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KreistierschauBergisch Gladbach Spannendes Leben auf dem Lande

4 min
Silke Junick mit Deutscher Edelziege

Silke Junick mit Deutscher Edelziege

Kreistierschau mit Erntedank auf dem Hebborner Hof in Bergisch Gladbach. Für die Besucher gab es vieles zu sehen.

 Schon früh am Sonntagmorgen füllte sich die große Reithalle auf dem Hebborner Hof mit zahlreichen Ehrengästen, die anlässlich der Kreistierschau und des Erntedankfestes der Kreisbauernschaft nach Bergisch Gladbach gekommen waren.

Empfangen wurden sie mit den Klängen des Jagdhorn Bläsercorps Odenthal Bergisch Gladbach. Superintendent Thorsten Krall vom Evangelischen Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch und Kreisdechant Norbert Hörter eröffneten die Veranstaltung mit einem gemeinsamen Gottesdienst und Morgengebet auf der festlich mit regionalem Obst und Gemüse geschmückte Bühne. Peter Lautz, Gastgeber und Vorsitzender der Kreisbauernschaft, begrüßte anschließend zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung und Landwirtschaft.

Thorsten Krall (Superintendent Evangelischer Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch), Norbert Hörter (Kreisdekant), Dr. Martin Berges (Staatssekretär Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz, NRW), Herbert Reul (Innenminister, NRW), Arne von Boetticher (Lendrt RBK), Martin Lucke (MdL, CDU). Rainer Deppe (Schutzgemeinschaft Deutscher Wald) mit Ehefrau Margret und weitere Ehrengäste

Thorsten Krall (Superintendent Evangelischer Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch), Norbert Hörter (Kreisdekant), Dr. Martin Berges (Staatssekretär Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz, NRW), Herbert Reul (Innenminister, NRW), Arne von Boetticher (Lendrt RBK), Martin Lucke (MdL, CDU). Rainer Deppe (Schutzgemeinschaft Deutscher Wald) mit Ehefrau Margret und weitere Ehrengäste

Auf seiner Begrüßungsliste standen Innenminister Herbert Reul, Dr. Martin Berges, Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz, sowie Schirmherr Arne von Boetticher und viele weitere Persönlichkeiten aus Politik, Verwaltung und Landwirtschaft. „Erntedank ist ein besonderer Moment in unserem Jahresverlauf. Wir danken für das, was wachsen und geerntet werden konnte“, sagte Lautz.

Gruppenfoto zur Eröffnung der Kreistierschau

Gruppenfoto zur Eröffnung der Kreistierschau

10-12.v.li Arne v. Boetticher (Landrat RBK), Martin Lucke (MdL, CDU) Rainer Deppe (Züchterzentrale RBK) und weiteren Ehrengästen

Als Vorsitzender der Kreisbauernschaft verband er seinen Dank jedoch auch mit einem eindringlichen Appell an die Politik. „Ernährungssicherheit beginnt regional – auf Äckern, in Ställen, Obstanlagen und Gewächshäusern – mit der Arbeit aller Landwirte und Mitarbeitenden.“ Für die heimische Landwirtschaft, die zur kritischen Infrastruktur des Landes gehöre, forderte Lautz vor allem Zukunftsperspektiven, einen deutlichen Bürokratieabbau und mehr Planungssicherheit. Auch bei den CO₂-Preisen brauche es Entlastungen und Unterstützung, statt immer neuer Vorschriften und Nachweispflichten.

Dr. Günther Schlieker (Kreistierarzt a.D.) mit v. li. Aggi Thieme (Dezernatsleiterin II RBK), Arne von Boetticher (Landrat RBK), Dr. Thomas Mönig, Dr. Ines Tavernaro (Veterinäramt RBK)

Dr. Günther Schlieker (Kreistierarzt a.D.) mit v. li. Aggi Thieme (Dezernatsleiterin II RBK), Arne von Boetticher (Landrat RBK), Dr. Thomas Mönig, Dr. Ines Tavernaro (Veterinäramt RBK)

Seine Mahnung war deutlich: „Wir dürfen Ernährungssicherheit nicht erst dann ernst nehmen, wenn Regale leer bleiben oder Lieferketten stoppen.“ Gleichzeitig müsse die junge Generation in der Landwirtschaft Perspektiven erhalten. Schirmherr Arne von Boetticher stellte in seinem Grußwort die prägende Rolle der Landwirtschaft im Rheinisch-Bergischen Kreis heraus. Besonders würdigte er die Menschen, die sich Tag für Tag um Tiere und Pflanzen kümmern und damit Verantwortung für die Region übernehmen.

Schäferin Anna LaCasse und Schäfer Alexander Kirschstein mit Lou Lou

Schäferin Anna LaCasse und Schäfer Alexander Kirschstein mit Lou Lou

Sein Dank galt der Kreisbauernschaft, der Züchterzentrale und den Landfrauen für die Vorbereitung und Durchführung der Kreistierschau. Ein besonderes Augenmerk legte er auf die jüngsten Züchter: Gerade einmal fünf Jahre alt waren einige von ihnen und führten bereits stolz ihre Tiere vor. Auch Martin Lucke betonte: „Alle vier Jahre ist dies die größte Veranstaltung der Züchterzentrale RBK ein tolles Ereignis und zeigt den großen Einsatz der Züchter und Landwirte vor Ort für die Artenvielfalt in der Region.“

Jungmelker Nico (2)

Jungmelker Nico (2)

Besonders freute er sich darüber, „dass so viele Kinder an diesem Tag mit der Landwirtschaft in Kontakt kommen“. So herrschte in der Reithalle zeitweise dichtes Gedränge. Bei der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald konnten Kinder aus Ästen kleine Holztiere bauen. Bei den Imkern hieß es, den Bienen „über die Schulter zu schauen“, während am Kuchenbuffet der Landfrauen selbstgebackene Köstlichkeiten auf die Besucher warteten.

Programm für den Nachwuchs

Für die Kleinsten gab es jede Menge zu entdecken. So konnten sie unter anderem feststellen, dass ein Huhn fast genauso groß sein kann wie sie selbst – und dass sich hinter einer Ostfriesischen Möwe eine schwarz-weiß gesprenkelte Hühnerrasse verbirgt. Auf dem Freigelände mussten Kühe verschiedener Rassen und ihr Nachwuchs am Vormittag kräftige Regengüsse über sich ergehen lassen.

Jungzüchterinnen Emelie und Greta bereiten Kalb Amalie für den Wettbewerb vor

Jungzüchterinnen Emelie und Greta bereiten Kalb Amalie für den Wettbewerb vor

Im Wettbewerb um die besten Bewertungen ließen sich die Tiere davon jedoch wenig beeindrucken. Gelassen flanierten sie an der tropfnassen Fachjury vorbei, bevor sie wieder unter einem Zeltdach Schutz fanden. Während die Züchter ihre Tiere mit Tüchern trockneten, legten die jüngsten Teilnehmer noch einmal fleißig Hand an: Mit Bürste und Glitzerspray putzten sie ihre Kälbchen für den großen Auftritt beim Jungzüchterwettbewerb heraus.

Auch Holztiere wurden gezimmert

Auch Holztiere wurden gezimmert

Viele Familien nutzten die Gelegenheit, Rinder, Pferde, Schafe, Ziegen, Schweine, Kaninchen und Geflügel aus nächster Nähe zu erleben. Im Gespräch mit Landwirten und Tierzüchtern konnten die Besucher zudem Einblicke in deren Arbeit gewinnen. Schäfer informierten über ihre Tiere und hatten auch bedrohte alte Rassen, wie das rauwollige Pommernschaf und das Krainer Steinschaf dabei. Auch zwei Thüringer Waldziegen, die normalerweise als „Landschaftsgärtner“ im hiesigen Dhünntal im Einsatz sind, gehören zu den gefährdeten Rassen.

Jungtier Lou Lou, gerade einmal ein halbes Jahr alt, schien jedenfalls froh, dem nassen Gras für eine Weile entkommen zu sein. Stattdessen ließ sich die kleine Ziege von Schäferin Anna LaCasse ausgiebig herzen. Trotz des verregneten Vormittags zählten die Veranstalter zwischen 2000 und 3000 Besucher.

Und pünktlich zum großen Showprogramm am Nachmittag mit Pferden, Schafen und Hunden hatte der Wettergott schließlich ein Einsehen: Zur Freude von Teilnehmern und Publikum ließ sich endlich die Sonne am Himmel blicken.