Ein komplizierter Transfer-Sommer für den FC: Nach Dominique Heintz könnte auch Luca Waldschmidt Köln verlassen.
FC-Abgang Nummer neun?Luca Waldschmidt im Fokus von Hannover

Oft Bankdrücker beim 1. FC Köln: Dominique Heintz (l.), Luca Waldschmidt
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Dominique Heintz hat offenbar einen neuen Klub gefunden, Luca Waldschmidt könnte der nächste Abgang beim 1. FC Köln werden. Nach Informationen der „Rheinischen Post“, die diese Zeitung bestätigen kann, steht Innenverteidiger Heintz vor einem Wechsel zu Zweitliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf. Waldschmidt wiederum wird mit Hannover 96 in Verbindung gebracht. Acht Spieler haben den FC in diesem Sommer bereits verlassen, Waldschmidt könnte Abgang Nummer neun werden. Auf einen externen Neuzugang warten die Kölner derweil weiter – bislang zog der FC lediglich drei Kaufoptionen.
Heintz verlässt den FC nach insgesamt sechs Jahren und mehr als 160 Pflichtspielen. In der vergangenen Saison war der 32-Jährige auch wegen Verletzungen nur noch auf neun Bundesliga-Einsätze gekommen und meist auch sportlich außen vor. Sein auslaufender Vertrag wurde nicht mehr verlängert. Mit dem Wechsel zur Fortuna würde Heintz zwar den überraschenden Schritt aus der ersten in die dritte Liga machen, privat aber kaum etwas verändern müssen. In Düsseldorf soll der erfahrene Abwehrspieler mithelfen, die Defensive für die Mission Wiederaufstieg zu stabilisieren.
Auch bei Waldschmidt deutet sich Bewegung an. Hannover 96 will in diesem Sommer viel Geld für den Aufstieg investieren. Konkrete Angebote gibt es nach Informationen dieser Zeitung bislang nicht. Dennoch gilt Köln als gesprächsbereit, sollte sich für den 30-Jährigen eine Perspektive auf mehr Einsatzzeit ergeben. Waldschmidts Vertrag läuft nur noch bis 2027, eine signifikante Ablöse dürfte der FC für den Angreifer daher kaum noch erzielen. In der vergangenen Bundesliga-Saison kam er lediglich auf 666 Einsatzminuten, erzielte dabei aber fünf Tore und bereitete vier weitere vor.
Ihm werden zwar Ambitionen auf einen Wechsel ins Ausland nachgesagt, privat scheint Waldschmidt derzeit aber in Deutschland fest verwurzelt. Erst kürzlich heiratete er seine Freundin Gianna. Ein wenig erfolgreiches Auslandskapitel bei Benfica Lissabon hat der Stürmer bereits hinter sich. Sollte ein Wechsel in die 2. Bundesliga für ihn grundsätzlich infrage kommen, dann wohl nur zu einem ambitionierten Klub mit klarer Perspektive. Hannover 96 würde in dieses Profil passen.
Komplizierter Kölner Transfer-Sommer
Dass der 1. FC Köln in einem komplizierten Transfer-Sommer steckt, zeigt schon die bisherige Bilanz. Nach dem bestätigten Abschied von Denis Huseinbasic am Mittwoch haben mit Florian Kainz, Heintz, Luca Kilian, Cenk Özkacar, Kristoffer Lund, Felipe Chávez und Eric Martel bereits acht Spieler den Verein verlassen. Gleichzeitig ist auf der Zugangsseite noch bemerkenswert wenig passiert.
Stattdessen investierte der Klub in den bestehenden Kader und zog die Kaufoptionen bei Tom Krauß, Jakub Kaminski und Jahmai Simpson-Pusey. Insgesamt flossen dafür fast 15 Millionen Euro. Thomas Kesslers Transferbudget soll ohne zusätzliche Verkäufe bei 20 bis 25 Millionen Euro liegen.
Wie groß der Handlungsspielraum des FC in den kommenden Wochen sein wird, hängt deshalb wesentlich von zwei Personalien ab: Said El Mala und Jakub Kaminski. Sollten einer von beiden oder sogar beide den Verein noch verlassen, könnte Köln auf dem Markt noch einmal anders agieren. Genau darin liegt aber das Dilemma: Beide Fälle sind offen, und Klarheit könnte erst spät entstehen.
Bei El Mala zählt nach Informationen dieser Zeitung Newcastle United inzwischen zu den Interessenten. Die „Magpies“ sondieren den Markt, nachdem Linksaußen Anthony Gordon den Klub verlassen hat. In Newcastle würden mit Nick Woltemade und Malick Thiaw zudem zwei weitere Deutsche spielen. Zuletzt hatten El Mala und seine Familie, die ihn berät, bereits Brentford abgesagt. Ausgeschlossen ist auch nicht, dass El Mala noch eine weitere Saison beim FC bleibt. Sein Vertrag läuft ohnehin bis 2030 – ohne Ausstiegsklausel.
Sportchef Kessler hat noch Zeit
An Kaminski wiederum soll Brighton Interesse haben. Der Premier-League-Klub hatte sich zuletzt aus dem Werben um El Mala zurückgezogen und soll nun Kaminski stärker in den Blick nehmen. Der 24-Jährige besitzt beim FC in seinem bis 2029 laufenden Vertrag eine Ausstiegsklausel über rund 20 Millionen Euro.
Das Transferfenster ist noch bis Ende August geöffnet, die WM läuft erst seit einer Woche. Folglich kann sich da noch viel und vieles überraschend schnell ändern. FC-Sportchef Thomas Kessler hat also noch Zeit. Trotzdem wäre es für den FC ein großer Vorteil, wenn bis zum Trainingsauftakt am 13. Juli oder spätestens bis zum Trainingslager in Kitzbühel ab dem 24. Juli mindestens drei oder vier Transfers umgesetzt wären.
