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„Die gute Seele“Warum sich Julia Krüger in der kirchlichen Jugendarbeit in Hürth einsetzt

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Das Foto zeigt Julia Krüger mit einer Inventarliste im Materialkeller.

Den Überblick hat Julia Krüger auch im Materialkeller von St. Mariä Geburt in Efferen. Dort lagert vieles, was man für die Jugendarbeit braucht.

Seit Jahren begleitet die Studentin Wochenend- sowie Ferienfahrten und gestaltet den Instagram-Auftritt ihrer Gemeinde. Was sie dabei antreibt.

Ein Wochenende unterwegs, Gespräche bis spät in die Nacht, gemeinsames Singen, Beten und Diskutieren über Gott und die Welt – solche Momente möchte Julia Krüger für junge Menschen schaffen. Seit vielen Jahren engagiert sich die 25-jährige Studentin aus Efferen in der kirchlichen Jugendarbeit – vor allem für das „K-Projekt“, ein ökumenisches Freizeit- und Glaubensangebot der katholischen und evangelischen Kirche in Hürth. Sie wirkt an der Planung und Organisation der mehrtägigen Wochenendfahrten mit und begleitet jedes Jahr vier bis fünf solcher Touren.

Wer sich in der kirchlichen Jugendarbeit engagiert, ist häufig schon in jungen Jahren in der Gemeinde aktiv gewesen. Bei Julia Krüger war das anders. Sie war weder Messdienerin noch bei den Pfadfindern. „Ich bin zur Kommunion und zur Firmung gegangen“, sagt die Katholikin. „Aber mein Glaube hat sich eigentlich erst so mit 18, 19 oder 20 Jahren entwickelt.“ Dazu haben ihr Ehrenamt und der darüber entstandene Kontakt zur Kirche beigetragen. „Das möchte ich mit meinem Einsatz in der Jugendarbeit weitergeben.“

Hürth: Spaß und Raum für geistliche und gesellschaftliche Themen

Ihr Einstieg war das K-Projekt. „Die Pastoralreferenten Alexander Daun und Wigbert Spinrath von der katholischen Gemeinde haben mich im Religionskurs in der Schule angesprochen und gefragt, ob ich mitmachen möchte“, berichtet Julia Krüger. Sie sei sofort begeistert von dem Angebot gewesen, das sich an Jugendliche von der sechsten bis zur zehnten Klasse richtet.

„Uns geht es darum, gemeinsam viel Spaß zu haben, den Jugendlichen aber auch den Raum dafür zu geben, geistliche und gesellschaftliche Themen anzusprechen“, erklärt die Studentin. „Wir reden über Themen wie Umwelt, Freundschaft und Familie und betrachten sie aus einer anderen Perspektive als in der Schule.“

Seit 2016 gibt es das K-Projekt in Hürth, lediglich während der Corona-Pandemie mussten die Fahrten aussetzen. Julia Krüger ist seit 2019 dabei und hat inzwischen 18 Fahrten mitorganisiert und begleitet. Bis zu 60 Kinder und Jugendliche nehmen jedes Mal teil.

Wir wollen vor allem zeigen, dass wir eine lebendige Gemeinde sind
Julia Krüger über den Instagram-Auftritt

Inzwischen engagiert sich Julia Krüger auch in einer ökumenischen Arbeitsgruppe, die weitere Jugendprojekte wie die gemeinsame Osternacht oder spirituelle Nachtwanderungen koordiniert, und spricht dort für die Ehrenamtlichen. Seit zwei Jahren ist sie auch in der Hürther Kolping-Jugend aktiv und begleitet Ferienfreizeiten. „Ich bin da so reingerutscht“, sagt sie lachend. Im Begleiterteam sei kurzfristig jemand ausgefallen. „Da hieß es dann: Frag doch mal die Julia.“ Und sie sagte zu.

„Ich habe aber nicht so lange frei bekommen“, berichtet Julia Krüger, die neben dem VWL-Studium in Düsseldorf als Werksstudentin für ein Marktforschungsinstitut arbeitet. „Also habe ich meinen Laptop mit in die Jugendherberge genommen.“ Neun Fahrten standen und stehen allein von März bis Ende November dieses Jahres auf ihrem Programm.

Hürth: Studentin gestaltet den Instagram-Auftritt ihrer Gemeinde

Aber auch, wenn sie gerade nicht mit einer Jugendgruppe unterwegs ist, ist Julia Krüger für die Gemeinde aktiv – vor allem in der Öffentlichkeitsarbeit. Sie kennt sich mit den sozialen Medien aus und erstellte regelmäßig Beiträge für Instagram. Sie überlegt, wie Themen aus dem kirchlichen Leben so aufbereitet werden können, dass sie gerade junge Leute ansprechen. Inzwischen zählt der Instagram-Kanal der Gemeinde 1400 Follower – Tendenz steigend. „Wir wollen vor allem zeigen, dass wir eine lebendige Gemeinde sind.“

Darüber hinaus hält die Hobbyfotografin viele kirchliche Ereignisse im Bild fest. Besonders am Herzen liegen ihr Fotos von den Firmlingen bei den Firmgottesdiensten. „Von meiner Firmung gibt es leider keine Fotos“, bedauert Julia Krüger. „Ich weiß aber, dass das für viele Jugendliche ein wichtiger Moment ist.“

Wie viele Stunden sie für ihre Ehrenämter in der Kirche aufbringt – dazu gehört auch die Verwaltung des Materialkellers in der Kirche St. Mariä Geburt in Efferen –, hat Julia Krüger nie zusammengerechnet. „Das ist schon manchmal nicht so einfach, alles unter einen Hut zu bekommen, was mir wichtig ist“, gibt Julia Krüger zu. „Familie und Freunde sollen auch nicht zu kurz kommen. Aber ich bin ja zu nichts verpflichtet.“

Ihr Engagement bedeute nicht, dass sie mit allem einverstanden sei, was in der Kirche geschehe. „Das muss aber gar nicht sein, das versuche ich auch den Jugendlichen zu vermitteln.“ Sie setze sich für die Gemeinde vor Ort in Hürth ein. „Und hier läuft schon verdammt viel richtig gut.“