Insgesamt nahmen an dem Karnevalszug 1674 Menschen unter dem Motto „De janze Welt am lamentiere- ävver Räfed es am fiere“ teil.
Fastelovend in Refäd60. Refrather Karnevalszug wird zur bunten Machtdemonstration des Veedels

In Neonfarben strahlte die KG Für Uns Pänz gegen das graue Wetter an.
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Schon seit sechs Jahrzehnten gehört der Karnevalszug in Refrath fest zum lokalen Brauchtum. Was einst als überschaubare Veranstaltung begann, hat sich im Laufe der Jahre zu einem beliebten, langen Veedelszug entwickelt. In diesem 60. Geburtstagsjahr nahmen insgesamt 1674 Menschen teil. Das Motto des Zuges entsprach dem diesjährigen Sessionsmotto: „De janze Welt am lamentiere- ävver Räfed es am fiere.“ Es sei angelehnt an die aktuelle Weltpolitik und die gefühlt nie endende Unzufriedenheitsäußerung so mancher Mitbürger und Mitbürgerinnen, so Zugleiter Johannes Liebing.
Der Zug startete gegen 14 Uhr. Auch in diesem Jahr war er wieder von vielen teilnehmenden Kinder-, Jugend- und Schulgruppen geprägt. Die KG Für Uns Pänz förderte die Teilnahme, indem kein Startgeld erhoben wurde und diese Gruppen auch noch eine Sachspende für das Wurfmaterial in Höhe von über 5000 Euro erhielten.
Auf Traditionskapelle folgten „Ahle Pänz“
Den Anfang des Zuges machte der Zugleiterwagen und die Fußgruppe der KG Für Uns Pänz. Angeführt wurde der Zoch von einem Traktor, an dem ein Schild prangte: „Mer mache d'r Zoch für Üch.“
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Auch die Linie 1 ließ sich beim Zoch in Refäd blicken
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Knallbunt sind beim Zoch nicht nur die Strüssjer, sondern auch die Jecken.
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Es schloss sich die GGS Kippekkausen an, die für ihre Kostüme schon mehrmals ausgezeichnet wurde. In diesem Jahr waren sie als verschiedene Emojis verkleidet, mal zwinkernd, mal lachend, mal mit einer Tröte im Mund. Nach einer längeren Pause war auch die KGS Frankenforst wieder dabei. Die Karnevalsfreunde gingen in diesem Jahr als Friedenstauben. Als nächstes folgte die Traditionskapelle TC Wipperfürth, die den Zug schon seit vielen Jahren begleitet. Sie machten Stimmung mit neuen und alten Karnevalshits. Dann folgten die „Ahle Pänz“. Diese Fußgruppe bestand aus Menschen, die nach dem Ende der Schulzeit ihrer Kinder in der KGS Frankenforst einfach weiter gefeiert haben.
Auch ein riesiger Phönix schaute in Refrath vorbei
Die „bunteste Kindergruppe des letzten Jahres“ kam als nächstes. Sie war in Begleitung einer riesigen Phoenix-Puppe, die von zwei Refrathern geführt wurde. Danach tanzten die „Sambaditas“ über die Straßen des Veedels. Sie hatten sich eigens für den Karnevalszug in Refrath gegründet. Nach den „Ruut-Wieße Blinkeleechter Räfed“ und dem „löstige Pompeji“, der Freiwilligen Feuerwehr, war die Jugend vom DRK an der Reihe.
Die absolute Überraschung des Zuges in diesem Jahr kam mit den Cheerleadern des 1. FC Köln ins Veedel. Sie hatten über einen persönlichen Kontakt spontan zugesagt. Weiter ging es mit dem 1. SCCR-Schockclub Cologne Refrath. Das Kinder- und Jugenddorf Bethanien gingen in diesem Jahr als Disney-Charaktere. Viele eindrucksvolle Kostüme konnten bestaunt werden, darunter der Schneemann Olaf, der sich mit der Seehexe Ursula unterhielt. Außerdem waren einige Kinder auf Stelzen unterwegs, was viele jüngere Zuschauer zum Staunen brachte. Räfed Schaberjeck, AkroUnited und Räfeds Heartbreakers überzeugten mit lautem Mitgesang und guter Musikauswahl sowie bei den Kleineren mit einem starken Griff in die Kamelletüte. Die Musiker des Musikkreis Holpe waren als bunte Clowns gekleidet. Die Equitamus e.V. begeisterten als Karnevalsmäuse. Neben den „Veedelsköpp“, den „Promilleköpp“ und den „Böllerköpp“ gingen auch noch die „Ritterköpp“ mit, die durch ihre sehr echt aussehenden Kettenhemden herausstachen. Auch der größte Ortsverein des Veedels, der TV Refrath, durfte natürlich nicht fehlen. Hier gingen insgesamt 100 Jecken mit. Die Pfarrgemeinde St. Johann Baptist hatte ebenfalls eine Fußgruppe, die sich ab und zu mit dem „Club Garage“ mischte.
Echte FC-Fans stürmten das Veedel
Zum ersten Mal dabei war in diesem Jahr die Musikkapelle aus Oldendorf in Wacken. Hier trugen alle einen roten Königsmantel. Ordentlich für Stimmung sorgten auch die „Grasshoppers“ Refrath, die „Kamelle-AG“ als Bonbons verkleidet, die „Piratengarde Refrath“ und „Refrather Familienbande“. Entstanden als Refrather Väter- und Kinderclub bildet auch der RVKC inzwischen einen festen Bestandteil des Zuges. Echte FC-Fans, die man auch mit ihren FC-Bollerwagen kennt, gingen natürlich auch mit. Mit bester Laune verteilten die „FC-Fründe Böllerböcke“ ihre Kamelle. Mit dem Showtruck der „Bekloppte Sonnensport Tanzgruppe“ war die Partystimmung auch gegen Ende hin gesichert. Zum Schluss kamen die „Refrather Römer, der SV Refrath mit ihrer mittlerweile obligatorischen Luftballonkette und das Gefolge des Dreigestirns sowie der Abschluss des Zuges mit dem Refrather Dreigestirn. Das bestand in dieser Session aus Prinz Micha II. (Michael Helbing), Bauer Alex (Alexander Mohnfeld) und Jungfrau Lucia (Lutz Göhler).
Der Zugleiter Johannes Liebing sieht den Zug als vollen Erfolg. Er sagt: „Sechzig Johr, dat es ne Zoch, met Hätz un Freud – do laache mer doch! Für uns Pänz, dat es Klares, fliege Kamell' – dat es Wahres!“


