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WandbildEin Hauch von Rheinromantik in der Altstadt von Köngswinter

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Eine Gruppe von Männern und Frauen vor einem großen Bild auf einer Hausfassade.

Der Künstler Eugen Schramm (vorne) mit den Sponsoren, dem Vorstand der Bürgerstiftung Königswinter und Vize-Bürgermeister Michael Ridder (hinten M.) vor dem Wandbild.

Die Bürgerstiftung Königswinter hat ein großes Wandbild finanziert, das eine Fassade in der Altstadt schmückt. Der Künstler spricht von einer Ehre.

Es sei für ihn „wirklich eine Ehre“, den Drachenfels so groß und an so prominenter Stelle malen zu dürfen, sagte Eugen Schramm am Donnerstag. Da präsentierten die Stadt Königswinter und die Bürgerstiftung Königswinter für Jugend, Sport und Kultur das neue Wandbild, das am Wallgäßchen an einer Fassade prangt und damit ein Entree in die Altstadt aufwertet, wie Franz-Joachim Thür sagte, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung. Rund 9000 Euro hat sie für das Projekt aufgebracht.

Er habe mit seinem Bild, das im Stil der Impressionisten gehalten ist und das für die Rheinromantik steht, einen „sommerlichen Tag eingefangen“, sagte Eugen Schramm. Dabei sei weniger die Größe eine Herausforderung gewesen (das Bild ist 42 Quadratmeter groß), sondern sein Ziel, die Weichheit und das sanft pastellartige zu erreichen.

Künstler Eugen Schramm spricht von„Königswinter-Feeling“

Normalerweise arbeite er mit Sprühdosen, in diesem speziellen Fall habe er aber alles mit dem Pinsel ausgemalt und schattiert und nur die letzten Feinheiten mit der Dose nachgezeichnet. „Königswinter-Feeling“Eugen Schramm hat seine Jugend in Bonn und in Königswinter erlebt und schwärmt geradezu von der Region. Wenn man mit der Fähre über den Rhein fahre, sei es wie im Urlaub. Der Künstler spricht von einem speziellen „Königswinter-Feeling“, das er empfinde und das er mit seinem Bild transportieren wolle.

Es zeigt eine Mutter und ihre Tochter, beide mit Sonnenhut und langen Kleidern bekleidet, so, wie man sich die „Sommerfrischler“ im 19. Jahrhundert vorstellt. Sie schauen über den Rhein und ein Segelboot hinweg auf die grünen Hügel mit der Burgruine und auf Schloss Drachenburg. Wenn man genauer hinsieht, dann tuckert auch die Drachenfelsbahn durch die Landschaft. In rheinromantischen Zeiten noch mit Dampf betrieben, wie man an den qualmenden Schornsteinen erkennen kann.

Insgesamt zwei Jahre hat es gedauert von der ersten Idee bis zur Fertigstellung, berichtete Franz-Joachim Thür. Eine kleine, aber schnell überwundene Hürde: Die Macher brauchten eine Ausnahmegenehmigung von der Gestaltungssatzung, die in der Altstadt unter anderem für Fassaden strenge Vorgaben macht.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung stimmte im März dieses Jahres aber zu. Daran erinnerte dessen Vorsitzender Michael Ridder, der am Donnerstag in seiner Eigenschaft als stellvertretender Bürgermeister die Aufwertung einer bisher „wenig ansprechenden“ Stelle würdigte. Und der erneut Zweifel an der Gestaltungssatzung in der jetzigen Form äußerte, für die es in der Altstadt schon häufiger Ausnahmen geben musste und die von Immobilienbesitzern und Geschäftsleuten oft kritisiert worden ist.

Wandbild soll zu ähnlichen Aktionen in der Altstadt animieren

Er hoffe, dass das Wandbild als Beispiel für Kunst in der Altstadt Schule macht und als Anregung für andere Orte dient, sagte Franz-Joachim Thür, der mit Blick auf die Gestaltungssatzung in diesem Fall auf den Schutz der Kunstfreiheit nach Artikel 5 des Grundgesetzes verwies. Die Bürgerstiftung Königswinter für Jugend, Sport und Kultur hatte drei Künstler um Entwürfe gebeten und sich schließlich für Eugen Schramm entschieden.

Unterstützt wurde das Projekt von den Königswinterer Firmen Jacobi und Höhner, die als Sponsoren das Gerüst bereitstellten beziehungsweise die Hausfassade so vorbereiteten, das Eugen Schramm seinen Entwurf umsetzen konnte. www.eugen-schramm.de