Die Serie sei „ein herausragendes Beispiel, wie Regionalzeitungen zu einer lebendigen Demokratie vor Ort beitragen können“, heißt es in der Begründung der Jury.
Auszeichnung„Kölner Stadt-Anzeiger“ gewinnt Deutschen Lokaljournalistenpreis 2025

Welche Ideen können unsere Stadt besser machen?
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Höchste Auszeichnung für den „Kölner Stadt-Anzeiger“: Die Serie „100 Ideen für Köln“ im Vorfeld der Kommunalwahl hat den ersten Platz des Deutschen Lokaljournalistenpreises gewonnen – einen der renommiertesten Preise für Lokaljournalismus in Deutschland. Er wird seit 1980 von der Konrad-Adenauer-Stiftung vergeben. Der Stadt-Anzeiger, der bereits mehrfach zu den Preisträgern gehörte, gewinnt damit erstmals die wichtigste Kategorie.
Die Jury lobte insbesondere den dialogischen Ansatz der Berichterstattung. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ habe „mit allen heute zur Verfügung stehenden Mitteln und auf allen Verbreitungswegen – Print, digital und über Social Media-Kanäle – das Stadtgespräch bestimmt“. Besonders gelungen sei es, der oft als schwer empfundenen Wahlberichterstattung „etwas Leichtes, Spielerisches“ zu verleihen.
Lokalchefin Kendra Stenzel freut sich über „tolle Bestätigung“
„Machen wir uns nichts vor: Kommunalpolitik und die Berichterstattung darüber können ganz schön trocken sein – und drehen sich oft eher um Probleme als um Lösungen“, sagt Kendra Stenzel, Leiterin der Kölner Lokalredaktion des „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Wir wollten die Leserinnen und Leser in dieser Stadt zum Mitgestalten anregen. Dass wir dafür den Deutschen Lokaljournalistenpreis bekommen, ist eine tolle Bestätigung dafür, dass konstruktiver Lokaljournalismus wirkt und die Kölnerinnen und Kölner sich nicht mit dem Ist-Zustand zufriedengeben, sondern die Stadt zum Besseren verändern wollen.“

Leserinnen und Leser des „Kölner Stadt-Anzeiger“ stimmten im September 2025 über die Reihenfolge der „100 Ideen für Köln“ ab.
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Chefredakteur Gerald Selch: „Die Auszeichnung freut uns sehr, weil sie einen Ansatz würdigt, den wir für zentral halten: Journalismus darf sich nicht im Beschreiben von Problemen erschöpfen. Gerade guter Lokaljournalismus sollte Menschen auch ermutigen, ihre Stadt mit Ideen und Zuversicht mitzugestalten. Dieser Preis ist die Anerkennung für eine Redaktion, die journalistische Relevanz mit Nähe zu den Menschen verbindet. Ein großes Dankeschön an alle beteiligten Kolleginnen und Kollegen."
In der jetzt preisgekrönten Serie „100 Ideen für Köln“ hatte der „Kölner Stadt-Anzeiger“ im vergangenen Jahr Leserinnen und Leser sowie Persönlichkeiten der Stadtgesellschaft aufgerufen, sich Gedanken über mögliche Verbesserungen in der Stadt zu machen. Die Redaktion wollte wissen: Wie und durch welche Projekte kann Köln schöner, lebenswerter und noch liebenswerter werden? Das Echo war überwältigend: Mehrere Tausend Menschen schickten ihre Ideen ein. Noch viel mehr stimmten darüber ab, welche der 100 Ideen sie vorn sahen.
500 Leserinnen und Leser zu Gast beim große Finale kurz vor den Kommunalwahlen
Das Finale fand kurz vor den Kommunalwahlen auf dem größten der KD-Schiffe am Rheinufer statt. Zu Gast waren 500 Leserinnen und Leser sowie elf der 13 Kölner Kandidatinnen und Kandidaten für das Oberbürgermeister-Amt. Sarah Brasack, stellvertretende Chefredakteurin des „Kölner Stadt-Anzeiger“, und Chefkorrespondent Joachim Frank führten als Moderations-Duo durch einen tiefgründigen und engagierten, kurzweiligen und humorvollen Abend. Kolleginnen und Kollegen der Lokalredaktion stellten gemeinsam mit prominenten Paten die zehn zuvor per Online-Voting ausgewählten Top-Ideen vor.
Das Publikum und die OB-Kandidaten entschieden schließlich über das finale Ranking: Ganz oben landete Eckart von Hirschhausens Schwammstadt, gefolgt von Jürgen Domians Baumbepflanzungen auf Platz zwei. Rang drei ging an Stephan Brings mit mehr Fahrradtrassen. Die Favoriten des kurz darauf zum Kölner OB gewählten Torsten Burmester waren: die Schwammstadt, ein Sonderbeauftragter für Sauberkeit und eine zentral gelegene Markthalle für Köln.
Wie es weitergeht mit den Ideen, behält die Redaktion auch in diesem Jahr im Blick. Am 19. Mai startet in Kooperation mit der Sparkasse Köln-Bonn ein neues Talkformat, bei dem einzelne Themen mit Experten und prominenten Unterstützern vor Publikum diskutiert werden.
„Die Serie des „Kölner Stadt-Anzeiger“ ist ein herausragendes Beispiel, wie Regionalzeitungen zu einer lebendigen Demokratie vor Ort beitragen und die Menschen direkt mit einbeziehen können“, heißt es weiter in der Jury-Begründung. Kommunalwahlen seien nach wie vor eine der großen Herausforderungen für Regionalzeitungen. Neue und kreative Ideen zu entwickeln, sei eine Herausforderung. „Wie es geht, zeigt der „Kölner Stadt-Anzeiger“. Die Redaktion hat einfach mal den Spieß umgedreht: Nicht die Kandidatinnen und Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt und das Parlament standen im Mittelpunkt ihrer Berichterstattung, sondern die Kölnerinnen und Kölner.“
Der Preis solle Redaktionen anspornen, die Qualität „im wichtigsten Ressort der Zeitung“ hochzuhalten, heißt es vonseiten der Konrad-Adenauer-Stiftung: „Lokaljournalisten moderieren das Gespräch vor Ort, sie dienen der Gesellschaft und der Demokratie.“ Der Bezug zum Namensgeber der Stiftung erinnere daran, dass Konrad Adenauer stets der Kommunalpolitik eng verbunden war.
