Said El Mala trägt nach seiner Vertragsverlängerung bis 2031 die ruhmreiche Nummer 10 beim 1. FC Köln. Wie es dem FC gelang, sein Ausnahmetalent zu halten - und was der Hauptsponsor dazu sagt.
Die Hintergründe zum El-Mala-CoupAuf dem Weg zum Kölner Volkshelden

Fan-Liebling Said El Mala
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Wer am Donnerstagabend in der Kölner Innenstadt unterwegs war, kam ständig an Said El Mala vorbei. Auf unzähligen LED-Tafeln leuchtete das Bild des Jungstars mit seiner neuen Rückennummer. „Die 13 geht, die 10 bleibt“, verkündete der 1. FC Köln, und der Stolz des Klubs war geradezu greifbar. Mit einer großangelegten Werbekampagne sendete der Bundesligist eine Nachricht an den Rest der Fußballwelt, die noch kurz zuvor kaum jemand für möglich gehalten haben dürfte. Said El Mala, das von nationalen und internationalen Topklubs gejagte Ausnahmetalent, bleibt dem 1. FC Köln auch in der kommenden Saison erhalten.
Und nicht nur das: Obendrein verlängerte der 19-Jährige sein ohnehin bis 2030 gültiges Arbeitspapier um ein weiteres Jahr. Dass die Vertragsverlängerung wie im Sommer 2025 ohne Einbau einer Ausstiegsklausel einherging, war am Ende eines langen Pokers aus Klubsicht das Sahnehäubchen auf dem Coup. Schließlich war der designierte Nationalspieler erst vor einer Woche noch auf dem Absprung gewesen. Der Wechsel zu Borussia Dortmund scheiterte allerdings, weil der Champions-League-Teilnehmer die geforderte Ablösesumme von mindestens 50 Millionen Euro nicht zusammenbekam.
Wir freuen uns sehr, dass Said seinen Weg bei unserem Verein fortsetzt. Er ist nicht nur sportlich ein herausragender Spieler, sondern auch menschlich eine große Bereicherung für unsere Mannschaft
Danach ging, wie oft in diesem Geschäft, alles ganz schnell. Nach Informationen dieser Zeitung intensivierte FC-Sportchef Thomas Kessler zu Beginn der Woche seine Bemühungen, Said El Mala noch länger an den Klub zu binden. Am Mittwochabend – die Interessensbekundung von RB Leipzig war über einen informellen Austausch nicht hinausgekommen – gelang der finale Durchbruch. Am frühen Donnerstagabend erschien Said El Mala im Beisein seiner Familie am Geißbockheim, um den neuen Vertrag zu unterschreiben. Der lässt den Teenager in neue finanzielle Dimensionen aufsteigen. Das bisherige Jahresgehalt von rund 1,2 Millionen Euro dürfte sich verdoppelt haben, El Mala ist damit neuer Topverdiener beim FC.
Auch sein zwei Jahre älterer Bruder Malek (21) ging nicht leer aus. Nach Informationen dieser Zeitung wurde der Kontrakt des Mittelstürmers aus der Kölner Regionalliga-Mannschaft an die Vertragslaufzeit seines Bruders angepasst. Damit bleibt das Familiengesetz bestehen: Die El Malas sind nur im Doppelpack zu haben. Der FC erkannte dies schon vor zwei Jahren schneller als die Konkurrenz. Es war der entscheidende Vorteil im Rennen um die beiden Offensivtalente, die im Sommer 2024 für nur 350.000 Euro Ablöse von Drittligist Viktoria Köln auf die andere Rheinseite wechselten. Zwei Jahre später ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis Said El Mala zum teuersten Verkauf in der Vereinsgeschichte des 1. FC Köln aufsteigt. In diesem Sommer allerdings, so viel steht seit Donnerstagabend fest, wird dies nicht mehr geschehen.
Ich bin einfach froh, dass wir jetzt Klarheit haben und dass Said sich auf das konzentrieren kann, was er am besten kann – das Fußballspielen
Dass auch der neue Vertrag des Kölner Torjägers keine Ausstiegsmöglichkeit enthält, ist ein weiterer Schachzug, mit dem FC-Sportchef Kessler in der Personalie El Mala zu überzeugen weiß. Kostenfrei war das nicht aus FC-Sicht. Wie zu erfahren war, sollen die Eltern zu fünf Prozent an einem Weiterverkauf ihres Sohnes partizipieren. Weitere 500.000 Euro sollen jährlich als Unterschriftsprämie fließen. Bemerkenswert ist nicht nur, dass sich der 1. FC Köln mit Said El Mala auf eine erneute Vertragsverlängerung verständigen konnte.
Mindestens genauso bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Familie El Mala im gesamten Prozess ohne die Einbindung eines Spielerberaters auskam – dabei stehen die Top-Agenten schon seit langer Zeit Schlange. Die Familie griff lediglich auf anwaltliche Unterstützung zurück. Nach Informationen dieser Zeitung handelt es sich bei dem Juristen um Dr. Joachim Rain, der von seiner Kanzlei Schickhardt Rechtsanwälte als „Spezialist für komplizierte nationale und internationale Transfergeschäfte“ bezeichnet wird.
Aufseiten des FC zog wiederum Lionel Souque viele Fäden. Der FC-Aufsichtsratschef und Vorstandsvorsitzende von Hauptsponsor Rewe soll den Verbleib von Said El Mala auf finanzieller Ebene mitermöglicht haben. „Wir freuen uns sehr, dass Said seinen Weg bei unserem Verein fortsetzt“, sagte der Franzose auf Anfrage dieser Zeitung. El Mala sei „nicht nur sportlich ein herausragender Spieler, sondern auch menschlich eine große Bereicherung für unsere Mannschaft. Mit seiner Qualität, seiner Leidenschaft und seiner Persönlichkeit verkörpert er genau die Werte, für die unser Verein steht.“ Souque zeigte sich „überzeugt, dass wir gemeinsam noch viele schöne Erfolge feiern werden“.
Das Gesamtpaket stimmt: Said ist ein ehrlicher Junge, fleißig und er liebt die Fans. Er hat das Herz am rechten Fleck. Das passt sehr gut zur 10. Er hat sich die 10 auf dem Rücken verdient
Freude machte sich naturgemäß auch bei Cheftrainer René Wagner breit, der Said El Mala als „Unterschiedsspieler für uns“ adelte. „Generell für den Verein, für die Mannschaft, für mich und für das Trainerteam ist es natürlich super, dass er jetzt bleibt.“ Allzu große Sorgen über einen Abgang seines besten Mannes hatte Wagner sich nach eigener Aussage nicht gemacht. „Ich glaube, dass es intern bei uns nie den Anschein gab, dass Said uns verlässt. Deswegen war das, glaube ich, für die Jungs nie so ein großes Thema.“ Ausdrücklich hervor hob Wagner das Auftreten El Malas in den vergangenen Wochen und Monaten. „Said hat sich unfassbar in die Vorbereitung reingearbeitet und an den Themen gearbeitet, bei denen er noch Probleme hat. Er war jeden Tag akribisch und hat überhaupt nicht den Anschein gemacht, dass man das Gefühl hatte, er sei im Kopf woanders. Und klar ist das nicht immer einfach, wenn jeden Tag Gerüchte aufploppen. Das ist, glaube ich, auch nicht einfach für den Jungen.“
Wagner zeigte sich erleichtert, dass wenige Tage vor dem DFB-Pokalspiel bei den Würzburger Kickers (Montag, 18 Uhr/RTL, Sky) in der wichtigsten Personalie des Sommers Gewissheit herrscht: „Ich bin einfach froh, dass wir jetzt Klarheit haben und dass Said sich auf das konzentrieren kann, was er am besten kann – das Fußballspielen. Er gibt uns jeden Tag unheimlich viel Energie. Ich glaube, dass jetzt für euch, für uns, für den Verein, für die Medien und für alle drumherum hoffentlich einfach Ruhe einkehrt. Dass er seine Leistung bringen kann, dass er in Würzburg ein gutes Spiel machen kann und dass wir gemeinsam mit ihm gut in die Saison starten können.“

Wolfgang Overath (l.) mit Franz Beckenbauer im DFB-Pokal-Finale 1971
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Eine Saison, die Said El Mala erstmals mit der ruhmreichen Nummer 10 bestreiten wird, die beim 1. FC Köln vor ihm nur Klubgrößen wie Wolfgang Overath (siehe Interview), Lukas Podolski oder Pierre Littbarski tragen durften. Wagner weiß um den Stellenwert der 10 beim dreimaligen Meister: „Klar ist das für uns eine brutal wichtige Nummer, weil sie einfach auch so viel Bedeutung hat. Den letzten Spieler, der sie getragen hat, kennen wir alle“, sagte Wagner in Anspielung auf Lukas Podolski, der sich bei El Malas Vertragsunterschrift für einen Videoclip des FC telefonisch zuschalten ließ.
„Er hat sich dann auch noch einmal persönlich bei Said gemeldet und ihm viel Glück mit der Nummer gewünscht. Dabei sollte es, glaube ich, auch bleiben“, erklärte Wagner. Der Cheftrainer-Neuling baut beim Unternehmen Klassenerhalt nicht zuletzt auf die Tore El Malas: „Ich glaube, der Junge weiß selbst, dass er innerhalb der Mannschaft viel Verantwortung hat – weil er Leistung bringt, mit Leistung vorangeht und jeden Tag im Training vorangeht. Und ich glaube, da ist die Zehn für ihn jetzt noch ein bisschen das i-Tüpfelchen.“
FC-Legende Pierre Littbarski sieht in El Mala einen würdigen Träger der 10: „Das Gesamtpaket stimmt: Said ist ein ehrlicher Junge, fleißig und er liebt die Fans. Er hat das Herz am rechten Fleck. Das passt sehr gut zur Zehn. Er hat sich die 10 auf dem Rücken verdient“, sagte der 66-Jährige im Gespräch mit dieser Zeitung und fügte an: „Saids Verbleib gibt allen noch einmal einen Schub. Auch für die Mitspieler ist das ein wichtiger Faktor. Said kann die Jungs mitziehen, weil er ein ehrlicher Typ ist und sich nie hängen lässt.“ Einer, der spätestens seit Donnerstag auf dem Weg ist zum Kölner Volkshelden.