Die Kommunalpolitik in Königswinter und Bad Honnef befasst sich weiter mit der möglichen Installation von Windrädern im Berggebiet beider Städte.
Erneuerbare EnergienWie es mit der Windenergie in Königswinter und Bad Honnef weitergehen soll

Auf der Kasseler Heide im Berggebiet von Königswinter könnten in Zukunft Windkraftanlagen installiert werden.
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Wie geht es weiter in Sachen Windenergieanlagen im Siebengebirge? Während die Kommunalpolitiker in Königswinter der Verwaltung zunächst noch Prüfaufträge bis zur nächsten Ratssitzung erteilt haben, hat der Rat in Bad Honnef in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich schon sein Einvernehmen mit der Errichtung von zwei Windenergieanlagen am Dachsberg erklärt. In der Drachenfelsstadt ist der Standort auf der Kasseler Heide stärker umstritten.
Nach der Bekanntmachung des „Sachlichen Teilplans Erneuerbare Energien“ im Gesetz- und Verordnungsblatt NRW können in Königswinter theoretisch auf einer Fläche von fast 17 Hektar Windkraftanlagen errichtet werden, und zwar auf der Kasseler Heide zwischen Vinxel, Stieldorferhohn und Heisterbacherrott. Für Bad Honnef stehen potenziell zwei Flächen von jeweils rund zwei Hektar zur Verfügung. Sie liegen im Wald am Dachsberg, östlich der Autobahn 3.
Klage der Stadt Königswinter würde Beschlüssen widersprechen
Gegen den Teilplan kann juristisch in Form eines Normenkontrollverfahrens vor dem Oberverwaltungsgericht Münster vorgegangen werden. „Das könnten Millionen machen“, sagt im Ausschuss für Stadtentwicklung Björn Seelbach (SPD), der im Hauptberuf Jurist ist. Grundsätzlich habe auch die Stadt Königswinter diese Möglichkeit, schrieb die Verwaltung in der Sitzungsvorlage für den Ausschuss.
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Der beauftragte die Stadtverwaltung denn auch, eine Normenkontrolle „intern zu prüfen und das Ergebnis dem Stadtrat in seiner nächsten Sitzung am 2. März vorzulegen“. Allerdings würde ein juristisches Vorgehen gegen den EE-Plan zum Teil bisherigen Beschlüssen des Rates beziehungsweise seiner Ausschüsse widersprechen, so der Hinweis der Verwaltung.
So hat der Rat 2021 Klimaschutz-Leitziele beschlossen, die eine Energiewende bis 2035 vorsehen. 2024 hat das Kommunalparlament die Flächen auf der Kasseler Heide mehrheitlich befürwortet. Und im Mai 2025 beschloss der Rat ein Vorreiterkonzept Klimaschutz, das die Stromversorgung der Stadt zu 100 Prozent aus erneuerbarem Strom zum Ziel hat.
Welche „kommunalen Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten im weiteren Planungsprozess“ es überhaupt noch gibt, das soll die Verwaltung nun ebenfalls bis zur Märzsitzung des Rates klären. Der Kompromissbeschluss des Ausschusses erwähnt ausdrücklich eine „finanzielle Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger“ sowie die Möglichkeiten eines „Flächenpoolings“. Durch dieses Verfahren könnten nach Einschätzung der Königswinterer Wählerinitiative die Interessen der Flächeneigentümer besser gebündelt werden und die Interessen der Bürger in den umliegenden Orten eher zum Tragen kommen.
„CDU ist nach wie vor kein Riesenfan von Windkraftanlagen auf der Kasseler Heide“
Die CDU trug den wesentlich auch von den Grünen formulierten Beschluss überwiegend mit. „Die CDU ist nach wie vor kein Riesenfan von Windkraftanlagen auf der Kasseler Heide“, betonte Stephan Unkelbach. Aber es sei natürlich richtig, intern das Ganze rechtlich zu überprüfen. In ihrer Koalitionsvereinbarung hatten die neuen Partner CDU und Grüne beim Thema Windkraft offen Meinungsverschiedenheiten eingeräumt. Den Standort Kasseler Heide lehne die CDU ab, von den Grünen werde er grundsätzlich als geeignet angesehen.
Unterdessen hat der Stadtrat in Bad Honnef mit großer Mehrheit sein Einvernehmen mit der Errichtung von zwei Windenergieanlagen am Dachsberg erteilt, teilte die Stadt mit. Die Entscheidung sei mit 36 Ja-Stimmen bei zwei Gegenstimmen der AfD-Fraktion gefallen.
In der Beratung habe die Mehrheit der Fraktionen das Vorhaben positiv bewertet und insbesondere den Beitrag der CO₂-neutralen Energiegewinnung zum Klimaschutz hervorgehoben. Gleichzeitig hätten alle Fraktionen die Bedeutung einer intensiven Kommunikation vor Beginn der Bauphase betont. Die städtische Bad Honnef AG, die das Projekt umsetzen soll, und ihr Dienstleister sollten den Dialog mit der Bürgerschaft weiter ausbauen und bestehende Fragen und Bedenken umfassend aufgreifen.
Bürgermeister Philipp Herzog laut städtischer Mitteilung: „Die Bezirksregierung hat mit dem neuen Regionalplan die Möglichkeit geschaffen, dass am Dachsberg Windenergie ,100 Prozent Made in Bad Honnef'' gewonnen werden kann.“ Es sei ganz entscheidend, dass die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig einbezogen und informiert würden.

