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1. FC Köln vor MainzMarkus Gisdol schwärmt, Jonas Hector verzichtet

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Gisdol_Jakobs

Markus Gisdol und Ismail Jakobs nach dem Abschlusstraining am Freitag

Köln – Vier Spiele hat der 1. FC Köln vor Weihnachten noch zu absolvieren, und obgleich es derzeit angesichts der Pandemieentwicklung auch im Fußball schwierig ist, langfristige Planungen aufzustellen, wissen die Kölner immerhin schon, wie sie über die Feiertage und ins neue Jahr kommen werden. Viel Leerlauf werden die FC-Profis nicht haben, die Abläufe ergeben sich aus dem Spielplan. Nach dem Pokal-Heimspiel am 22. Dezember gegen Osnabrück werden Mannschaft und Stab am 23. Dezember noch einmal getestet, ehe sich alle in die Feiertage verabschieden. Am 28. Dezember kommt man bereits wieder zusammen – zu Tests und Training. Die Teams der Bundesliga müssen im Fünf-Tages-Rhythmus getestet werden, daher brauchen sich auch die FC-Profis in diesem Jahr nicht zu fragen, wie sie Silvester feiern sollen. Denn sie werden einfach gar nicht feiern: Am Neujahrstag steht der nächste Test an – und das Abschlusstraining für die erste Partie des neuen Jahres. Am 2. Januar empfängt Köln bereits den FC Augsburg zum 14. Spieltag.

Zuber auf dem Weg nach Köln

Stille Tage sind also spärlich gesät beim FC, und auch jenseits der Mannschaft wird es wenig Stillstand geben. Frank Aehlig, der Leiter der Lizenzspielerabteilung, verlässt den 1. FC Köln und wechselt zu RB Leipzig. Der 52-Jährige stammt aus Dresden und hat in der Nähe von Leipzig ein Haus. Da er dem Vernehmen nach zudem sein Gehalt im Red-Bull-Universum verdoppeln wird, liegen die Gründe für Aehligs Abschied wohl eher im neuen Angebot als daran, dass er es am Geißbockheim nicht mehr ausgehalten hat. Zwar galt Aehlig gerade in den Gremien nicht als jedermanns Liebling, außerdem sind die Zeiten nicht einfach am Geißbockheim. Dennoch ist die Trennung keine bittere – obwohl es nun scheint, als werde sie schon früher vollzogen als erst nach dieser Saison. In Leipzig rechnet man jedenfalls schon zum neuen Jahr mit dem neuen Technischen Direktor, beim FC wird man das gelassen aufnehmen: Denn einerseits haben die Kölner im Winter keine allzu großen Transferbewegungen geplant. Und andererseits ist Ersatz offenbar bereits unterwegs: Gerhard Zuber, derzeit Sportdirektor bei Hannover 96 in der 2. Bundesliga, war von 2017 bis 2019 Heldts Kaderplaner bei den Niedersachsen. Zubers Lebensmittelpunkt liegt in Düsseldorf, der 45-jährige Österreicher hat dort ein Haus, seine Frau und sein Sohn leben dort. In Hannover rechnet man offenbar nicht mehr mit Zubers Verbleib, der seinen Chefposten bei 96 wohl im Januar mit dem Zuarbeiter-Job beim FC zu tauschen bereit ist.

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Auch eine weitere Stelle scheint Geschäftsführer Heldt mit einem Vertrauten besetzen zu können: Harald Cerny, Heldts ehemaliger Mitspieler bei 1860 München, soll Willi Kronhardt als Chefscout ersetzen. Cerny hat bessere Erinnerungen an Köln als Köln an ihn: Im Sommer 1995 war der Österreicher dreifacher Torschütze, als der FC Tirol Innsbruck den 1. FC Köln in Müngersdorf im Achtelfinale des UI-Cups 3:1 besiegte. Heldt sagt nur, der Verein wolle sich „neu ausrichten. Wir machen uns personell und strukturell Gedanken. Aber das Gesamtgerüst steht noch nicht“.

Die kommenden Wochen sind also wohlgetaktet, offen ist allerdings, in welcher Stimmung der 1. FC Köln die Feiertage verbringen wird. Am Samstag (15.30 Uhr/Sky) steht ein Kellerduell an, das die Verantwortlichen zwar nicht überhöhen wollen, dessen Ausgang jedoch eine Tendenz für die kommenden Wochen geben wird. Beim FSV Mainz 05 geht es darum, einen direkten Konkurrenten vorerst zu distanzieren. Zwei Punkte steht der FC vor Mainz, bei einem Sieg wären es fünf – nach einer Niederlage stünden die Mainzer dagegen einen Zähler vor dem FC – eine klassische Sechs-Punkte-Konstellation. Gisdol sagt, er wolle „nichts Besonderes erwarten, genau in die Falle sollten wir nicht tappen“. Es sei ein Spiel wie jedes andere, „wenn es um Druck geht, sehe ich bei Mainz allerdings mehr Druck als bei uns“, befindet der Trainer: „Wir werden gut daran tun, uns an unserer Leistung zu orientieren statt nur auf das Ergebnis zu schielen.“

Gisdols Vorfreude

Personell ist Gisdol nach schwierigen Monaten voller Vorfreude, beinahe ins Schwärmen gerät er angesichts seiner neuen Möglichkeiten. „Wir haben die volle Kapelle, alle da. Großer Kader, großer Konkurrenzkampf. Das tut uns gut, das spürt man in jedem Training, wenn die Konkurrenz da ist, wenn sie drückt und schiebt von allen Seiten und jeder ran will, das hilft das der Leistungsentwicklung einer Mannschaft.“ Vor allem sehnt er sich der Rückkehr seines Kapitäns entgegen. Jonas Hector entscheide selbst, ob er sich nach einer Woche Teamtraining schon wieder in der Lage sieht, in den Spieltagskader zu rücken, hatte Gisdol am Donnerstag gesagt. Doch am Freitagnachmittag stieg Hector nicht in den Bus – offenbar möchte der Kapitän noch eine Woche Mannschaftstraining absolvieren, bevor er zurückkehrt.

Voraussichtliche Aufstellungen:

Mainz 05: Zentner - Kilian, Hack, Niakhaté - St. Juste, Brosinski - Barreiro, Latza - Burkardt, Stöger - Mateta. – 1. FC Köln: T. Horn - Cestic, Bornauw, Meré - Wolf, Jacobs - Skhiri, Özcan, Rexhbecaj – Thielmann, Duda.