In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 wurde auch die Stadt Rheinbach von der Flutkatastrophe heftig getroffen: Sechs Tote, zahlreiche Verletzte, überflutete Straßen und Keller sowie zahlreiche zerstörte Gebäude waren die traurige Bilanz. Ohne die Fördermittel des Landes hätte es die Stadt nicht geschafft, viele Schäden zu beseitigen. In der Vergangenheit konnte die Stadt bereits 38 Millionen Euro aus dem Wiederaufbaufonds investieren.
Zweiter Förderbescheid über 21 Millionen Euro
Nun überbrachte Ina Scharrenbach (CDU), NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung, einen zweiten Förderbescheid über weitere 21 Millionen Euro an Rheinbachs Bürgermeister Dr. Daniel Phiesel (CDU). Als Übergabeort für den symbolischen Bescheid hatte die Stadt die Kreuzung Neugartenstraße/Stadtpark gewählt. Dort erinnert eine Stele an die Opfer der Starkregenkatastrophe.
„Wir danken Ihnen, dass Sie heute hier sind, und wir danken auch für die gute Zusammenarbeit zwischen Land und Kommune“, erklärte Phiesel. Scharrenbach betonte, dass in NRW vor mehr als fünf Jahren 49 Menschen ihr Leben verloren haben: „Insofern ist es sehr gut und wichtig, dass wir uns heute an diesem Erinnerungspunkt treffen, er ist ein starker Ausdruck des Zusammenhalts, des Dankes und des Gedenkens.“
Vieles sei mittlerweile geschehen, schilderte Phiesel: „Unmittelbar nach der Flut gab es hier noch eine Behelfsbrücke, ansonsten befand sich an dieser Stelle einfach nur ein braunes Loch. Der Wiederaufbau zeigt, dass die Situation in kürzester Zeit sogar besser geworden ist, als sie vorher war. Wir konnten aus der Not eine Tugend machen und aus der schlimmen Katastrophe ist viel Gutes erwachsen.“
Scharrenbach erklärte, dass es der damaligen Landesregierung wichtig war, auf ein großes Antragsverfahren zu verzichten: „Wir haben gesagt, alles hat seine Zeit, es wird sich zeigen, was wirklich gebraucht wird.“

Die Erinnerungsstele.
Copyright: Engel-Strebel
Die Stadt Rheinbach hatte einen Änderungsantrag gestellt, in dem elf neue Maßnahmen enthalten sind. Daraufhin gibt es nun weitere 21 Millionen Euro aus der Aufbauhilfe sowohl des Landes und diesmal auch des Bundes. Untätig sei man in der Glasstadt nicht gewesen, schilderte Phiesel. Das betreffe sowohl den Hochwasserschutz als auch den Wiederaufbau: „Wir sind schon relativ weit, aber wir brauchen noch bis 2030, um alles umzusetzen, was nötig ist. Diese kompletten fast 60 Millionen Euro zu investieren, ist für eine kleine Kommune wie unsere schon sehr sportlich. Insofern brauchen wir dafür auch gut zehn Jahre.“
Der Technische Beigeordnete Torsten Bölinger erklärte: „Wir sind in der Aufarbeitung des Wiederaufplanes in der Mitte angelangt.“ Anfang des Jahres wurde das Rathaus fertiggestellt. Dabei wurden nicht nur die Flutschäden beseitigt, das Gebäude wurde auch resilienter gemacht: „Sollte es noch einmal zu einer vergleichbaren Situation kommen, bleiben wir arbeitsfähig“, sagte Bölinger. So sei nun unter anderem eine Notstromversorgung vorhanden.
Zwei Schulsanierungen stehen noch an
Zwei große Aufgaben hat die Stadt noch vor der Brust. In zwei Schulen müssen in den kommenden fünf Jahren Sanierungen angepackt werden. Dazu gehört die Erneuerung der Mensa der Grundschule St. Martin in der Bachstraße sowie die Sanierung der ländlich gelegenen Grundschule in Flerzheim. Aktuell steht die Entwurfsplanung an.
Die Stadt hat gemeinsam mit der Politik eine Prioritätenliste erarbeitet, die in den kommenden Jahren sukzessive abgearbeitet wird. Dies betreffe vornehmlich Wiederaufbaumaßnahmen. Maßnahmen mit untergeordneter Priorität müssen nun voraussichtlich bis 2030 warten. (fes)

