Hochwasser in Rhein-ErftPegelhöchststand am Montag, Feuerwehr in Bereitschaft

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Wie eine Schiffsreling ragt das Geländer des Rheinparks aus dem Wasser.

Wie eine Schiffsreling ragt das Geländer des Rheinparks aus dem Wasser.

Wesseling/Bergheim – Viele Hochwassertouristen waren auch am Wochenende wieder am Wesselinger Rheinufer unterwegs. Schließlich zeigt sich Deutschlands größter Strom nicht alle Jahre in einer solchen Breite. Bei einem Wasserstand von 8,63 Metern Kölner Pegel (KP) stand der gesamte Rheinpark unter Wasser. Nur die oberen Kanten der Ruhebänke und ein Teil des Geländers schauten noch aus den Fluten. Am Montagmorgen könnte der Rhein mit 8,85 Metern seinen vorläufigen Höchststand erreicht haben. Doch bei aller Faszination: „Die Strömung ist ganz schön gefährlich“, warnt Wesselings Feuerwehrchef André Bach. Er kann deswegen allen Eltern nur eindringlich davon abraten, ihre Kinder mit Gummistiefeln am Rheinufer im Wasser patschen zu lassen. „Das ist lebensgefährlich“, sagt er. Die Strömung sei mitunter nämlich so stark, dass sie die Kinder einfach mitreißen könne.

Ganz genau halten er und sein Team der Feuerwehr Wesseling den Fluss jetzt im Auge. „Dazu sind wir mehrfach täglich am Rhein“, berichtet Bach. Kontrolliert werde zum Beispiel der Wasserstand an der Nato-Rampe. „Wir müssen ja weiterhin sicherstellen, dass wir unser Rettungsboot von dort in den Rhein lassen könnten“, erklärt er. Mehrmals täglich werde auch der Deich geprüft. „Dort schauen wir, ob es Unterspülungen gibt“, erklärt Bach. Noch stehe das Wasser zwar nicht an der Oberkante des Deiches, trotzdem hält er die Kontrolle für sehr wichtig. Zwar könne der Regen allein den Deich nicht aufweichen, weil der Grasbewuchs die Oberfläche zusammenhalte, doch ganz anders sehe es aus, wenn der Deich belastet werde. Wenn etwa Fahrzeuge darüberfahren, oder Schaulustige über die Deiche spazieren.

Hochwassertouristen an der Nato-Rampe beobachten den Rhein, der sich richtig breit gemacht hat.

Hochwassertouristen an der Nato-Rampe beobachten den Rhein, der sich richtig breit gemacht hat.

Feuerwehrchef Bach appelliert deswegen an alle neugierigen Ausflügler, nicht über die mit Gras bewachsenen Deiche zu gehen, sondern ausschließlich auf den befestigten Wegen zu bleiben.

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Welche Sperrungen bei welchem Wasserstand erforderlich sind, ist auch im Hochwasseralarmplan der Stadt Wesseling festgehalten. Schon bei einem Wasserstand von 6,75 Metern steht der Leinpfad zwischen Urfeld und Wesseling im Rheinwasser. Bei 7,70 Metern ist auch der untere Rheinpark überflutet.

„Nichts Dramatisches“

Übertrifft der Pegelstand 8,10 Meter, tritt beim Wasserwerk in Urfeld Grundwasser aus. „Dort werden dann der Wirtschaftsweg und die Stadtbahnunterführung gesperrt“, erklärt die Sprecherin der Stadt Andrea Kanonenberg. Bei den beiden Jahrhunderthochwassern in den Jahren 1926 und 1995 stand der Rhein bei 10,70 Meter. Damals breitete sich das Rheinwasser sogar in der erste Etage des ehemaligen Gebäudes der Wasserschutzpolizei (heute gelbes Haus im Rheinpark) aus.

Derweil bleibt Ulrich Muris vom Erftverband noch recht gelassen. „Unsere Modelle prognostizieren für die mittlere und die untere Erft im Bereich zwischen Erftstadt und Bedburg zwar mäßig erhöhte Wasserstände, aber nichts Dramatisches. Bevor es etwa in Bergheim zu Problemen kommt, müsste es weiter südlich schon mehrere Tage lang großflächig und kräftig regnen. Damit ist in den nächsten Tagen aber nicht zu rechnen.“

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Am vorangegangenen Wochenende sei die Wetterlage ungünstiger gewesen: „Da kamen in Eifel Niederschläge und gleichzeitig eine Schneeschmelze aufgrund steigender Temperaturen zusammen. Für diesen Fall betreiben wir im Eifeler Raum mehrere Rückhaltebecken, um die Gebiete weiter unterhalb zu schützen. Es war zwar eine schöne Menge Wasser im Fluss, aber nicht so viel, dass wir diese Becken öffnen mussten.“

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