In der Künstler- und Kulturszene wird jedes Jahr der Wanderpreis „Bopp“ verliehen. Nun Gewann ein Ensemble der Kirchengemeinde.
„Der junge Goethe“Musicalchor macht das Rennen um den Bopp in Bergisch Gladbach

Zwei Jahre lang hatten sich die Sieger auf ihre Aufführung von „Der junge Goethe“ im April vergangenen Jahres vorbereitet.
Copyright: Andreaskirche Schildgen
„Die Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar“, sagte einst Paul Klee. Für die Künstler- und Kulturszene in Bergisch Gladbach wird das jedes Jahr bei der Verleihung des Wanderpreises „Bopp“ deutlich, bei dem in diesem Jahr elf Bewerber, so viele wie schon lange nicht mehr, auf den Sieg hofften, während eine weitere Überraschung perfekt in den Rahmen passte.
Engagierte Künstlerinnen und Künstler prägen das kulturelle Leben Bergisch Gladbachs, es ist bunt und vielfältig, wie die Vorstellung der unterschiedlichen Projekte am Sonntagnachmittag im „Museum“ auf dem Zanders-Gelände, zu der der Stadtverband Kultur geladen hatte.
Heinz-D. Haun erhält Ehrennadel der Stadt Bergisch Gladbach
So ist auch Heinz-D. Haun einer der engagierten Künstler, der mit dem Wanderpreis bereits 2023 für sein Projekt „Die Innenseite des Glücks“, einem szenischen Hörspiel über die Liebesgeschichte seiner Eltern während der Weltkriegsjahre und der Nachkriegszeit, Bekanntschaft gemacht hat. Als Theatermacher, Theaterpädagoge und Autor ist er seit mehr als 20 Jahren aktiv und bereichert in vielen verschiedenen ehrenamtlichen Positionen das Stadtleben.
Theater- und Literaturprojekte, kulturelle Bildungsarbeit, sein Engagement in Vereinen und Städtepartnerschaften sowie Projekte der Erinnerungsarbeit waren gute Gründe dafür, Würdenträger der Ehrennadel in Silber zu werden.
Jeder der elf Bewerber um den „Bopp“ stellte sein Projekt vor
Danach erwartete die Gäste eine Reise durch die Gladbacher Kunst- und Kulturlandschaft und jeder der elf Bewerber um den „Bopp“ stellte in drei Minuten sein Projekt aus dem letzten Jahr vor. Dabei waren Ausstellungen, Bücher oder Bühnenstücke, die sich mit der Vergangenheit sowie der Gegenwart beschäftigten, die Anerkennung und lauten Applaus bekamen, doch am Ende konnte es nur einen Gewinner geben.
Mit Spannung lauschten die Zuhörer den Worten Heribert Bergermanns als Vorsitzendem des Stadtverbands Kultur und seinem Vertreter Harald Mohr, ehe der neue Preisträger für 2025 nach vorn gebeten wurde. Marla Kemp, Sabine Gresser-Ritter und Jannis Katirtzis erhoben sich freudestrahlend von ihren Plätzen und nahmen den Basaltstein mit blauem Keramikaufsatz und den Scheck über 623 Euro entgegen. „Wir freuen uns total. Das würdigt die tolle Arbeit, die unsere Gruppe miteinander gemacht hat“, so die drei Vertreter des Musicalchores der Evangelischen Kirchengemeinde der Andreaskirche in Schildgen.
Zwei Jahre lang bereitete sich der Chor auf seine Vorstellung vor
Zwei Jahre lang hatte sich die rund 25-köpfige Gruppe zwischen Vier und über Vierzig auf „Der junge Goethe“ vorbereitet und in drei Vorstellungen vergangenen April aufgeführt. Schauspiel, Gesang, Tanz und ganz viel Herzblut steckten in diesem Projekt und für die Akteure vor allem viel Freude, Spaß, Gemeinschaft und Kreativität, wie Hauptdarstellerin Kemp, organisatorische Leiterin Gressner-Ritter und Schauspieler Katirtzis resümierten.

Waren als Vertreter des Chores gekommen: Jannis Katirtzis, Sabine Gressner-Ritter und Marla Kemp mit Heribert Bergermann (v.l.n.r.).
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„Es ist ein schönes Zeichen, dass wir den Bopp gewonnen haben, wir hatten mit unserem inklusiven Projekt ein Alleinstellungsmerkmal. Es zeigt auch, dass die Themen, die wir mit dem Musical aufgegriffen haben, wichtig sind. Diversität, beziehungsweise Inklusion schaffen so viel Gemeinschaft und es ist toll, dass es auch von anderen Menschen gesehen wird“, zeigten sich die drei bewegt.
Der Umweltaward steht nach wie vor noch aus
„Er ist schwer“, stellte die organisatorische Leiterin mit dem Wanderpreis auf dem Arm fest und musste lachen: „Also natürlich nicht der Preis, ich meine nur den Stein“, korrigierte sie. „Die größte Herausforderung während der Proben ist sicherlich die Koordination. Es braucht Zeit, durch die jüngeren Teilnehmer können wir ja nicht bis spät in die Nacht üben und die Mithilfe der Eltern. Goethe war übrigens der Wunsch der Jugendlichen. Das Stück gibt es bereits, wir haben es dann an unsere Gruppe angepasst“, verriet Gressner-Ritter. Für den Jugendchor ist der „Bopp“ kein Unbekannter, bereits 2017 gewannen er den Wanderpreis, damals mit dem Musikprojekt „Der kleine Lord“.
Der Umweltaward konnte in diesem Jahr nicht verliehen werden, bisher fehlen noch Bewerber. Er legt das Augenmerk auf Kultur und Umweltschutz zugleich und ist mit einem Preisgeld von 500 Euro dotiert.
