Die Stimmung der Unternehmen im Rhein-Erft-Kreis spiegelt weiterhin Probleme in der Wirtschaft wider. Wie aus der neuesten IHK‑Konjunkturumfrage hervorgeht, sind die Betriebe in Teilaspekten aber in besserer Erwartung als in der Vorumfrage im Frühjahr.
Geschäftserwartungen und Investitionen im Kreis
So gaben 17 Prozent der Unternehmen an, eine bessere Geschäftsentwicklung zu erwarten (Vorumfrage: 10 Prozent), 25 Prozent erwarteten eine schlechtere Entwicklung (zuvor 33 Prozent). Wie im Frühjahr bewerteten 17 Prozent der Unternehmen die Geschäftslage als gut, 33 Prozent als schlecht (zuvor 31 Prozent). Während 27 Prozent angaben, höhere Investitionen zu beabsichtigen (zuvor 26 Prozent), planen 33 Prozent geringere Investitionen (zuvor 38 Prozent).
Weniger Stellen erwartet
Eine deutliche Verschlechterung gibt es bei den Beschäftigungsaussichten. 32 Prozent der Unternehmen planen mit einem geringeren Personalstand (Vorumfrage: 19 Prozent).
Nur noch 8 Prozent planen mit mehr Beschäftigten (zuvor 11 Prozent).
Energiekosten als größtes Risiko
Als größte Risiken für ihre wirtschaftliche Entwicklung sehen die Unternehmen im Kreis vor allem hohe Energiekosten (75 Prozent), die Inlandsnachfrage (49 Prozent) sowie die Arbeitskosten (48 Prozent).
Lage im gesamten Kammerbezirk
Die Lage im gesamten Kammerbezirk der IHK Köln, zu dem auch Köln, Leverkusen, der Rheinisch-Bergische Kreis und der Oberbergische Kreis gehören, zeigt in Aspekten Verbesserungen. Von Entwarnung könne jedoch keine Rede sein, so die IHK Köln.
Zwar sei der Konjunkturklimaindikator von 85,2 auf 91,3 Punkte gestiegen. Er bleibe damit aber zum zehnten Mal in Folge unter 100 Punkten, also der Schwelle, ab der die Wirtschaft wieder wächst. Die positiven Impulse würden bislang vor allem von einzelnen Branchen ausgehen.
Die IT-Branche profitiere vom anhaltenden KI-Boom und der Maschinenbau von steigenden Verteidigungsausgaben. Eine wirtschaftliche Erholung in der Breite bleibe allerdings aus. Es brauche schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren, wettbewerbsfähige Energiepreise, geringere Steuerbelastungen und verlässliche Rahmenbedingungen, um private Investitionen anzuregen.
Forderungen der IHK an die Politik
„Die Befragungsergebnisse sind kein Anlass für Entwarnung oder für ein Nachlassen bei den politischen Reformen“, so Uwe Vetterlein, Hauptgeschäftsführer der IHK Köln.
Zu einer echten Erholung sei der Weg noch weit. „Die Unternehmen brauchen niedrigere Energiekosten, niedrigere Arbeitskosten und vor allem einen wirksamen Bürokratieabbau, der sie wieder handlungsfähiger macht. Und zwar jetzt!“
So wurde die Umfrage durchgeführt
Die IHK Köln befragt drei Mal im Jahr die Unternehmen ihres Bezirks zur wirtschaftlichen Lage und zu ihren Erwartungen. Die Herbstumfrage 2026 lief vom 7. September bis zum 2. Oktober. Rund 2.300 Unternehmen wurden angeschrieben, 464 Antworten wurden ausgewertet. Aus dem Rhein-Erft-Kreis beteiligten sich 67 Unternehmen. (rag)

