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Gemeinde Hürtgenwald
Fünf Verletzte – Anwohner können vorerst nicht zurück

17 min

In der Gemeinde Hürtgenwald wütet ein Waldbrand. Polizei und Feuerwehr aus Köln sind am Großeinsatz beteiligt. Alle Informationen im Liveblog. 

Großalarm in Nordrhein-Westfalen: Wegen eines Waldbrandes in der Gemeinde Hürtgenwald (Kreis Düren) musste ein Ortsteil evakuiert werden. Der Ortsteil Gey, in dem gut 1800 Menschen leben, müsse „sofort evakuiert“ werden, teilte die Gemeinde in der Eifel am frühen Freitagmorgen mit. Gegen 8 Uhr war die Evakuierung abgeschlossen. Alle wichtigen Informationen zur Lage in Hürtgenwald finden Sie in unserem Liveblog.

Spontane Helfer sind ein Gamechanger bei diesem Einsatz

21.15 Uhr: Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat die Bilder der Waldbrände in Nordrhein-Westfalen als „verheerend“ bezeichnet und den Einsatz der Helfer gewürdigt. „Alle Einsatzkräfte leisten unter schwierigsten Bedingungen Herausragendes, um die Flammen zu bekämpfen, Menschen zu schützen, Schäden zu begrenzen. Zusätzlich zu Feuerwehren, Landespolizei und Bundeswehr ist die Bundespolizei mit ihrer Fliegerstaffel im Einsatz, das THW hilft bei Logistik und Einsatzkoordinierung.“ Dobrindt dankte allen Einsatzkräften für ihren „großen und engagierten Einsatz“.

20.40 Uhr: Rund 200 frische Einsatzkräfte sind am Abend im Hürtgenwald eingetroffen, um Feuerwehrleute im Waldbrandgebiet nach einem 24-Stunden-Einsatz abzulösen. Insgesamt 46 Fahrzeuge von Einheiten aus Leverkusen, dem Rheinisch-Bergischen-Kreis und dem Oberbergischen Kreis hätten sich auf den Weg gemacht, teilte die Lagedienstführung der Feuerwehr Leverkusen mit. Auch Kräfte von Hilfsorganisationen unterstützen die Feuerwehren. Die Bereitschaftskräfte sollen bis Samstagmorgen vor Ort eingesetzt werden. Auch Feuerwehren aus Coesfeld und Gelsenkirchen wurden mit insgesamt 37 Fahrzeugen und 165 Einsatzkräften zur Unterstützung in das Waldbrandgebiet verlegt.

20.18 Uhr: Florian Maul lebt schon sein ganzes Leben in Gey. Um halb vier wurde er am Freitagmorgen wie andere Anwohner der mittlerweile evakuierten Ortschaft von der Feuerwehr aus dem Schlaf gerissen. „Ich glaube, die sagten, wir sollten in 10 bis 15 Minuten raus sein“, schildert er gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger, wie er die Evakuierung erlebt hat.

19.37 Uhr: Einsatzleiter Wilfried Thelen erklärt das Feuer: „Es ist beides, eine Mischung aus Bodenfeuern und Gipfelfeuern, das sich immer wieder ausbreitet oder dann auch immer wieder in den Boden hineinläuft oder das Feuer unter den Boden weiterkriecht und wegläuft. Die spontanen Helfer sind ein Gamechanger bei diesem Einsatz. Gerade die Landwirte oder die Forstwirte. All diese Helfer, die spontan helfen mit ihren Maschinen, mit ihren Grubbern, mit ihren Ackergeräten, die helfen uns ungemein. Die Herausforderung, die wir im Moment haben, oder die Vorbereitung, die wir im Moment treffen, ist die, dass bei Dunkelheit die Helikopter nicht mehr fliegen können. Wir bereiten uns jetzt schon logistisch und personell darauf vor, Vorkehrungen zu treffen, damit wir dann das Feuer zumindest abschirmen können, damit wir ein weiteres Ausbreiten verhindern können.“

Anwohner aus Gey können vorerst nicht zurück

19.21 Uhr: Wie Landrat Ralf Nolten am frühen Abend bestätigte, hat es bislang fünf Verletzte gegeben. Eine ältere Person habe Herzprobleme bei der Evakuierung bekommen, sagte Nolten. Außerdem seien vier Einsatzkräfte leicht verletzt. Darunter seien eine Schnittverletzung und Kreislaufprobleme.

19.15 Uhr: „Wir sind zurzeit mit etwa 400 Kräften unterwegs. Je nachdem, wie sich die Wetterlage entwickelt, wie der Wind sich entwickelt, werden wir dann an den unterschiedlichen Fronten auch in der Nacht heute angreifen. Das bedeutet auch, Gey ist im Augenblick aus unserer Sicht sicher, solange eben kein entsprechender Windwechsel, kein starker Wind aufkommt. Und das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme, warum wir im Augenblick bei der Räumung bleiben“, sagte Landrat Ralf Nolten (CDU).

19:01 Uhr: Einsatzleiter Wilfried Thelen, stellvertretender Kreisbrandmeister, sagte am Abend dieser Zeitung: „Die Ortslage Gey ist evakuiert worden. Und aus Sicherheitsgründen werden wir diese in dieser Nacht auch nicht wieder beziehen lassen. Wir haben jetzt gerade unseren Bereitstellungsraum auflösen müssen, weil auch der durch die sich ändernde Wetterlage in Gefahr gerät. Das heißt, wir sortieren uns neu, sortieren die Kräfte neu und planen dann das weitere Vorgehen. Wir haben den Kräfteeinsatz bis Montagmorgen um sieben grob geplant und bewerten dann die Lage neu und müssen dann eventuell neue Kräfte anfordern.“

Einwohner des Ortsteils Straß beobachten die Entwicklung des Brandes aus der Ferne.

Einwohner des Ortsteils Straß beobachten die Entwicklung des Brandes aus der Ferne.

18.47 Uhr: Am frühen Abend befand sich das Feuer nach Angaben des Kreises Düren immer noch 150 bis 200 Meter von Gey entfernt. Die Anwohner aus Gey könnten in der Nacht nicht in ihre Häuser zurückkehren, teilte der Kreis mit. Sie sollten die Anlaufstelle aufsuchen oder bei Verwandten, Bekannten oder Freunden unterkommen.

Deutschland nur bedingt auf größere Vegetationsbrände vorbereitet

18 Uhr: Nach Einschätzung des Waldbrandexperten Ulrich Cimolino ist Deutschland nur bedingt auf größere Vegetationsbrände vorbereitet. Eine Stärke sei das flächendeckende Feuerwehrsystem. „Wir schaffen es, sehr viele Feuer klein zu halten, weil wir Feuerwehr in der Fläche haben“, sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises Waldbrand im Deutschen Feuerwehrverband (DFV) der Deutschen Presse-Agentur.

Schwierig werde es bei dynamischen Lagen: Kämen etwa Wind als treibender Faktor und die Topographie zusammen, könnten Brände schnell eskalieren. Vegetationsbrände seien anders als andere Brände, dafür brauche es geschulte Einsatzkräfte.

Defizite sieht der Experte vor allem bei der Ausbildung. Es gebe keine nennenswerten zentralen Aus- und Fortbildungsstätten, die Taktik und Technik weiterentwickelten.

NRW-Umweltminister Oliver Krischer bestürzt über das Ausmaß

17.46 Uhr: NRW-Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) hat sich bestürzt über das Ausmaß des Waldbrandes im Hürtgenwald geäußert. „Ich komme ja aus der Region hier, bin hier aufgewachsen und kenne diesen Wald. Und das ist schon bitter, wenn man das hier sieht, was der Brand alles weggefressen hat in einer Dimension, wie ich das nie mir hätte vorstellen können“, sagte Krischer der Deutschen Presse-Agentur.

Minister Oliver Krischer, (Bündnis 90/Die Grünen) Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, steht vor der Einsatzzentrale beim Waldbrand im Hürtgenwald.

Minister Oliver Krischer, (Bündnis 90/Die Grünen) Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, steht vor der Einsatzzentrale beim Waldbrand im Hürtgenwald.

„Es hat hier immer mal kleinere Waldbrände gegeben, aber das war dann maximal Gartengröße. Und das, was wir jetzt hier sehen, ist schon erschreckend.“ Beeindruckend sei, wie schnell und mit welch unglaublichem Einsatz die Feuerwehr, die Polizei, die Bundeswehr, der Forst und viele andere reagiert hätten.

Krischer sagte, man sehe, dass die Wetterextreme immer extremer würden. „Das zeigt eben, die Folgen des Klimawandels treffen uns hier mit voller Wucht.“ Nun sei auf der einen Seite wichtig, beim Klimaschutz nicht nachzulassen. Auf der anderen Seite müssten sich die Menschen aber auch darauf einstellen. „Wir müssen mit diesen anderen, viel extremeren Wetterbedingungen umgehen.“

Die Landesregierung habe schon viel in die Waldbrandbekämpfung investiert. Doch die Entwicklung sei dynamisch. „Wir erleben einen Sommer, der noch größere Herausforderungen stellt“, betonte der NRW-Umweltminister.

Polizei Köln bittet Bevölkerung um Mithilfe

17.31 Uhr: Die Polizei Köln hat inzwischen ein Hinweisportal freigeschaltet und bittet die Bevölkerung um Mithilfe bei der Brandbekämpfung. Von besonderem Interesse sind insbesondere Bild- und Videoaufnahmen aus dem Zeitraum der Brandentstehung. Sie könnten wichtige Erkenntnisse liefern und die Ermittlungsarbeit maßgeblich unterstützen.

Waldbrand in Eifel wohl größter in NRW-Historie

16.47 Uhr: Der Waldbrand im Hürtgenwald ist wohl der größte in der Geschichte von Nordrhein-Westfalen. „Wir haben hier in Hürtgenwald mit einem Ausmaß zu tun, mit dem wir so nichts zu tun hatten in Jahrzehnten“, sagte NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) bei einem Besuch der Einsatzkräfte. „Das ist einfach eine andere Hausnummer.“

Die Landesregierung gehe davon aus, dass es der größte Waldbrand in der Geschichte von NRW sei. „Wir wüssten zumindest nicht, dass es einen Waldbrand gab, der daran herangereicht hat“, sagte Gorißen. Sie gehe von einer betroffenen Mindestfläche von 200 Hektar aus. „Es wird wahrscheinlich schon einiges mehr sein, möglicherweise kratzen wir hier an der 300.“

Waldbrand im Hürtgenwald. An einer Einsatzstelle werden Hubschrauber mit Löschwasser befüllt. Das Wasser wird anschließend zur Brandbekämpfung aus der Luft eingesetzt.

Waldbrand im Hürtgenwald. An einer Einsatzstelle werden Hubschrauber mit Löschwasser befüllt. Das Wasser wird anschließend zur Brandbekämpfung aus der Luft eingesetzt.

Gorißen sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass sie schon von weitem während der Anfahrt die Rauchsäulen habe aufsteigen sehen. „Das ist so ein bisschen apokalyptisch. Es ist ein sehr beeindruckendes Bild, sehr trauriges Bild, den Wald brennen zu sehen.“ Beeindruckend sei aber auch, welch unfassbare Zahl von Menschen hier mit anpacke, um das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. „Es ist schon ein wahnsinniges Ausmaß.“ Sie appellierte an alle Bürgerinnen und Bürger, keine Wälder zu betreten, um nicht noch weitere Brände auszulösen. „Fast alle Waldbrände sind menschengemacht.“

Feuerwehr entzündet Gegenfeuer

16.26 Uhr: Mittlerweile kommt doch ein Gegenfeuer als Mittel der Brandbekämpfung zum Einsatz. Dazu werden Feuer an geeigneten Stellen entzündet, um dem größeren Brand Nahrung zu entziehen, wie Feuerwehrsprecher Peter Berndgen sagte.

Waldbrand im Hürtgenwald. Am Straßenrand legen Einsatzkräfte ein sogenanntes Gegenfeuer und setzen Vegetation kontrolliert in Brand. So soll dem eigentlichen Feuer die Nahrung entzogen werden, wenn es die Stelle erreicht.

Waldbrand im Hürtgenwald. Am Straßenrand legen Einsatzkräfte ein sogenanntes Gegenfeuer und setzen Vegetation kontrolliert in Brand. So soll dem eigentlichen Feuer die Nahrung entzogen werden, wenn es die Stelle erreicht.

Wind dreht sich – Waldbrand weiter nicht unter Kontrolle

15.49 Uhr: Die Lage beim großen Waldbrand bei Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen ist weiterhin nicht unter Kontrolle. Einer Sprecherin des Landkreises Düren zufolge konzentrierten sich die Einsatzkräfte am Freitagnachmittag weiterhin darauf, ein Übergreifen der Flammen auf den in der Nacht geräumten Ortsteil Gey zu verhindern. „Das ist jetzt das, worauf sich alle konzentrieren“, sagte sie der Nachrichtenagentur AFP. Weiterhin sei die Entwicklung in erster Linie von den Windverhältnissen abhängig.

Feuer nähert sich Gey – Gegenfeuer-Strategie offenbar verworfen

15.13 Uhr: Das Feuer ist mittlerweile nur noch 150 Meter von Hürtgenwald-Gey entfernt, das berichtet der WDR unter Bezug auf Feuerwehrangaben. Die Strategie, ein Gegenfeuer zu legen, habe man inzwischen wieder verworfen, hieß es weiter.

Der Löscheinsatz in Hürtgenwald könne noch Tage dauern, glaubt derweil Feuerwehrsprecher Peter Berndgen. „Wir haben heute sehr ungünstige Bedingungen für eine Waldbrandbekämpfung“, sagte er der dpa. Die evakuierten Anwohner könnten „auf keinen Fall“ im Laufe des Abends in ihre Wohnungen zurückkehren.

Polizei Köln weiterhin im Einsatz

14.29 Uhr: Die Kölner Polizei unterstützt die Brandbekämpfung in Hürtgenwald weiterhin mit zahlreichen Einsatzkräften - und zeigt in einem Video Eindrücke von der Lage vor Ort.

Merz dankt Einsatzkräften für Waldbrandbekämpfung

13.47 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat angesichts der Waldbrände in vielen Teilen Deutschlands den Helfern gedankt. „Ich danke allen Einsatzkräften für ihren unermüdlichen und oft bis zur Erschöpfung reichenden Einsatz“, schrieb Merz am Freitag im Portal X.

Dabei sicherte der Bundeskanzler den regionalen Rettungskräften auch die fortdauernde Unterstützung des Bundes zu. „Wo immer möglich, leisten Bundespolizei und Bundeswehr Hilfe.“ Er selbst lasse sich über die Entwicklung der Waldbrände „laufend“ unterrichten.

Einsatzkräfte legen Gegenfeuer in Gey

13.14 Uhr: Nach Angaben der Aachener Zeitung hat die Feuerwehr ein kontrolliertes Gegenfeuer am Ortsrand von Gey gezündet, um die Ausbreitung des Waldbrandes im Kreis Düren zu stoppen. So soll dem Feuer die Nahrung entzogen werden. Auch die Bundeswehr ist vor Ort. Panzer schlagen Schneisen in den Wald.

Temperaturen von mehr als 30 Grad und starke, wechselnde Winde erschweren den Einsatz. Feuerwehrsprecher Peter Berndgen spricht von einem „Red Flag Day“. Die Ursache des Waldbrandes ist bislang nicht bekannt. Bislang wurden keine Verletzten gemeldet.

Spezialfahrzeug bei Waldbrand in NRW im Einsatz

12.42 Uhr: Bei der Bekämpfung des Feuers im Hürtgenwald ist ein gerade erst in Dienst gestelltes Spezialfahrzeug des Landesbetriebs Wald und Holz im Einsatz. Der in der Region stationierte „Fire Fighter“ helfe bei den Löscharbeiten, sagte eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums.

Das Spezialfahrzeug kann sich mit 10.000 Litern Löschwasser den Weg auch durch schwieriges Gelände bahnen, wie der Landesbetrieb Wald und Holz Mitte Juli bei dessen Vorstellung demonstriert hatte. Dazu gehören auch steile Hänge. Das Löschwasser befindet sich in einem großen Tank, der auf einer Holzerntemaschine montiert ist. Die Wasserspritze ist um 360 Grad drehbar.

Ein Helikopter der Bundespolizei nimmt Wasser in Löschwasser-Außenlastbehältern zum Einsatz beim Waldbrand im Hürtgenwald auf. Mehrere Hundert Hektar Waldfläche stehen in Flammen.

Ein Helikopter der Bundespolizei nimmt Wasser in Löschwasser-Außenlastbehältern zum Einsatz beim Waldbrand im Hürtgenwald auf. Mehrere Hundert Hektar Waldfläche stehen in Flammen.

Waldbrand rückt näher an Hürtgenwald heran

12.17 Uhr: Der Eifel-Waldbrand rückt an die Gemeinde Hürtgenwald heran. Das Feuer sei näher an den Ortsteil Gey gerutscht, sagte Landrat Ralf Nolten (CDU). Nach Angaben einer Kreissprecherin sei das Feuer noch rund 150 bis 200 Meter von der Ortschaft entfernt.

Solange das Feuer nicht in die Baumkronen schlage, seien die Meterangaben allerdings noch nicht entscheidend, erläuterte Nolten. „Wir haben unten Löschzüge im Einsatz, die auch versuchen, den nassen Riegel davorzuschieben.“

Die nächsten Stunden gelten als entscheidend für den Erfolg der schwierigen Brandbekämpfung. Im NRW-Landwirtschaftsministerium lief am Vormittag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf eine Krisensitzung mit Fachleuten.

Rauch zieht in den Rhein-Sieg-Kreis

12.09 Uhr: Der Brandrauch zieht immer weitere Kreise. Die WarnApp „Nina“ wurde jetzt für den linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis ausgelöst. Es wird vor Geruchsbelästigung und Rauchniederschlag gewarnt und empfohlen, Fenster und Türen zu schließen sowie Klima- und Lüftungsanlagen auszuschalten. Auch Teilgebiete des Kreises Euskirchen sowie Erftstadt sind betroffen.

Bericht: Flammen nur noch zehn Meter von Häusern entfernt

11.29 Uhr: Nach Angaben der „Bild“ nähern sich die Flammen des Waldbrandes weiterhin dem Ortsteil Gey. Am nördlichen Rand des Wohngebietes sei das Feuer nur noch etwa zehn Meter von den inzwischen verlassenen Häusern entfernt, meldet die Boulevardzeitung. Feuerwehrleute versuchen demnach, das Übergreifen des Brandes zu verhindern.

Landrat: Lage stabilisiert sich

11.25 Uhr: Die Lage beim großen Waldbrand bei Hürtgenwald in der Eifel in Nordrhein-Westfalen stabilisiert sich nach Angaben der örtlichen Behörden. Zusätzliche Evakuierungen seien nach seiner Einschätzung „erstmal“ nicht nötig, sagte der Dürener Landrat Ralf Nolten am Freitag vor Journalisten vor Ort. Das gelte auf jeden Fall, so lange der Wind nicht auffrische. Das Brandgeschehen beschränke sich auf den am Vortag betroffenen Bereich.

Laut Nolten kommt es inzwischen vor allem darauf an, das Feuer entlang der Flanken einzudämmen und heiße Glutnester im Boden zu bekämpfen. Im zentralen Bereich des Feuers sei alles „heruntergebrannt“, sagte er. Der Einsatz werde aber noch dauern. „Wir sind noch lange nicht durch.“

Dürener sollen geschlossene Räume aufsuchen

11.08 Uhr: Die Bewohner mehrerer Stadtteile Dürens sollen wegen „Rauchgasen im südwestlichen Stadtgebiet“ sofort geschlossene Räume aufsuchen. Wegen des Brandes im Hürtgenwald komme es zu Rauchniederschlag, teilte der Kreis Düren mit. Gesundheitliche Beeinträchtigungen könnten nicht ausgeschlossen werden.

Die Aufforderung gilt für die Stadtteile Gürzenich, Derichsweiler, Rölsdorf, Birgel, Lendersdorf, Konzendorf, Echtz, Mariaweiler, Merken und Berzbuir. „Bitte begeben Sie sich in dem betroffenen Bereich sofort in geschlossene Räume“, forderte der Kreis auf.

Anwohner hilft mit Traktor: „Irgendwie die Heimat retten“

10.57 Uhr: Bei der Bekämpfung des Waldbrandes in der Gemeinde Hürtgenwald helfen auch Anwohner. „Das war Wahnsinn“, sagt der 31-jährige Patrick Koch, der für ein Tiefbauunternehmen arbeitet. „Noch nie erlebt so was. Und auch nie damit gerechnet, dass das hier direkt bei uns vor der Tür ist.“ Koch half in der Nacht, indem er mit seinem Traktor Wasser anlieferte.

Er habe überall Glutnester gesehen und „sehr viele Flammen“, berichtet Koch der Deutschen Presse-Agentur. Durch den Rauch gab es nur eingeschränkte Sicht. Alles, was man gesehen habe, seien die Rauschwaden und die lodernden Flammen gewesen. „Und dazwischen die Lichter der Traktoren und Feuerwehrautos.“

Patrick Koch, der die Feuerwehr beim Waldbrand im Hürtgenwald die ganze Nacht über mit einem Traktor mit Wasser aus einer Talsperre beliefert hat, steht auf einem Feld unweit des Waldbrandes.

Patrick Koch, der die Feuerwehr beim Waldbrand im Hürtgenwald die ganze Nacht über mit einem Traktor mit Wasser aus einer Talsperre beliefert hat, steht auf einem Feld unweit des Waldbrandes.

Seine Freundin habe zu Hause aus dem Fenster beobachten können, wie sich der Brand ausgebreitet habe. „Die hat sich natürlich Sorgen gemacht.“ Und er, wie hat er sich gefühlt? Er zuckt mit den Schultern. „Man macht einfach seine Arbeit und versucht zu helfen. Man will ja auch seine Heimat irgendwie retten.“

Betreuungsstellen für Anwohner verlegt

10.43 Uhr: Zwei Betreuungsstellen für Betroffene des Waldbrandes in Hürtgenwald werden verlegt. Es gebe eine starke Rauchentwicklung und Ascheaustrag, sagte Feuerwehrsprecher Peter Berndgen. Die bisherigen Anlaufstellen in einer Grundschule im Ortsteil Straß sowie einem nahen Sport- und Schützenheim im selben Ortsteil müssten deshalb geräumt werden, teilte der Kreis mit. Neue Anlaufstelle sei eine Förderschule in Düren. Betroffene würden dorthin gebracht.

Bundeswehr setzt Löschhubschrauber ein

10.33 Uhr: Die Bundeswehr setzt nun Löschhubschrauber gegen den Waldbrand in der Nordeifel ein. Dazu seien vormittags zunächst zwei Maschinen vom Typ NH-90 von Faßberg in Niedersachsen gestartet, sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums in Berlin.

Die Transporthubschrauber sind mit einem sogenannten Bambi Bucket bestückt, einem faltbaren Löschwasser-Außenlastbehälter für Hubschrauber. Mit jedem einzelnen Flug können damit 2000 Liter Löschwasser abgelassen werden.

Ein Helikopter der Bundespolizei landet im Bereitstellungsraum für den Waldbrand im Hürtgenwald. Mehrere Hundert Hektar Waldfläche stehen in Flammen.

Ein Helikopter der Bundespolizei landet im Bereitstellungsraum für den Waldbrand im Hürtgenwald. Mehrere Hundert Hektar Waldfläche stehen in Flammen.

NRW-Landesregierung: Wälder nicht betreten

10.31 Uhr: Angesichts des großen Waldbrandes in Hürtgenwald und weiterer Brände in Nordrhein-Westfalen ruft die Landesregierung die Menschen dazu auf, Wälder nicht zu betreten.„Brände können sich rasant schnell ausbreiten und Fluchtwege abschneiden. Zudem sind die meisten Waldbrände auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen“, erklärten die Minister für Inneres, Herbert Reul, und Landwirtschaft, Silke Gorißen (CDU), gemeinsam in Düsseldorf.

Die Landesregierung appelliert außerdem an die Bevölkerung, sich von den Bränden fernzuhalten, um die Löscharbeiten nicht zu behindern. Wer Rauch oder Feuer sieht, sollte sofort den Notruf 112 wählen.

Waldbrand nur noch 200 Meter von Gey entfernt

10.24 Uhr: Laut Angaben des WDR und der „Aachener Zeitung“ ist das Feuer nur noch 200 Meter von Gey entfernt. Das habe die Feuerwehr vor Ort bestätigt. Noch in der Nacht waren die Flammen 500 Meter von dem Dorf entfernt. Der gesamte Ort ist inzwischen evakuiert worden. Mittlerweile brennen rund 300 Hektar Wald – das entspricht in etwa 420 Fußballfeldern.

Bei Hürtgenwald (Kreis Düren) brennt der Wald.

Bei Hürtgenwald (Kreis Düren) brennt der Wald.

Hendrik Wüst dankt Einsatzkräften

10.17 Uhr: NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat den Einsatzkräften beim Waldbrand im Kreis Düren seinen Dank ausgesprochen. „Feuerwehr, Polizei und Hilfsorganisationen sind seit gestern Nachmittag im Hürtgenwald im Einsatz, viele von ihnen ohne Pause. Betroffen sind rund 1.800 Menschen im Ortsteil Gey. Den Einsatzkräften aus ganz NRW gilt mein großer Dank. Unser Land hält zusammen!“, schrieb Wüst auf der Plattform X.

„Dynamische“ Lage im Kreis Düren – Landwirte helfen

10.18 Uhr: „Die Löscharbeiten laufen auf Hochtouren“, erklärte der Landkreis in Düren. Die Situation sei „dynamisch und abhängig von der Richtung des Windes“. Für die Betroffenen wurden Anlaufstellen in einer Grundschule und einem Sportheim eingerichtet. Evakuierte sollten nur das Nötigste mitnehmen. Der Kreis richtete einen Krisenstab ein.

Löschhubschrauber holten den Behörden zufolge Wasser aus umliegenden Talsperren und aus einem großen Becken. „Landwirte helfen und besorgen Wasser“, hieß es vom Kreis. Auch Forstarbeiter seien im Brandeinsatz.

A4: Sperrung der Ausfahrten Düren und Langerwehe

10.04 Uhr: Die Ausfahrten von der A4 in den Anschlussstellen Düren und Langerwehe sind ab sofort gesperrt, das teilt die Autobahn GmbH mit. Aufgrund des Waldbrandes in der Gemeinde Hürtgenwald werden die Ausfahrten als Rettungszufahrten für die Einsatzkräfte benötigt. Sowohl die A4 zwischen Düren und Langerwehe als auch die Auffahrten auf die A4 in den Anschlussstellen Düren und Langerwehe sind weiterhin geöffnet.

Kölner Polizei unterstützt bei Waldbrand im Kreis Düren

10 Uhr: Um die Feuerwehr bei den Löscharbeiten im Kreis Düren sowie der erforderlichen Evakuierung von Ortschaften zu unterstützen, koordiniert ein Einsatzstab der Polizei Köln seit den frühen Morgenstunden (14. August) die polizeilichen Maßnahmen.

Vier NRW-Wasserwerfer mit je zehntausend Litern Fassungsvermögen seien auf dem Weg zum Einsatzort, teilte die Kölner Polizei mit. Zudem sind zwei NRW-Polizeihubschrauber mit Löschwasser-Außenlastbehältern, sogenannten Bambi Buckets, im Einsatz.

Zwei weitere Hubschrauber, einer davon von der Bundespolizei, sind demnach dem polizeilichen Einsatzleiter Michael Esser unterstellt. Für Verkehrs- und Absperrmaßnahmen stehen den Angaben zufolge zudem zwei Hundertschaften der Bereitschaftspolizei unter Leitung der Abteilungsführung der Polizei Köln zur Verfügung.

Rauch eines Waldbrandes steigt über dem Hürtgenwald auf.

Rauch eines Waldbrandes steigt über dem Hürtgenwald auf.

Feuerwehr setzt auf größere Hubschrauber

9.29 Uhr: Bei der Bekämpfung des Waldbrandes um Hürtgenwald setzt die Feuerwehr auf Hilfe aus der Luft. „Wir holen jetzt größere Hubschrauberkategorien“, sagte Peter Berndgen, Sprecher der Feuerwehr im Kreis Düren. Das seien Hubschrauber der Bundespolizei mit mehr Traglast. „Je mehr Wasser wir jetzt da reinbekommen, umso besser.“

Gleichzeitig erfolge die sogenannte mechanische Brandbekämpfung. „Wir fällen Bäume, wir bearbeiten den Boden, wir wässern den Boden. Das ist immer der klassische Ansatz dazu, Schneisen zu schlagen.“ In Hürtgenwald werde diese Arbeit allerdings dadurch erschwert, dass der Boden stark von Weltkriegsmunition belastet sei. In der Nacht war auf der Fläche bereits Munition hochgegangen, Explosionen waren zu hören, wie Berndgen weiter schilderte.

Ein Löschhubschrauber ist bei einem Waldbrand im Hürtgenwald im Einsatz.

Ein Löschhubschrauber ist bei einem Waldbrand im Hürtgenwald im Einsatz.

Kölner Feuerwehr unterstützt bei Löscharbeiten

9.01 Uhr: Zur Bekämpfung des Waldbrandes in Hürtgenwald sind auch Kölner Feuerwehrleute im Einsatz. „Über die Bezirksregierung wurde die Feuerwehr Köln um Unterstützung bei den Löscharbeiten in Hürtgenwald gebeten“, teilte die Kölner Feuerwehr am späten Donnerstagabend bei Instagram mit. „Wir haben vor wenigen Minuten eine sogenannte Bereitschaft 3 mit 35 Einsatzkräften und 8 Fahrzeugen zur Einsatzstelle entsandt.“

Auch Einsatzkräfte aus Bergheim, Leverkusen und Bonn sind zur Unterstützung im Einsatz. 

Munitionsbelastung erschwert Löscheinsatz

9.29 Uhr: Die Löscharbeiten des großen Waldbrandes in Hürtgenwald werden durch Weltkriegsmunition auf dem Gelände erschwert. „Das Gelände ist doch sehr schwierig und durch die hohe Munitionsbelastung können wir auch keine einzelnen Feuerwehrleute mit Löschrucksäcken reinschicken“, sagte Ralf Nolten (CDU), Landrat des Kreises Düren.

Flammen sind am Rand eines Waldwegs im Hürtgenwald zu sehen.

Flammen sind am Rand eines Waldwegs im Hürtgenwald zu sehen.

Bürgermeister: Hoffentlich keine weitere Evakuierung

9.05 Uhr: Vor dem Hintergrund der Evakuierung des Gemeindeteils Gey hofft Hürtgenwalds Bürgermeister Stephan Cranen, dass die Menschen aus dem benachbarten Ortsteil Großhau nicht auch in Sicherheit gebracht werden müssen. „Hoffen wir mal nicht“, sagte Cranen (parteilos) dazu am Morgen. Die Gemeinde Hürtgenwald sei von viel Wald umgeben. „Ich hatte schon immer Angst bei diesen Temperaturen, dass was passiert“, sagte Cranen weiter.

Die Menschen seien alle sehr verständig gewesen und der Aufforderung der Polizei gefolgt, ihre Häuser zu verlassen. Wer nicht gehen konnte, sei mit einem Rettungswagen abgeholt worden.

Alle Bewohner von Hürtgenwald-Gey in Sicherheit

8.37 Uhr: Die Evakuierung des Ortsteils Gey der Gemeinde Hürtgenwald ist abgeschlossen. Alle Bewohner hätten ihre Häuser und Wohnungen verlassen, teilte eine Sprecherin des Kreises Düren mit. In Gey leben rund 1.800 Menschen.

Die Warn-App Nina zeigt die höchste Warnstufe „Extreme Gefahr“ an. Nach Angaben der Gemeinde breite sich das Feuer weiter aus. Die Flammen seien nur noch weniger als 300 Meter von dem Ortsteil entfernt, sagte Bürgermeister Stephan Cranen (parteilos).

Räumungspanzer der Bundeswehr stehen im Bereitstellungsraum zum Waldbrand im Hürtgenwald.

Räumungspanzer der Bundeswehr stehen im Bereitstellungsraum zum Waldbrand im Hürtgenwald.

Inzwischen stünden rund 300 Hektar Waldfläche in Flammen, teilte der Kreis weiter mit. Seit Ausbruch des Feuers seien rund 300 Kräfte im Einsatz. Die Bundeswehr sei mit zwei Panzern vor Ort, drei Löschhubschrauber sollen den Einsatz aus der Luft unterstützen.

Hubschrauber hilft bei Waldbrand nahe Hürtgenwald

7.20 Uhr: Mindestens ein Hubschrauber soll die Feuerwehr beim Löschen des Waldbrandes nahe Hürtgenwald unterstützen. Die Hilfe sei angefordert, sagte die Sprecherin des Kreises Düren. Feuerwehrleute versuchen zu verhindern, dass die Flammen den Ort erreichen.

Bereits am Donnerstag hatte ein Hubschrauber über dem Wald Löschwasser abgeworfen, wie eine Polizeisprecherin sagte. Mit Einbruch der Dunkelheit konnte der Pilot aber nicht mehr fliegen.

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Waldbrand bei Hürtgenwald – Krisenstab einberufen

6.25 Uhr: Weil sich ein Waldbrand immer weiter auf die Gemeinde Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen zubewegt, ist der Krisenstab des Kreises Düren einberufen worden. Das sagte eine Sprecherin des Kreises der Deutschen Presse-Agentur. Der Krisenstab werde nun die aktuelle Lage und das weitere Vorgehen besprechen. Am frühen Morgen hat die Evakuierung des Ortsteils Gey begonnen, in dem gut 1.800 Menschen leben.

Großer Waldbrand in NRW ausgebrochen

5.57 Uhr: Nur wenige hundert Meter von Wohnhäusern entfernt wütet bei Hürtgenwald (Kreis Düren) ein Waldbrand. Insgesamt stehen laut der Gemeinde rund 25 Hektar in Flammen. Das entspricht einer Fläche von etwa 35 Fußballfeldern. Die Gemeinde spricht von einer „Großschadenslage“.

Wegen des Brandes warnt die Gemeinde die Bevölkerung: Menschen sollen die Bereiche Kleinhau, Gey und die L25 meiden. Die B399, die entlang des betroffenen Waldstücks verläuft, ist zudem für den Verkehr gesperrt.

Der Waldbrand breitet sich aus, bewegt sich auf den kleinen Ortsteil zu. Die Gemeinde appellierte: „Nehmen Sie nur die nötigsten persönlichen Gegenstände mit!“ Eine Anlaufstelle für die Betroffenen wurde in einer Grundschule eingerichtet. (iri/mbr/das/dpa/afp)