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Die schönsten ZugbilderDer Kölner Dom wurde nach Elsdorf umgesiedelt

Lesezeit 3 Minuten
Die Maigesellschaft ließ mit viel Dampf und Getöse ihre Rakete starten.

Die Maigesellschaft ließ mit viel Dampf und Getöse ihre Rakete starten.

Groß sind die Karnevalszüge in Oberembt, Neu-Etzweiler und Grouven nicht. Dafür war die Stimmung der Jecken umso besser.

Tierisch ging es beim kleinen, aber feinen Zug auf der Römerstraße zu. Die „Spabiergänger“, erstmals im Zug dabei, brachten als bestens gelaunte Wildtiere aus fernen Ländern reichlich Wurfmaterial unters Volk. Die Gruppe „Hänne und Männe“ um Jasmine Wimmer mit neun Kindern, das jüngste erst ein halbes Jahr alt, und neun Erwachsenen hatte die Figuren aus dem Kinderbuch „Das Neinhorn“ geschneidert. Wasbär, Nahund, Schlangeweile, Schokodil und Co. tauchten den Ort am Weiher begeistert in ein Konfettimeer.

„Die Aktuellen“ gingen als Marken-Schnapsflaschen und beklagten, dass es auf fast alles Pfand gibt, „nur wir sind pfandfrei“. Insgesamt konnte Zugleiter Dieter Buschmann 70 Jecken in sieben Familien- und Freundeskreis-Gruppen durch den Ort lotsen. „Ein schöner, kleiner Zug“, sagte Hans-Peter Brand, der aus Niederembt, wo es seit Jahren keinen Umzug mehr gibt, an die Grouv gekommen war, um bei den „Jecken op Jöck“ mitzumarschieren. Die waren mit den großen Regenbögen aus Schwimmnudeln das Highlight des Zugs. „Noh dem Rän kütt d'r Sunnesching“, war ihr Motto. Über dem Festwagen und gelegentlich auch am Himmel bewies die Sonne, dass das stimmte.

Das Ex-Dreigestirn führte den jecken Tross in Neu-Etzweiler an

Der kleinste Zug im Stadtgebiet zog durch den Umsiedlungsort. Angeführt wurde der Tross, der sich in zwei Schleifen mit Start und Ziel am Bürgerhaus durch den Ort bewegte, vom Ex-Dreigestirn, das die KG Karnevalsfreunde 2023 um Prinz Mario Bückreiß improvisiert aufgeboten hatte. Die grün-weißen Fußballer waren auch mit jungen Kickern vertreten. Eine Papprakete zündeten die Maiburschen mit viel Rauch und Getöse.

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Dazu waren sie in silbern glänzenden Raumanzügen auf einem kleinen Wagen und als Fußgruppe unterwegs. Den Kölner Dom hatte die Nachbarschaftsgruppe auf ihren Bollerwagen montiert. Passend zur Domstadt waren auch ihre Kostüme in Rot und Weiß gehalten. Sie verteilten neben Kamelle Dutzende von Geschenkpapier-Rollen an die besonders rund um den Kirchturm dicht gedrängt stehenden, bunt kostümierten Jecken. Seit 14 Jahren dabei ist die Zwei-Mann-Gruppe „Blaue Funken Feinripp“ von Helmut Esser mit urig aufgebrezeltem Kinderwagen.

Fünf Gruppen konnte Zugchef André Müller auf einem historischen Hanomag-Trecker anführen. „Die Gemeinschaft erleben ist wichtig, auch für die älteren Einwohner“, sagte KG-Chef Bückreiß. „Im Dorf wird immer ein Zug gehen, und wenn ich alleine gehen muss.“ Auch Ex-Fidelio-Prinz Karl Mattheis lobte den Einsatz der 75 Mitglieder zählenden KG: „Gut, dass das in dem kleinen Ort noch gemacht wird.“

Die Titanic aus Berrendorf ging in Oberembt vor Anker

Neun bunte Gruppen mit fast 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern konnte Kluet-un-Rekelieser-Zugleiter Theobert Krüchten von der 1878 gegründeten, und damit ältesten KG weit und breit aufbieten. Sowohl vor dem historischen Laubenhaus Zur Löv in der Ortsmitte als auch auf der Jülicher Straße und im engen Broich standen die Jecken dicht gedrängt, um den Umzug zu bejubeln und Kamelle zu fangen.

Die Senatoren der KG, traditionell als Köche auf dem großen Festwagen dabei, brachten unter anderem auch Möhren unters Volk. Die größte Gruppe bildete die Katholische Kindertagesstätte St. Simon und Judas Thaddäus, die wohl in dieser Form letztmalig am Oberembter Zug teilnimmt. Die Kirche gibt die Kita im Sommer auf, und die Stadt will, vielleicht im selben Gebäude, übernehmen. Als Blumen, Bienen und Schmetterlinge zeigten sie deutlich Präsenz.

Aus Berrendorf war die „Titanic“ in Oberembt vor Anker gegangen. Die Gruppe „Außer Rand und Band“ hatte den Traktor vor dem legendären Dampfer als Eisberg dekoriert. Das Ex-Dreigestirn von 2022/23 war unter dem Motto „Back to the 80's“ in Disco-Kostüme geschlüpft, deren Vorgänger waren als „Jecke Buntkappen“ mit türkisfarbenen Fräcken mit dabei.

Vor der Festkarosse mit Prinz Tim Krüger, Bauer Fabian Schläger und Jungfrau Dominik Krüger sowie Prinzenführer Sebastian Keils machte der KG-Nachwuchs „Hüttenzauber“ samt Prinzengefolge mit kräftigen Beats auf sich aufmerksam. „Unser Dreigestirn ist unser ganzer Stolz und eine tolle Truppe“, lobte von Krüchten.

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