direkt in Unternehmen mitzuarbeiten. Die Beschäftigten bleiben dabei über die Lebenshilfe-Werkstätte angestellt und von Jobcoaches begleitet. Weitere Informationen finden Sie unter Arbeiten in den Lebenshilfe-Werkstätten | Rhein.-Berg.-Kreis