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Früherer Kerpener StadtverordneterVom Politiker zum Priester

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Lars Spohr empfängt Ende Juni im Kölner Dom die Weihe zum Priester.

Kerpen-Horrem – In wenigen Tagen ist es so weit. Am Sonntag, 27. Juni, wird Lars Spohr im Kölner Dom zum Priester geweiht. „Das ist ein Moment, auf den ich die vergangenen Jahre hingearbeitet habe“, berichtet der 38-jährige Horremer.

Ein besonderes Ereignis, das ihn veranlasst habe, Theologie zu studieren, habe es in seinem Leben dabei eigentlich nicht gegeben. Es sei vielmehr ein langer Prozess gewesen, berichtet der Mann, der von 2006 bis 2009 auch für die CDU im Kerpener Stadtrat saß.

Ein erster Impuls ist wohl von seinen Urgroßeltern in Quadrath-Ichendorf ausgegangen, mit denen er als Kind immer in die Kirche gegangen ist. Später seien Glaubensfragen etwas in den Hintergrund getreten. Er sei als Jugendlicher beispielsweise nicht gefirmt worden und sei auch nie Messdiener gewesen, erinnert sich Spohr.

So hat er dann auch erstmal angefangen, die Fächer Deutsch und Geschichte für das Lehramt zu studieren. In guter Erinnerung habe er auch seinen Wehrdienst, den er bei den Feldjägern in Schleswig-Holstein absolvierte. Eine ähnlich gute Kameradschaft habe er erst später wieder im Theologenkonvikt Collegium Albertinum im Bonn erlebt, berichtet Spohr.

Mitten im Lehramtsstudium – da hatte er Theologie schon als weiteres Fach dazu gewählt – habe er dann gemerkt, dass noch etwas in seinem Leben fehle, eine Entscheidung noch anstehe. Ein erhellender Moment sei die Lektüre der Tragikomödie „Der Hauptmann von Köpenick“ gewesen, die ihm während seines Deutschstudiums begegnet sei. Der Protagonist Wilhelm Voigt sagt da nämlich: „...und dann stehste vor Jott dem Vater, der alles jeweckt hat, vor dem stehste denn, un der fragt dir ins Jesichte: Schuster Willem Voigt, wat haste jemacht mit dein' Leben.“ Da sei ihm klar geworden, dass er Priester werden müsse.

Nach der Weihe nach Bergisch Gladbach

Nach dem ersten Staatsexamen habe er sich im Bonner Theologenkonvikt beworben. Für Spohr stand fest: „Wenn ich da angenommen werde, dann ist das ein Wink des Schicksals.“

Es klappte tatsächlich. Fünf Jahre studierte er, legte ein Auslandsjahr in Wien ein. „Wien ist eine wunderbare Stadt, in der die Geschichte lebendig wird. Ich fahre immer wieder gern hin.“ Im Mai 2013 wurde er zum Diakon geweiht, ist derzeit in seiner Praktikumsgemeinde in Bergisch Gladbach tätig. Dort wird er auch nach der Priesterweihe arbeiten. Dann kommen acht Jahre als Kaplan. Erst dann darf er als Priester eine eigene Gemeinde übernehmen.

„Ich kann mir aber auch vorstellen, später mal als Bundeswehrseelsorger zu arbeiten“, sagt er. Ein Praktikum im Fliegerhorst in Köln-Wahn habe er bereits absolviert. „Wenn Auslandseinsätze nötig sind, gehe ich mit.“

So, wie er seine Bundeswehrzeit nicht missen möchte, ist er auch dankbar für die Eindrücke, die er während seiner Zeit als CDU-Ratsherr sammeln konnte. Kommunizieren, auf Menschen zugehen – das habe er während seiner Tätigkeit als Lokalpolitiker gelernt.

Jetzt freut sich der passionierte Läufer, der in seiner Freizeit auch gern mit Freunden essen und ins Kino geht, auf die Weihe und auf die zwei Tage später stattfindende Heimatprimiz.

Die feiert er gemeinsam mit den Gläubigen in der Horremer Christus-König-Kirche. Der Primizkelch kommt übrigens aus Wien, das Messgewand aus der Abtei Maria Frieden in der Eifel. Das wird er bei seiner ersten, selbst durchgeführten Eucharistiefeier tragen. Und später auch immer wieder.