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Invasive ArtErneute Jagd auf Nutrias in der Bonner Rheinaue – Deutlicher Appell an Bürger

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Ein Nutria am Ufer des Rheinausees in der Bonner Rheinaue.

Ein Nutria am Ufer des Rheinausees in der Bonner Rheinaue.

Die Stadt wandte sich auch an die Bürgerinnen und Bürger, sich durch Beachtung der Regeln an der Eindämmung der Population zu beteiligen.

Die Stadt Bonn hat erneut den Auftrag zur Dezimierung der Nutria-Population in der Bonner Rheinaue gegeben. Jägerinnen und Jäger sollen im Frühling und Sommer im Einsatz sein, teilte ein Pressesprecher am Montag (11. Mai) mit. Die Nagetiere hätten sich in den vergangenen Jahren stark vermehrt und bedrohten das Ökosystem, so die Stadt zu den Gründen.

Bei systematischen Zählungen im Jahr 2025 seien mehr als 80 Tiere nachgewiesen worden. Die Stadt müsse deshalb erneut tätig werden. „Mit der Bejagung der Nutrias setzt die Stadt die gesetzliche Verpflichtung aus der EU-Verordnung und dem Bundesnaturschutzgesetz zur Eindämmung der Verbreitung invasiver Arten um“, erklärte der Pressesprecher weiter.

Nutrias siedeln sich in Bonner Rheinaue an und verursachen Schäden

Nutrias, auch Biberratten genannt, haben sich in den vergangenen Jahren in der Rheinaue in der Bonner Gronau angesiedelt. Hier können sich die Nager gut und einfach vermehren – und tun das auch. Problematisch ist dabei, dass die invasive Spezies nützliche Wasserpflanzen frisst, Muschelarten gefährdet, die geschützt werden sollen, und außerdem Baumrinde beschädigt.

Nutrias verbreiten sich in der Bonner Rheinaue und richten Schäden an.

Nutrias verbreiten sich in der Bonner Rheinaue und richten Schäden an.

Für die Errichtung ihrer Bauten durchgraben Nutrias die Uferbereiche und richten hier große Schäden an. Vermehrt sich die Population weiter, könnte sie Naturschutzgebiete wie die Siegaue oder den Hochwasserschutz im Stadtgebiet gefährden.

Stadt Bonn appelliert an Bürger: „Wird mit Bußgeld geahndet“

Bereits in den Jahren 2022 und 2023 waren Jägerinnen und Jäger am Rheinauensee im Einsatz, um die Population möglichst auf niedrigem Niveau zu halten. Für Aufregung hatte der Fund zweier Baby-Nutrias gesorgt, die erschossen aufgefunden worden waren. Die Jungtiere seien definitiv außerhalb der Vorgaben getötet worden.

Wie die Stadt betont, sollen die Nutrias nicht erschossen, sondern mit in den Rheinauen aufgestellten Fallen eingefangen werden. Zudem appellierte die Stadt an alle Gäste in der Bonner Rheinaue, sich an der Eindämmung der Nutria-Population zu beteiligen, indem sie sich an das Fütterungsverbot halten. „Das Füttern ist im Sinne des Tierschutzes nicht sinnvoll und kann mit einem Bußgeld geahndet werden“, betonte der Pressesprecher.