Die Spargelfelder der Domhöfe werden zum Teil mit Industrieabwärme beheizt. Die Wärme kitzelt die Stangen wach, sagen die Landwirte.
SaisonstartIn Hürth-Fischenich wird auf beheizten Feldern der erste Spargel gestochen

Frisch gestochenen Spargel zeigt Landwirt Alexander Thomas auf einem seiner Felder in Fischenich.
Copyright: Margret Klose
Den ersten Spargel hat Landwirt Alexander Thomas von den Domhöfen schon vor ein paar Tagen gestochen. „Er schmeckt wie immer einfach himmlisch“, schwärmt er. Wie jedes Jahr lässt es sich der Landwirt nicht nehmen, die ersten Stangen der Saison selbst zu verzehren.
Schon seit 2009 produzieren er und seine Berufskollegen Theo Haenraets und Markus Loeven den Dom-Spargel. Der Name ist Programm, denn ihr Spargel wächst in und um Hürth-Fischenich auf Feldern mit Aussicht auf den Kölner Dom. Eine weitere Besonderheit: Die Spargelfelder haben zum Teil eine Fußbodenheizung.
Hürth: Das sonnige Wetter spielte den Spargelbauern in die Karten
„Wir nutzen die Abwärme der nahen Industrie“, erklärt Thomas. Diese Wärme von unten und die durch die Sonneneinstrahlung im doppelten Folientunnel eingefangene Wärme von oben kitzele den Spargel im beginnenden Frühjahr wach. „Dabei hat ihm aber auch das sonnige Wetter der vergangenen Tage ganz schön in die Hände gespielt“, sagt Thomas.
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Um einem Überangebot an Spargel entgegenzuwirken, haben auch die Domhöfe ihre Spargelanbaufläche in den vergangenen Jahren reduziert. „Wir haben etwa 20 Prozent unserer Anbaufläche auslaufen lassen“, berichtet Thomas. Das hat dazu beigetragen, die Preise auch in der Hauptsaison stabil zu halten. „Inzwischen haben sich auch viele Landwirte mit verschiedenen Foliensystemen auf eine möglichst frühe Ernte konzentriert“, berichtet Thomas.
Hohe Stromkosten belasten die Spargelbauern
Täglich, zunächst allerdings nur vormittags, sind seine Mitarbeiter jetzt in den Anlagen tätig, um die Stangen zu stechen. „Der Spargel reagiert unmittelbar auf Wärme“, berichtet Thomas. Je intensiver die Sonne scheine, desto besser wachse er. Weniger die Kälte als das für die kommenden Tage angekündigte trübe Wetter könne das Wachstum der Stangen noch ein wenig ausbremsen. „Das gilt aber in erster Linie für die Anlagen, die keine Fußbodenheizung haben“, so der Landwirt.
Allerdings hat die Wärme ihren Preis. „Die hohen Energiekosten machen auch uns ganz schön zu schaffen“, erklärt Thomas. Dabei schlage nicht der Preis für die Abwärme, sondern der für die Pumpen benötigte Strom zu Buche, der aktuell bis zu zehnmal so viel koste wie vor der Energiekrise.
„Um Kosten zu sparen und damit der Spargel für die Kunden bezahlbar bleibt, reduzieren wir aktuell morgens zwischen 6 und 10 Uhr die Pumpleistung“, erklärt Thomas. Dann sei der Strom nämlich am teuersten. „Ich möchte mir ansonsten gar nicht vorstellen, das Kilogramm Spargel für über 20 Euro anbieten zu müssen“, erklärt der Landwirt.
Aktuell wird der Dom-Spargel vor allen Dingen an den in markantem Rot gestrichenen Verkaufsständen angeboten, unter anderem direkt in Fischenich. „Unser Ziel ist es, zum Osterfest auch die regionalen Lebensmittelgeschäfte beliefern zu können“, so Thomas. Und es freue ihn, sagen zu können, dass die Preise für den Dom-Spargel an seinen Verkaufsbuden auch zum Osterfest zwischen 12 und 19,90 Euro liegen werden.
Auf dem Spargelhof Nagelschmitz in Bedburg-Pütz wird ebenfalls schon Spargel gestochen, der Verkauf beginnt in der Woche vor Ostern. Noch vor Ostern beginnt auch in Erftstadt-Konradsheim auf dem Erdbeer- und Spargelhof von Michael Schumacher die Spargelernte.

