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HochwasserschutzDamm soll Oppendorf vor Überschwemmungen schützen

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Zu sehen ist ein Warnschild mit der Aufschrift „Überflutung“, im Hintergrund ein Haus und ein Acker.

Links die Bebauung von Oppendorf, rechts der Acker, von dem bei Starkregen Schlamm und Wasser strömen. Landwirt Albert Kühl will nun einen Damm bauen und eine Entwässerungsmulde herrichten, um die Ortschaft bei Starkregen zu schützen.

Landwirt Albert Kühl will auf eigene Rechnung einen Überflutungsschutz für Bedburg-Oppendorf bauen.

Wenn ein Unwetter aufzieht, wird mancher Bedburger nervös, je nach Wohnlage mehr oder weniger. Die Ressourcenschutzsiedlung hat es schon mehrfach hart getroffen, und auch Oppendorf wird bei starkem Regen heimgesucht. Der Standort zwischen einem Acker in Hanglage und dem tiefer gelegenen Pützbach hat sich schon mehrfach als wenig günstig erwiesen.

Am heftigsten traf es die kleine Siedlung beim Starkregen im September 2025, als stellenweise fast 190 Liter Wasser innerhalb von nur sechs Stunden über Bedburg niedergingen – ein bis dahin in der Region nicht gemessener Wert. Der angrenzende und gerade frisch eingesäte Acker konnte die gigantischen Niederschlagsmengen nicht aufnehmen, Wasser und Schlamm strömten über die Hubertsstraße in die Häuser und Gärten Oppendorfs in Richtung Pützbach.

Bedburg: Überschüssiges Wasser soll über eine Mulde zum Pützbach fließen

Zuletzt Anfang Mai kam wieder Wasser vom Acker und drang in die Keller zweier Häuser in Oppendorf. Auch dieses Mal war das Feld frisch eingesät. Für den Niederschlag gab es keinerlei Brems- oder Leitwirkung durch Ackerpflanzen. 

Zu sehen ist, wie ein Mann mit einem Gabelstapler Schlamm von einer Straße schiebt.

Beim Starkregen im vorigen September schob Landwirt Albert Kühl mit einem Gabelstapler Erdreich, das von seinem Acker heruntergespült worden war, von der Straße.

Nun könnte es für den Ort allerdings eine Lösung geben. Landwirt Albert Kühl, der vor kurzem das Krankenhaus Bedburg gekauft hat und hier nach dem Abriss ein neues Quartier errichten will, bietet an, einen Teil seines Ackers auf eigene Kosten mit einem Damm zu versehen, der große Niederschlagsmengen zunächst einmal von der Hubertusstraße fernhält. Zwar sei er nicht dazu verpflichtet, da er für nichts für die Wetterunbilden könne. Aber: „Mich stört und belastet das auch“, sagt Kühl, dessen eigener Hof beim Starkregen im September ebenfalls schwere Schäden erlitten habe.

Kühl will dabei den Umstand nutzen, dass er den Bau von fünf Häusern mit insgesamt 20 Wohneinheiten in Oppendorf plant und daher ohnehin im Ort baulich eingreifen wird. „Von der Hubertusstraße bis hinunter zum Pützbach möchte ich entlang dieses Quartiers eine Entwässerungsmulde ziehen lassen“, erläutert er.

Zu sehen sind Pferde, die auf einer Wiese im Wasser stehen.

In Oppendorf und in der Gaulshütte trat im September der Pützbach über die Ufer. Die Feuerwehr evakuierte den Ort, Bewohner, ihre Haustiere und Pferde wurden in Sicherheit gebracht.

Das vom Damm am Acker geleitete Wasser könne dann an einer bestimmten Stelle kontrolliert über die dann abgesenkte Hubertusstraße und von dort in die Entwässerungsmulde geführt werden. Die etwa fünf Meter breite und 50 Zemtimeter tiefe Mulde soll das Wasser mitten durch die Bebauung hinunter zum Pützbach leiten. Zwei neue Rückhaltebecken im geplanten Wohngebiet würden das Wasser bremsen. „Jetzt besteht die Chance, endlich Ruhe in dieses Thema zu bekommen“, sagt Kühl.

Bebauungsplan soll Mitte Juli verabschiedet werden

Möglich machen soll das ein Bebauungsplan, den der Rat voraussichtlich am 14. Juli aufstellen wird. Ohne diesen Plan könne er das Vorhaben gar nicht angehen, sagt Kühl. „Würde ich den Damm einfach so auf eigene Faust anlegen und dann ein Keller bei einem Starkregen volllaufen, könnte man mich haftbar machen, weil ich in den Wasserlauf eingegriffen habe.“ Ein von der Stadt aufgestellter Bebauungsplan sichere ihn ab. 

Zu sehen ist Albert Kühl.

Der Bedburger Landwirt und Unternehmer Albert Kühl will Oppendorf mit einem Damm vor Überschwemmungen schützen..

So schildert es auch Jens Tempelmann von der Stadtverwaltung: „Der Bebauungsplan ermöglicht mittels einer Flutmulde im Plangebiet überhaupt erst einen Entwässerungsgraben am Ackerrain anzulegen und nach einer Rückhaltung im Plangebiet in den Pützbach zu entwässern.“ Wird der Plan wie erhofft Mitte Juli auf den Weg gebracht, könne er voraussichtlich schon in diesem Jahr mit den Arbeiten am Damm beginnen, kündigt Kühl an.