Die Jugendfeuerwehr Marienheide wird 55 Jahre alt. Das wird groß gefeiert. Das Fest zum 50. Geburtstag musste wegen der Corona-Pandemie ausfallen.
Fest am HeilteichJugendfeuerwehr Marienheide feiert verspätet runden Geburtstag

Treffen der Generationen : (v.l.) Charlotte Ammann, Rouven Neumann, Sebastian Hennies, Reimund Pfälzer und Matthias Kohr .
Copyright: Dennis Börsch
Am Sonntag, 31. Mai, steigt am Heilteichgelände ein Fest. Die Jugendfeuerwehr Marienheide wird 55 Jahre alt, und das solll richtig groß gefeiert werden, da das eigentlich geplante Fest zum 50. Geburtstag wegen der Corona-Pandemie ausfallen musste.
An die Anfänge der Jugendfeuerwehr kann sich Reimund Pfälzer aus Dannenberg noch gut erinnern. Am 4. Januar 1971 fing alles an, mit 18 Jungen. Reimund Pfälzer war zwar kein Gründungsmitglied, aber er stieß ein paar Monate später dazu, im Alter von 13 Jahren. „Wir haben viel Sport gemacht“, erinnert er sich an das Training bei der Jugendfeuerwehr. Mit einem alten Opel Blitz ging es unter anderem zum Schwimmen nach Kierspe. Besonders im Gedächtnis geblieben sind ihm die Zeltlager er Jugendfeuerwehr, eine Tradition, die es heute noch gibt. „Wir haben uns damals vom Bauern Stroh geholt und darauf geschlafen“, erzählt er – und erntet ungläubige Minen.

Reimund Pfälzer mit seinem Feuerwehrausweis.
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Charlotte Ammann (15) und Rouven Neumann (17) sind beide seit Jahren bei der Jugendfeuerwehr Marienheide aktiv und auch sie lieben die Zeltlager. Aber auf Stroh schlafen? Lieber nicht, wozu gibt es schließlich Feldbetten? Der Jugendfeuerwehr ist Reimund Pfälzer auch familär verbunden. Denn der Gründer der Wehr, Hans Jung, wurde später sein Schwiegervater, Jungs Tochter somit seine Frau. Beide lernten sich auf einem Ausflug der Jugendfeuerwehr kennen, dieses Jahr im Juni wird Goldhochzeit gefeiert.
Charlotte Ammann trat 2018 der Kinderfeuerwehr bei. „Meine Eltern haben mich damals hingeschleppt“ erzählt die 15-Jährige und lacht. Aktuell besteht die Jugendfeuerwehr Marienheide aus 40 Jugendlichen – 25 Jungen und 15 Mädchen. Dass der Mädchenanteil so hoch ist, freut Charlotte sehr.
Sebastian Hennies ist 1. Vorsitzender des Fördervereins der Jugendfeuerwehr Marienheide und gleich zeitig Gemeindejugendfeuerwehrwart, unterstützt wird er von seinen Stellvertretern Jeanny Lülsdorf und Volker Kriegeskotte. 18 Betreuerinnen und Betreuer zählt die Jugendfeuerwehr. Wie Hennies und Matthias Kohr, der stellvertretende Leiter der Marienheider Wehr, betonen, haben sich die Anforderungen hierfür deutlich geändert. Früher habe man ein, zwei ältere Feuerwehrmänner abgestellt, die sich um den Nachwuchs kümmerten. Heute sind Schulungen und ein erweitertes Führungszeugnis Pflicht, zum Teil wird auch der Jugendleiterschein verlangt.
In den 55 Jahren seit der Gründung der Jugendfeuerwehr Marienheide ist manches heute anders, die Ausrüstung ist moderner und professioneller geworden. Mädchen gehören heute ganz selbstverständlich dazu. Doch eines ist gleich geblieben. „Was ist das Schönste an der Jugendfeuerwehr?“ Reimund Pfälzer, Charlotte und Rouven müssen nicht überlegen, sie sind sich sofort einig. „Das ist die Gemeinschaft.“
Jubiläumsfest
Am Heilteichgelände steigt am Sonntag, 31. Mai, von 10 bis 18 Uhr das Fest „55 Jahre Jugendfeuerwehr Marienheide“. Es gibt ein Rahmenprogramm mit Spiel und Spaß, Hüpfburgen und Löschspielen sowie Livemusik von der Schulband „Mamba“. Ein Foodtruck bietet Burger, Pommes und vegetarische Speisen, es gibt kalte Getränke, Kaffee und Kuchen.
