Vier Tage nach dem ersten Notruf bei der Autobahnpolizei wegen entstandener Risse in der A4 gibt es von der Autobahn GmbH noch keine Erklärung.
Bei Bergisch GladbachAutobahn GmbH sucht nach Erklärung für Hitzeschäden auf nagelneuer A4

Hitzeschäden in der frisch sanierten Fahrbahn der A4 bei Moitzfeld.
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Drei Tage nachdem bei der Autobahnpolizei die Meldung auflief, dass sich Teile der Fahrbahndecke auf dem frisch sanierten Autobahnabschnitt der A4 bei Bergisch Gladbach-Moitzfeld auflösten, sucht die zuständige Autobahn GmbH am Montag noch nach Erklärungen für die am Freitagabend gemeldeten Schäden (wir berichteten).
Eine Stellungnahme müsse noch mit Berlin abgestimmt werden, so eine Sprecherin am späten Montagnachmittag nach wiederholter Anfrage der Redaktion. Auch auf der bei Olpe auf die A4 treffenden Autobahn 45 waren während der vergangenen Hitzetage Schäden aufgetreten – allerdings nicht auf frisch sanierten Fahrbahnabschnitten. So ist die Autobahn 45 zwischen Ehringshausen und dem Wetzlarer Kreuz in Richtung Frankfurt am Montagmittag teilweise gesperrt worden, um die Schäden zu beheben. Auf beiden Strecken stand jeweils nur eine Fahrspur zur Verfügung, wie die Autobahn GmbH mitteilte.
Andauernde Sonneneinstrahlung kann den Asphalt so weit erhitzen, dass es zu Verformungen oder zur Bildung von Spurrinnen kommt.
Grund für die Sperrung dort: „kleinere Hitzeschäden am Asphalt“, die durch die hohen Temperaturen der vergangenen Tage entstanden seien, so die Autobahn GmbH. Noch im Laufe des Montags sollten die Schäden ausgebessert und die Teilsperrung wieder aufgehoben werden.
Wann die Schäden auf dem A4-Abschnitt zwischen Bergisch Gladbach-Moitzfeld und Overath-Untereschbach repariert werden – dazu gab es am Montag bis Redaktionsschluss keine Antwort von der Autobahn GmbH.
Auch andere Autobahnen mussten wegen Hitzeschäden in den vergangene Tagen gesperrt werden
Voll gesperrt werden mussten am Freitag Abschnitte der A2 östlich von Hannover. Dort hatten sich aufgrund der Hitze der vergangenen tage Teile der dortigen Betonfahrbahn gegeneinander geschoben. Durch den Druck bei den hohen Temperaturen zerbrachen die Betonplatten an den Übergängen. Auf diese Weise entstanden tiefe Löcher in der Fahrbahn.
Rund 30 Prozent der deutschen Autobahnen haben eine Fahrbahn aus Betonelementen, 70 Prozent der Autobahnen bestehen aus Asphalt. Bei den aus Betonelementen erstellten Autobahnen kann es bei extremer Hitze zwar nicht zum Schmelzen der Fahrbahn, wohl aber zu Aufwölbungen aufgrund der Ausdehnung des Betons kommen, sogenannten Blow-ups. In der Folge können Abplatzungen an den Kanten entstehen. Das betreffe aber in der Regel ältere Autobahnen, so die Autobahn GmbH.
Autobahn GmbH erklärt Spurrinnen im Asphalt als Folgen der großen Hitze, keine Erklärung für Risse
Die A4 zwischen Köln und Olpe ist zudem nicht aus Betonelementen errichtet, sondern auf dem nun beschädigten Abschnitt frisch neu asphaltiert.
Asphalt kann sich bei extremer Hitze auf über 60 Grad Celsius aufheizen. Dadurch besteht das Risiko, dass er seine Tragfähigkeit verliert. „Andauernde Sonneneinstrahlung kann den Asphalt so weit erhitzen, dass es zu Verformungen oder zur Bildung von Spurrinnen kommt. Der Grund dafür liegt im Bitumen – ein aus Erdöl gewonnenes Bindemittel im Asphalt. Es ist elastisch und kann bei hoher Hitze erweicht werden“, erklärt Prof. Dr. Christian Lippold, Geschäftsbereichsleiter Planung, Bau, Innovation der Autobahn GmbH. Durch die Temperaturabhängigkeit des Bitumens könnten sich bei extremen Temperaturen und hoher Belastung Spurrinnen bilden.
In Thüringen sind überhitzte Fahrbahnen von Winterdienstfahrzeugen mit Wasser gekühlt worden
Im thüringischen Unstrut-Heinichen-Kreis war deshalb bereits vergangene Woche der Winterdienst auf Landstraßen ausgerückt. Zwar nicht mit Salz an Bord, wohl aber mit Wasser. Weil die andauernde Hitze den Asphalt weich macht, kühlten die Mitarbeitenden der Straßenmeisterei die Straßen mit Wasser.

In Thüringen rückte vorige Woche der Winterdienst aus, um heiße Asphaltfahrbahnen mit Wasser zu kühlen.
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Gegenüber der „Thüringer Allgemeine“ erklärte Andreas Bode, Leiter des Landesamtes für Bau und Verkehr für Nordthüringen, dass durch die Verdunstungskälte der Asphalt heruntergekühlt werden soll. In den Hitzeperioden der vergangenen Jahre hatten Straßenabschnitte schon gesperrt werden müssen, das soll in diesem Jahr vermieden werden.
Stellungnahme der Autobahn GmbH zu Schäden an der A4 bei Bergisch Gladbach steht noch aus
Auf der A4 waren derartige „Kühlungsmaßnahmen“ bislang nicht zu sehen gewesen. Im Fall der A4 bei Moitzfeld entstand der Schaden an den vergangenen Hitzetagen entlang einer Fuge zwischen zwei Asphaltbahnen. Diese Fugen werden in der Regel mit einem Bitumen-Fugenband, das beim Einbringen erhitzt wird, verschlossen.
Nach Einschätzung von Experten könnte der jetzt aufgetretene Schaden mit der Einbringung dieses Fugenbandes in Verbindung stehen, andere Stimmen sprechen von einer möglichen anderen Zusammensetzung des nun aufgebrochenen Fugenbandes – zumal andere Fugen auf der A4 in beiden Fahrtrichtungen derartige Schäden nicht aufwiesen.
Eine Stellungnahme der Autobahn GmbH zu den Schäden auf der A4 bei Moitzfeld stand bis Redaktionsschluss noch aus.
