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FC-EigengewächsDer Coach lobt Thielman, doch die Bank hält ihn fest

Trainer Wagner schwärmt von Jan Thielmanns Engagement  – doch die Einsatzminuten werden knapp und die Lage wird schwieriger.

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1. FC Köln vs. Borussia Mönchengladbach, 5. Spieltag, 11.10.2026, 15.30 Uhr, von links: Luca Waldschmidt, Jan Thielmann, Joel Schmied, Gideon Mensah (1. FC Köln), Bild: Herbert Bucco

Jan Thielmann (M., l. Luca Waldschmidt, r. Joel Schmied) auf der Kölner Bank

Die Zeit vergeht, und bei Jan Thielmann sah man das jetzt auch visuell. Der Klub hat in dieser Woche in den sozialen Medien einen Post mit dem Motto „Time flies“ veröffentlicht. Er zeigt mehrere Profis im Lauf der Jahre, auch Thielmann. Auf dem einen Foto steht der blutjunge Debütant seiner ersten Profi-Saison, auf dem anderen der Spieler von heute mit längeren Haaren und Haarband. Ein ziemlicher Kontrast.

Dabei ist Eigengewächs Thielmann heute kein gesetzter Spieler mehr. Zum Saisonstart stand er noch in der Startelf. Heute reicht es oft nur zur Bank, und das Warten auf die nächste Chance wird länger. Eigentlich wollte das Eigengewächs in dieser Saison mehr Verantwortung übernehmen, das hatte Trainer René Wagner schon in der Vorbereitung erwähnt. „Jan versucht gerade alles dafür, dass er mehr Führung übernehmen kann. Und da stehen wir ihm nicht im Weg, ganz im Gegenteil. Wenn sich Spieler in Positionen reindrängen, dann sollen sie es tun.“

Genau daran hakt es. In die Startelf hat sich der 24-Jährige zuletzt nicht genug gedrängt, zumindest nicht in den Augen seines Coaches. Wer nur eine Nebenrolle spielt, kann aber schwer Verantwortung übernehmen. Dazu kommt die Leistung. Der Rechtsaußen ist seit seinem Tor beim 1:2 gegen RB Leipzig am 8. Februar ohne Scorerpunkt. Zwischendurch bremste ihn in der Rückrunde eine Muskelverletzung aus. Seitdem ist er nicht mehr über das Niveau hinausgekommen, das ihn einst als Hoffnungsträger auswies. Stagnation.

1. FC Köln: Trainer Wagner lobt Thielman, der gegen Bremen und den HSV ohne Einsatz blieb

Gegen Bremen und den HSV blieb er ohne Einsatzminuten im Kader. Im Testspiel gegen Viktoria Köln stand er bis zur 76. Minute auf dem Platz. Eine feste Rolle ergab sich daraus nicht, und genau darin liegt das Problem. Auf die Frage, wie Thielmann mit den fehlenden Einsatzzeiten umgeht, antwortete Wagner vor dem Schalke-Spiel: „Super. Jan ist einer, der in jedem Training 100 Prozent gibt. Er weiß, dass das eine seiner ganz großen Stärken ist, sich jeden Tag reinzuhauen. Was am Ende dabei rauskommt, muss das Trainerteam entscheiden, und da sind wir ganz klar miteinander. Er ist natürlich nicht zufrieden mit den Einsatzminuten, das wäre auch schlimm. Nichtsdestotrotz ist er ein Spieler, der für den FC alles geben wird.“

Thielmann ist ein Eigengewächs der FC-Akademie. Er kam 2017 vom SV Eintracht Trier nach Köln und gab im Dezember 2019 unter Markus Gisdol sein Bundesliga-Debüt. Lange galt er als Hoffnung, als Spieler, bei dem man auf Entwicklung setzen durfte. Sein Vertrag läuft noch bis zum 30. Juni 2028.

Heute muss er um seinen Platz kämpfen, und genau das macht seine Lage so unbefriedigend. Als Joker bekommt er Minuten, in denen er sich zeigen muss, oft gegen müde Abwehrreihen. Gegen Schalke, einen Gegner, der tief steht, sind solche Momente besonders wertvoll. Wer den Unterschied macht, wenn er kommt, empfiehlt sich für die nächste Startelf. Die Chance ist also eigentlich da. Wenn er sie denn bekommt. Auch für Thielmann sind die kommenden Wochen wegweisend.