Weitere Hyperscaler für Bedburg. Ministerpräsident Hendrik Wüst wird zum Spatenstich für Rechenzentrum in Bergheim erwartet.
StrukturwandelMicrosoft weitet Rechenzentren-Pläne für Bedburg deutlich aus

Noch liegen nur Rohre im Gewerbegebiet BEB61 bei Bedburg. Doch sehr bald siollen hier Rechenzentren entstehen und die Gewerbefläche noch erweitert werden.
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Der US-Konzern Microsoft will seine Investitionen im Rheinischen Revier offenbar deutlich vergößern. Geplant sind bisher drei Rechenzentren in Bedburg, Bergheim und Elsdorf (alle Rhein-Erft-Kreis), sogenannte Hyperscaler. Nun hat die Stadt Bedburg Planungen für die Erweiterung des Gewerbegebiets BEB61 auf den Weg gebracht, das von 40 auf 75 Hektar wachsen soll. Wie die Stadt mitteilt, habe Microsoft „signalisiert, sein Vorhaben in Bedburg ausweiten zu wollen“.
Vor fast genau zwei Jahren hatte Microsoft verkündet, einen großen Teil eines 3,2-Milliarden-Euro-Pakets für Künstliche Intelligenz im Rheinischen Revier investieren zu wollen. Die Region gilt als günstiger Standort, da sich dort die beiden europäischen Datentrassen zwischen Amsterdam und Frankfurt sowie Stockholm und Paris kreuzen. In Bedburg sind bis jetzt 18 Hektar für das Microsoft-Rechenzentrum verplant, in Bergheim 20 Hektar. Von einer ähnlichen Größenordnung ist in Elsdorf die Rede. Die Rechenzentren sollen insgesamt etwa 450 Jobs bringen.
Bedburg: Weitere Interessenten aus dem Hyperscaler-Bereich
Obwohl der Bau in Bedburg noch nicht einmal begonnen hat, starten die Planungen für die Erweiterung um ein Sondergebiet, für das die Zweckbestimmung „Rechenzentrum“ festgelegt werden soll. Dass tatsächlich Microsoft die gesamte Fläche in Anspruch nimmt, gilt als unwahrscheinlich. Doch ist die Region wegen der günstigen Lage an Datenautobahnen auch für andere Betreiber von Rechenzentren anziehend.
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So oder ähnlich werden die Rechenzentren im Rhein-Erft-Kreis aussehen.
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So zeichnet sich ab, dass auf einer 14 Hektar großen Fläche neben dem Microsoft-Areal im Gewerbegebiet an der Autobahn 61 ebenfalls ein Hyperscaler errichtet wird. Die Fläche hatte ursprünglich der Sportschuh- und Sportmodefilialist Snipes gekauft, um dort ein Logistikzentrum zu errichten, sich dann aber „für eine wirtschaftlich attraktivere Lösung“ entschieden, wie das Unternehmen im Herbst 2025 mitteilte. Das Grundstück fiel an die Stadt zurück.
„Für die Fläche gibt es zahlreiche Interessenten“, sagt Bedburgs Bürgermeister Sascha Solbach (SPD) und ließ durchblicken, dass es „intensive Verhandlungen mit einem Unternehmen aus dem Hyperscale-Bereich“ gebe. „Was wir uns erhofft und was wir prognostiziert haben, erfüllt sich. Der Strukturwandel gelingt in Bedburg sehr gut.“
Die Stadt Bedburg hatte das Gewerbegebiet ursprünglich auf den vollen 75 Hektar planen wollen, war aber auf Widerstand der Bürgerinitiative „Saubere Zukunft Bedburg“ gestoßen und auf Vorbehalte der Bezirksregierung Köln, die verfügte, das Gebiet auf zunächst 40 Hektar zu beschränken. Die Erweiterung wird nun möglich, weil der bestehende Standort als weitgehend entwickelt gilt.
Was wir uns erhofft und was wir prognostiziert haben, erfüllt sich
Wegen des für 2030 geplanten Kohleausstiegs befindet sich das Rheinische Revier im Strukturwandel, Tausende neue Arbeitsplätze werden gebraucht,um wegfallende Jobs in der Braunkohlenbranche zu ersetzen. In den Rechenzentren selbst entsteht nur eine begrenzte Anzahl von Jobs, die Hyperscaler könnten aber eine Magnetwirkung für die Ansiedlung weiterer Technologieunternehmen entfalten.

Bürgermeister Sascha Solbach (SPD) sieht Bedburg auf einem guten Weg.
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Microsoft wollte sich zu der konkreten Erweiterung in Bedburg nicht äußern, verwies aber auf das bereits weit gediehene Bauvorhaben im benachbarten Bergheim. Hier findet am Donnerstag, 12. März 2026, der symbolische erste Spatenstich für den Bau des Rechenzentrums statt, zu dem Ministerpräsident Hendrik Wüst erwartet wird.
Die Bedburger Politik begrüßte die geplante Erweiterung in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses ausdrücklich. „Das zeigt die Attraktivität unseres Stadtgebiets für solche Ansiedlungen“, sagte etwa Rudolf Nitsche (SPD). Man hoffe auf weitere Unternehmen, „die sich im Speckgürtel solcher Rechenzentren ansiedeln und so Arbeitsplätze schaffen“. Auch Markus Klein (CDU) sprach von einer „magnetischen Wirkung“.

