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Hochwasser- und GewässerschutzErberich: Sanierte Anlage besteht ersten Test bei Dauerregen

Der sichtbare Wasserstand nach dem Dauerregen ist laut Gemeinde Odenthal gewollt: Das sanierte Becken in Erberich hält Wasser zurück und gibt es gedrosselt ab.

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Das neue Regenrückhaltebecken.

Ausgerechnet kräftiger Dauerregen lieferte am vergangenen Wochenende den Beweis, dass eine 850.000-Euro-Investition der Gemeinde Odenthal funktioniert: Das grundlegend sanierte Regenrückhaltebecken am Dülmener Weg in Erberich hat seinen ersten Belastungstest bestanden. Die Anlage nahm größere Mengen Niederschlagswasser auf und gab sie anschließend gedrosselt an den Erbericher Bach weiter.

„Kein Zeichen einer Fehlfunktion“

Dass dabei zeitweise deutlich Wasser im Becken stand, sorgte allerdings bei Anwohnern für Fragen. Denn einen solchen Anblick waren sie von der alten Anlage offenbar kaum gewohnt. Doch gerade der sichtbare Einstau zeigt nach Angaben der Gemeinde, dass das Becken nun wieder so arbeitet, wie es ursprünglich vorgesehen war.

„Das Regenrückhaltebecken hat bei den Niederschlägen am vergangenen Wochenende genau das getan, wofür es vorgesehen ist“, sagt Projektleiter Ehssan Bagherzadeh. Der zeitweise sichtbare Wasserstand sei „kein Zeichen einer Fehlfunktion, sondern ausdrücklich gewollt“.

So funktioniert das Becken

Das Prinzip: Bei stärkeren Niederschlägen nimmt das Becken Regenwasser aus dem Bereich von Schlehdornweg und Dülmener Weg zunächst auf. Statt die Wassermengen auf einen Schlag weiterzuleiten, werden sie zwischengespeichert. Eine Drosseleinrichtung lässt anschließend nur eine begrenzte Menge in den Erbericher Bach abfließen. So sollen Abflussspitzen abgefangen werden, die bei Starkregen entstehen können. Die Begrenzung ist zugleich Bestandteil der wasserrechtlichen Genehmigung und dient neben dem Hochwasserschutz auch dem Schutz des Gewässers.

Warum früher kaum Wasser im Becken stand

Dass früher selbst bei kräftigem Regen kaum Wasser im Becken zu sehen war, war demnach keineswegs unbedingt ein gutes Zeichen. Vielmehr geht die Gemeinde davon aus, dass die in die Jahre gekommene Anlage ihre eigentliche Rückhaltefunktion nicht mehr zuverlässig erfüllte. Niederschlagswasser könnte teilweise durch einen nicht mehr ausreichend dichten Beckenboden versickert sein. Zudem könnten Undichtigkeiten im Dammbereich dazu geführt haben, dass Wasser an der vorgesehenen Drosseleinrichtung vorbeifloss.

Genau diese Schwachstellen sollten mit der grundlegenden Sanierung beseitigt werden. Rund 850.000 Euro investiert die Gemeinde in das Projekt. Damit soll die örtliche Entwässerungsinfrastruktur langfristig gesichert und zugleich der Hochwasser- und Gewässerschutz verbessert werden. Gerade mit Blick auf Starkregenereignisse soll das Becken wieder verlässlich größere Wassermengen aufnehmen können.

Restarbeiten bis Ende November

Ganz abgeschlossen ist die Baustelle allerdings noch nicht. Unter anderem fehlt vor dem Auslaufbauwerk noch ein Schutzgitter, ein sogenannter Rechen. Er soll angeschwemmtes Material zurückhalten und verhindern, dass der Ablauf beziehungsweise die Drosseleinrichtung verstopft.

Diese und weitere Restarbeiten sollen nach Angaben der Gemeinde bis Ende November erledigt werden. Danach steht die endgültige Abnahme der Baumaßnahme an. Seine wichtigste Prüfung hat das Becken allerdings bereits vor der offiziellen Fertigstellung absolviert: Als am Wochenende reichlich Wasser vom Himmel kam, blieb es dort, wo es zunächst bleiben sollte – im Becken. (wg)