Nach der Vollsperrung der Bonner Nordbrücke fordert die Wirtschaft einen schnellen Neubau und warnt vor Chaos und hohen Kosten.
Wirtschaft fordert TempoNeubau der A565-Brücke soll in vier bis fünf Jahren stehen

Die Bonner Brücke im Verlauf der Autobahn 565 zählt zu den wichtigsten Verkehrsachsen der Region.
Copyright: Benjamin Westhoff/dpa
Infolge der unvorhergesehenen kompletten Schließung der Nordbrücke in Bonn, die Teil der A565 ist, verlangt die Wirtschaft der Region einen zügigen Neubau. Der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg, Hubertus Hille, äußerte im „Morgenecho“ von WDR 5 seine Bedenken: „Es ist vollkommen unakzeptabel, wenn so eine wichtige Schlagader erst nach 12 bis 15 Jahren wieder neu gebaut wird.“
Bislang seien derartige Zeitspannen für den Neubau von Brücken üblich gewesen. „Das geht so nicht“, konstatierte Hille. Von der Autobahn GmbH und dem Bundesverkehrsministerium verlangte er die Gewährleistung, dass die für das Gebiet zentrale Ost-West-Achse binnen vier bis fünf Jahren erneut komplett befahrbar ist.
Kölner Handwerkskammer drängt auf beschleunigtes Verfahren
Die Notwendigkeit schnellen Handelns unterstrich ebenfalls Thomas Radermacher, der Präsident der Handwerkskammer zu Köln, im Gespräch mit RTL/ntv: „So lange kann man die Region hier nicht ins Verkehrschaos stellen. Also müssen wir viel, viel schneller planen und bauen.“
Dass eine zügige Umsetzung realisierbar ist, habe der Ersatzbau der Rahmede-Talbrücke bewiesen. Gemäß der ursprünglichen Zeitplanung war der Baubeginn für die neue Nordbrücke, die schon in der Vergangenheit wegen vieler Mängel bekannt war, nicht vor den 2030er-Jahren vorgesehen.
Wirtschaftliche Folgen für Betriebe und Verbraucher
Hille hob hervor, dass die seit Mittwochnachmittag geltende Vollsperrung eine immense Belastung darstelle, nicht nur für Firmen, sondern ebenso für eine große Zahl von Bürgern. Das Bauwerk sei nunmehr für jeglichen Verkehr gesperrt, was neben Pkw und Lkw auch Radfahrer und Fußgänger einschließe. „Keine Maus darf mehr über diese Brücke“, so Hille.
Die beiden Repräsentanten der Wirtschaft machten deutlich, dass Betriebe die Mehrkosten, die durch die notwendigen Umfahrungen anfallen, schlussendlich auf die Verbraucher umlegen werden.
Eine jährliche finanzielle Mehrbelastung von 192.000 Euro für einen typischen Betrieb mit zehn Angestellten würde sich ergeben, falls jeder Beschäftigte pro Tag eine Stunde im Verkehrsstau verbringt, wie Radermacher kalkulierte. „Das sind keine kleinen Summen, über die wir hier reden, sondern das ist richtig wirtschaftlicher Verlust.“ Hille bekräftigte ebenfalls: „In jedem Fall ist das eine Sache, die auch der Kunde am Ende bezahlen muss.“ (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.