Die Lage der Wirtschaft ist laut der jüngsten Umfrage der IHK Köln in Leverkusen und Rhein-Berg zwar etwas besser, aber der Ausblick bleibt weiter negativ.
KonjunkturWirtschaftliche Lage und Ausblick sind in Leverkusen etwas weniger schlecht

Alexander Felsch, der neue Leiter der IHK-Geschäftsstelle, und Andreas Zieger (v.r.) stellten die Konjunkturumfrage der Kammer vor.
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Direkt gegenüber der Geschäftsstelle der Industrie- und Handelskammer (IHK) Köln auf der Opladener Schusterinsel baut die Discounter-Kette Lidl eine große neue Filiale. Für den Herbst ist die Neueröffnung angekündigt und Personal sucht der Discounter auch. Doch diese Einzelhandelsinvestition muss die Ausnahme von der Regel sein, denn laut dem Konjunkturbericht der IHK für das Frühjahr 2026 tut sich der Einzelhandel als Branche wirtschaftlich genauso schwer wie fast alle anderen Branchen auch.
Über den gesamten Kammerbezirk hinweg wird die aktuelle Lage des jeweiligen Unternehmens zum sechsten Mal in Folge schlechter eingeschätzt. „Ein Drittel der Unternehmen rechnen sogar mit einer weiteren Verschlechterung“, sagte Alexander Felsch, seit März Leiter der IHK-Geschäftsstelle auf der Opladener Schusterinsel, bei der Vorstellung des Berichts, in den regelmäßig die Angaben von etwa 600 Unternehmen einfließen.
Leichte Besserung in Leverkusen
Leverkusen und der Rheinisch-Bergische Kreis heben sich da insgesamt nur wenig positiv vom Gesamtbild ab. In Leverkusen beurteilen im Frühjahr immerhin 28 Prozent der befragten Unternehmen ihre Lage als gut, das sind 14 Punkte mehr als bei der Herbstumfrage 2025. Im gesamten Gebiet der IHK liegt dieser Wert nur bei 21 Prozent. 40 Prozent sehen keine Veränderung ihrer Lage (Gesamt-IHK: 49 Prozent), aber fast ein Drittel (32 Prozent, Gesamt-IHK: 29 Prozent) eine Verschlechterung.
Da aber die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung nur bei zwölf Prozent der befragten Firmen in der Stadt positiv sind, bei 60 Prozent aber gleichbleibend und bei 28 Prozent schlechter, folgt daraus fast zwangsläufig, dass der Anteil der Unternehmen, die in größerem Maß investieren wollen, laut Umfrage mit 27 Prozent recht niedrig bleibt und auch nur 16 Prozent der Befragten vorhaben, zusätzliches Personal einzustellen.
Auch im Rheinisch-Bergischen Kreis ist zwar der Anteil der Firmen größer geworden, der seine Lage als gut oder besser als zuletzt bezeichnet (24 Prozent im Vergleich zu 19 Prozent bei der letzten Umfrage). Weiterhin sind es aber auch im Kreis 47 Prozent die eine lediglich gleichbleibende Lage konstatieren und 29 Prozent, deren Lage sich verschlechtert hat. Und auch in Rhein-Berg blicken lediglich 16 Prozent der Unternehmen optimistisch in die Zukunft (im Vergleich zu zehn Prozent in der Herbstumfrage).
Die Energie- und Rohstoffpreise und die Inlandsnachfrage sehen die befragten Unternehmen sowohl in Leverkusen als auch in Rhein-Berg als Hauptrisiken für ihre Entwicklung an. Eine der Kernforderungen der IHK bezieht sich denn auch darauf. „Unser Wunsch ist es, dass es beim Strompreis zu einer deutlichen Absenkung für alle Unternehmen kommt“, so Felsch. Zweites Thema ist laut Felsch der Bürokratieabbau: „Die chemische Industrie hat sehr komplexe Planungs- und Genehmigungsverfahren zu durchlaufen. Die dauern länger als in anderen wichtigen Chemieregionen der Welt.“
