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Hürther BürgerhausMozarts Requiem im Bürgerhaus: Öffentliche Generalprobe in Hürth

Bei freiem Eintritt kamen so viele Musikfreunde, dass die Galerie öffnen musste. Chor und Kammerphilharmonie probten unter Christian Letschert-Larsson für die Philharmonie.

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Gut besucht war die Generalprobe des Concert-Chors Concordia und der Kammerphilharmonie Rhein-Erft.

Eine Panne bei der Generalprobe soll ja ein gutes Omen für die folgende Aufführung sein. Insofern konnte nichts schiefgehen beim Konzert, das der Concert-Chor Concordia Hürth und die Kammerphilharmonie Rhein-Erft am Sonntag in der Kölner Philharmonie gegeben haben.

Volles Haus

Der Römersaal im Hürther Bürgerhaus war bei der Generalprobe am Samstag so gut gefüllt, dass sogar der Zugang zur Galerie geöffnet werden musste, damit alle einen Stuhl bekamen. Die Sängerinnen und Sänger hatten ihre Plätze auf und vor der Bühne eingenommen, das Orchester saß einsatzbereit. Eigentlich hätte es losgehen können. Wenn nicht noch zwei der Solisten gefehlt hätten. Humorvoll erklärte Christian Letschert-Larsson, der beide Ensembles leitet und auch die Aufführung dirigierte, das Problem.

Warmherziger Applaus

Bisher hatte die Generalprobe immer im Knapsacker Feierabendhaus stattgefunden. Und dorthin waren denn auch die beiden fehlenden Vokalisten gefahren. Einer kam dann zügig, während Annabelle Heinen noch einen Parkplatz suchte. An einem Samstagnachmittag ist das rund ums Bürgerhaus durchaus herausfordernd. Als sie schließlich schnellen Schrittes eintraf, empfing das Publikum sie mit warmherzigem Applaus. „Erstmal durchatmen“, empfahl eine mitfühlende Dame. Doch die Sopranistin ist Profi, sie war sofort einsatzbereit und lieferte eine überzeugende Leistung ab.

Mozarts Requiem als Programm

Für sein großes Konzert, das er seit Jahren in der Philharmonie gibt, hatte der Concert-Chor Concordia Mozarts Requiem d-Moll KV 626 einstudiert. Kein Wunder, dass so viele Musikfreunde sich die Gelegenheit nicht entgehen ließen, dieses Werk, das vor allem zum Jahresende auf vielen Spielplänen steht, anzuhören. Eintritt mussten sie nicht zahlen, Spenden waren aber willkommen.

Mozart hat das Requiem, das seine letzte Komposition werden sollte, nie vollendet. Das blieb seinem Schüler Franz Xaver Süssmayr überlassen. Das Kölner Konzert eröffnete die Kammerphilharmonie Rhein-Erft mit der Sinfonie Es-Dur KV 543, die allerdings bei der Generalprobe nicht zu hören war.

Die Solisten setzten Glanzpunkte.

Ein bisschen ungewohnt war es schon, die Chormitglieder nicht wie beim „richtigen“ Auftritt in schwarzer Kleidung zu sehen. Zudem war das Publikum dicht an das Orchester herangerückt. Vermutlich war es dieser Tatsache geschuldet, dass die Instrumentalisten die Sängerinnen und Sänger klanglich etwas in den Hintergrund treten ließen. Dabei hatte Christian Letschert-Larsson eingangs das Orchester gebeten, mit zurückgenommener Lautstärke zu spielen.

Die Solisten setzen Glanzpunkte

Schade, denn die Leistung des Chores war hörenswert. Solisten waren Lucas Singer (Bass), Felix Läpple (Tenor), Sibylla Maria Löbbert (Alt) und eben Annabelle Heinen. „Sie habe ich schon als Kind gekannt“, erzählte eine Seniorin, die eigens aus Bergheim zur Generalprobe gekommen war. Ihre eigenen Kinder hätten Unterricht bei Annabelle Heinens Vater gehabt. Er war Komponist und Gründer der Kerpener Musik- und Malschule Heinen. Die vier Solisten setzten klangliche Glanzpunkte in dem Werk, das immer wieder mit seinen Stimmungswechseln fasziniert.

Der Dirigent und seine Ensembles

Christian Letschert-Larsson hat die künstlerische Leitung des traditionsreichen Concert-Chors 2001 übernommen, 2004 hat er mit der Kammerphilharmonie Rhein-Erft sein eigenes Orchester gegründet, in dem professionelle Musiker spielen. Engagiert führte er die beiden Ensembles durch die anspruchsvolle Partitur. Und zeigte sich am Schluss auch weitgehend zufrieden mit dem, was dem Publikum geboten worden war. Es müsse nur noch an wenigen Stellen ein bisschen nachgebessert werden, sagte er und lud das Publikum ein, sich auch den Feinschliff noch anzuhören.

Ein runder Abschluss

Doch die meisten wollten den runden Musikgenuss einfach nachklingen lassen. Und vielleicht hatte der eine oder andere doch noch Karten für das Konzert am nächsten Morgen gekauft. Die Fahrt nach Köln hätte sich jedenfalls gelohnt. (uj)