Künftig können Fahrgäste Tickets nur noch digital oder mit Bankkarte über Validatoren im Fahrzeug kaufen.
NeuausrichtungBonn will alle Ticketautomaten aus Bussen und Bahnen entfernen

Eine Stadtbahn fährt in Bonn über die Kennedybrücke.
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In den Bussen und Bahnen der Bonner Stadtwerke (SWB) sollen alle Ticketautomaten aus ihren Bussen und Bahnen entfernt werden. Wer künftig im Fahrzeug ein Ticket kaufen möchte, kann das nur noch per Bankkarte, Guthabenkarte oder Smartphone tun – Bargeld wird im Fahrzeug nicht mehr akzeptiert. Der Bonner Stadtrat soll am 9. Juli 2026 darüber abstimmen. Bei der KVB wurde ein vergleichbares Projekt bereits Ende 2025 angestoßen.
Konkret sieht die Beschlussvorlage des Oberbürgermeisters vor, die bestehenden Ticketautomaten durch sogenannte Validatoren zu ersetzen. An diesen Geräten lassen sich Tickets per Bankkarte oder über digitale Endgeräte kaufen und entwerten – Papierfahrscheine werden nicht mehr gedruckt. Wer auf Bargeld angewiesen ist, kann Tickets weiterhin im SWB ServiceCenter, in privaten Vorverkaufsstellen wie Kiosken sowie an Automaten an Bahnhaltepunkten erwerben, wie die Stadt Bonn in der Vorlage mitteilt.
Deutschlandticket und neuer Rheinlandtarif als Treiber
Als Begründung nennt die Verwaltung den anhaltenden Rückgang des sogenannten Bartarifs – also des Kaufs von Einzelfahrscheinen, Vierertickets oder 24-Stunden-Tickets. Dieser Trend habe sich seit Einführung des Deutschlandtickets deutlich beschleunigt. Zum 1. Juni 2026 wurden zudem die Tarife des VRS und des Aachener Verkehrsverbundes (AVV) zum neuen „Rheinlandtarif" zusammengeführt, was nach Einschätzung der SWBV zu einer weiteren Abnahme des Bartarif-Anteils führen wird.
Fahrgäste ohne Abonnement sollen schrittweise auf das digitale System „eezy.NRW" wechseln. Dabei wird der Fahrpreis auf Basis der Luftlinie zwischen Start und Ziel berechnet und ausschließlich über das Smartphone abgerechnet. Die SWB haben nach eigenen Angaben ihre digitalen Vertriebswege – darunter das HandyTicket über die eigene App sowie das Check-in/Check-out-System „BonnSmart" – bereits erfolgreich etabliert.
Haushaltskonsolidierung als weiteres Argument
Ein weiterer Grund für den Schritt ist die Haushaltkonsolidierung der Stadt Bonn. Da die vorhandenen Ticketautomaten in den kommenden Jahren ohnehin ausgetauscht werden müssten, sei der Umstieg auf deutlich günstigere Validatoren wirtschaftlich sinnvoll, heißt es in der Vorlage. Bundesweit sei zudem ein Trend weg vom Papierfahrschein und hin zu Check-in/Check-out-Systemen erkennbar. In Nordrhein-Westfalen werde mit Unterstützung des Verkehrsministeriums ein Hintergrundsystem aufgebaut, das Fahrtberechtigungen zwischen verschiedenen Verkehrsunternehmen prüfen und anerkennen soll.
Der Ausschuss für Mobilität und Verkehr hat die Vorlage am 30. Juni 2026 zur Empfehlung beraten. Die abschließende Entscheidung trifft der Rat am 9. Juli 2026. (red/jv)

