Abo

WirtschaftWarum eine Ministerin ein Praktikum macht

2 min
Ein junger Mann und eine Frau halten ein Metallteil in der Hand und begutachten es genau.

Der Mechatroniker-Azubi Tom Stepanek (20) arbeitet NRW-Ministerin Mona Neubaur und bei ihrem Besuch bei ASS Maschinenbau Overath ein.

NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur hat eine Roboterhand bei ASS Maschinenbau gebaut.

Mona Neubaur hört genau hin, was Tom Stepanek ihr sagt. Voll konzentriert schraubt die NRW-Wirtschaftsministerin anschließend die filigranen mechanischen Einzelteile des Roboter-Greifarms zusammen. Schiebevorrichtungen, Saugnäpfe, später soll das Modul automatisiert eine handelsübliche Verkehrs-Pylone ansaugen und anheben können.

Eine Stunde baute Neubaur bei dem Maschinenbauunternehmen ASS in Overath am Freitagmorgen an dem Greifarm. Angeleitet wurde sie dabei von Tom Stepanek. Der 20-Jährige macht eine Ausbildung zum Mechatroniker bei ASS Maschinenbau und bringt auch den anderen Praktikantinnen und Praktikanten bei ASS bei, wie sein Beruf in der Realität aussieht.

Werbung für die Ferienpraktikumswochen NRW

Neubaur war gekommen, um für die Ferienpraktikumswochen NRW als sinnvolle Berufsorientierungsmaßnahme zu werben. Schülerinnen und Schüler ab 15 Jahren können dabei ein bis drei Tage freiwillig in ein Berufsfeld ihrer Wahl hereinschnuppern.

Vor allem von dem Ansatz, dass ein Auszubildender die Praktikanten und Praktikantinnen bei ASS begleitet, gefällt der Ministerin: „Ich finde spitze, dass das ein Peer-to-Peer-Ansatz ist, es läuft auf Augenhöhe ab, der Auszubildende ist sicher ein bisschen näher an der Lebenswelt der Leute, die hier ein Praktikum machen.“ Zu ihrem einstündigen Mini-Praktikum sagt sie: „Man muss sich konzentrieren, man braucht Fingerspitzengefühl, man muss sich vorstellen, was man bauen will, damit man es im richtigen Winkel zusammensetzt.“

Zurzeit machen eine Schülerin und ein Schüler aus Bergisch Gladbach ein solches Praktikum bei ASS. „Die technische Aufgabenstellung in der Industrie wird immer komplexer und dementsprechend setzen wir darauf, dass wir auch unsere eigenen Kräfte hier ausbilden“, sagt ASS-Geschäftsführer Dr. Andreas Külschbach. Von diesen Berufsorientierungs-Praktika hält er viel, da es junge Menschen anspricht, die sich wirklich für den Beruf interessieren: „Wir sehen gerade heute bei den jungen Menschen, die wir im Haus haben, dass es Leute gibt, die total motiviert sind und vor allem auch eigene Ideen miteinbringen. Das ist eigentlich das, wonach wir suchen.“ Sechs bis acht Auszubildende sind durchschnittlich im industriellen Bereich von ASS beschäftigt.