Rund 40 Künstlerinnen und Künstler präsentierten in der Alfred-Delp-Realschule ihre Werke. Auch Upcycling spielte eine Rolle.
Von Drecksäcken und DrahtbildernKunstmesse Mondorf in Niederkassel zeigte auch Kurioses

Marion Behrendt zeigte ihre Drecksäcke.
Copyright: Markus Peters
Marion Behrendt hatte ihre Drecksäcke sorgfältig vor sich ausgebreitet. Diese Stoffbeutel, gedacht für die Schmutzwäsche auf Reisen, waren einige der Hingucker bei der Mondorfer Kunstmesse in der Alfred-Delp-Realschule.
Behrendt gehört mit ihren Textilien zu den regelmäßigen Teilnehmern, in diesem Jahr erstmals mit Häkelarbeiten ihrer Tochter. Männliche Besucher fanden bei ihr Trost in liebevoll bestickten Frottee-Handtüchern mit Aufschriften wie „Männer kommen nicht in die Hölle. Männer heiraten“. Nicht fehlen durften auch ihre Filz-Banderolen für Toilettenpapier mit Aufdrucken wie „Backenpapier“, „Prinzenrolle“ oder „Fugenreiniger“.
Kunstmesse Mondorf: 40 Aussteller zeigen ihre abwechslungsreiche Kunst
Gut 40 Aussteller waren der Einladung des Bürgervereins Mondorf zu der gut besuchten Schau gefolgt, die recht großzügig das Terrain zwischen Kunst und Kunsthandwerk ausmaß. Es gab Malerei, Schmuck und Stoffe in diversen Varianten, die auf die Gunst spontaner Käufer spekulierten. Dazwischen verbargen sich aber auch etliche Kleinode, die man eher selten findet.
Diese Technik habe ich mir vor über 40 Jahren selbst beigebracht.
Das gilt auf jeden Fall für die Drahtmalerei von Eduard Krieger. Hierbei wird erst eine Zeichnung auf Karton oder Leinwand entworfen, anschließend werden die Linien dieser Zeichnung mit farbigen Drahtstücken abgeklebt. Gelegentlich vertieft verschiedenfarbiger Bastelsand den dreidimensionalen Eindruck, anschließend wird diese Arbeit mit einem transparenten Überzug dauerhaft fixiert: „Diese Technik habe ich mir vor über 40 Jahren selbst beigebracht“, verriet der Künstler, der auch im Messetrubel in aller Seelenruhe an seinen Werken arbeitete.
Kölner Skyline aus Skateboard: Upcycling ist in der Kunstszene großes Thema
Upcycling bleibt ein großes Thema und erstreckt sich auch auf eher ungewöhnliche Materialien. So verschafft Udo Fischer ausrangierten oder kaputten Skateboards ein zweites Leben. „Diese bestehen meist aus sieben Lagen verleimtem kanadischen Ahornholz, die jeweils unterschiedliche Farben haben.“ Fischer sägt dieses ungewöhnlich robuste Holz in jeweils einen Zentimeter große Klötze, aus denen er Kunstwerke wie die Silhouette des Kölner Doms oder die Kölner Skyline formt.

Udo Fischer verarbeitet alte Skateboards.
Copyright: Markus Peters
Auch Ringe in unterschiedlichen Dicken oder wetterfeste Flaschenöffner entstehen auf diese Weise. Durch die verschiedenen Farben der Holzschichten ist jede dieser Arbeiten ein Unikat. Doch der Künstler hat ein Nachschubproblem: Die auf hohe Belastbarkeit ausgelegte Skateboards wollen einfach nicht kaputtgehen. „Ich gehe schon in Skaterparks und hoffe, dass ich so leichter an kaputte Boards komme.“
Industrial-Look: Aufwendige Keramikarbeiten
Ein Heimspiel war die Schau für die Niederkasselerin Iris Krug. Ihre Keramikarbeiten kombinieren den rostigen Industrial-Look mit ausdrucksstarken Porträts.

Eine Keramikskulptur von Iris Krug.
Copyright: Markus Peters
Dahinter steckt vor allem viel Arbeit: „Jede Schicht muss aufwendig mit der Hand herausgearbeitet werden.“ Für den speziellen rostigen Look sorgt ein spezieller Zusatz im Ton, der diesen tatsächlich oxidieren lässt.
Ähnlich aufwendig waren die Keramiken von Sonja Denzer, leuchtende Blumenarrangements, bei denen jede Blüte mit dem Daumen geformt wird – und das durchaus auch wintertauglich für den Garten: „Allerdings nur, wenn draußen der Frost nicht zu stark wird.“

