Leverkusens Trainer Carles Martínez muss den Konkurrenzkampf im Angriff gut moderieren. Es gibt drei Topspieler für eine Position.
Schick, Kofane & BonifaceBayer 04 sucht nach der Hierarchie im Sturm

Patrik Schick (r.) und Victor Boniface nach dem Leverkusener Sieg gegen Union Berlin.
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Der Kader von Bayer 04 bietet viele Möglichkeiten. Besonders im Sturmzentrum zeigt sich, wie groß die Auswahl ist. Trainer Carles Martínez kann zwischen drei Angreifern wählen – und jeder steht für eine andere Idee.
Patrik Schick bringt Erfahrung und Verlässlichkeit mit. Christian Kofane drängt mit Tempo und Unbekümmertheit nach. Victor Boniface besitzt große Fähigkeiten, sein körperlicher Zustand verbessert sich zusehends. Der Trainer muss dafür sorgen, dass alle ihre Rolle annehmen und keiner unzufrieden wird. Die nächste Wahl muss er am Samstag beim Bundesligaspiel beim aktuellen Tabellenführern FC Augsburg (15.30 Uhr, Sky und Dazn) treffen.
„Für einen Trainer ist es das Beste, solche Möglichkeiten zu haben“, sagte Martínez zuletzt. Das klingt nach einem angenehmen Problem. Es geht darum, aus unterschiedlichen Profilen zu wählen. Alle haben bereits Argumente geliefert: Schick und Kofane haben in den ersten Pflichtspielen getroffen; Boniface war in Elversberg indirekt am 2:3 beteiligt.
Schick ist der Maßstab – und derzeit in guter Form. Er traf im Pokal in Wiesbaden sowie in den beiden bisherigen Bundesligaspielen. Der Tscheche kann Bälle festmachen, Mitspieler einsetzen und einer Mannschaft eine Richtung geben.
Kofane ein 100-Millionen-Euro-Spieler?
Kofane verkörpert die Gegenbewegung – und ist für Bayer 04 die größte Wertanlage im Angriff. Der Kameruner kam als Talent aus Albacete und entwickelte sich schneller, als es bei Bayer erwartet worden war. Er attackiert Räume, geht dynamisch in die Tiefe und ist im Strafraum ebenso präsent wie Schick. Sein Treffer in Elversberg war dafür ein Beispiel. Kofanes Berater Eric Depolo hat seinem Schützling ein Preisschild umgehängt: „Er ist ein 100-Millionen-Spieler.“ Das ist eine Ansage. Sie zeigt, wie hoch die Erwartungen an den 20-Jährigen inzwischen sind. Martínez schätzt, dass Kofane jeden Tag Fragen stellt und lernen will.
Boniface ist die komplizierteste Personalie. Sein Knie reagiert nach der Operation besser, doch der Nigerianer ist noch nicht bereit, dauerhaft drei Wettbewerbe zu bestreiten. Deshalb fehlt er im Europa-League-Aufgebot. „Wenn wir ein Tor brauchen, ist Boni in meinem Kopf“, sagte Martínez. Bis dahin bleibt Boniface ein Spieler für besondere Momente und einen behutsamen Aufbau. Auf Dauer wird Boniface aber sicher mehr Spielzeit beanspruchen.
Martínez muss den Konkurrenzkampf gut moderieren. Schick ist aktuell der verlässlichste Ausgangspunkt. Mit dem Start der Europa League in der kommenden Woche wird Kofane Möglichkeiten bekommen, von Beginn an zu spielen. Boniface kann diese Ordnung verändern, sobald sein Körper das wieder zulässt. Aus dem Luxusproblem soll eine Hierarchie werden, die alle akzeptieren und die Bayer durch die Saison trägt.
Neu angesetzte Ligaspiele: Mainz (A/Sa., 10.10., 15.30 Uhr); Freiburg (H/So., 18.10., 17.30 Uhr); Hoffenheim (A/So., 25.10., 15.30 Uhr); Stuttgart (H/Sa., 31.10., 15.30 Uhr); 1. FC Köln (A/So., 8.11., 15.30 Uhr); Paderborn (H/Sa., 21.11., 15.30 Uhr); Dortmund (So., 29.11., 19.30 Uhr); DFB-Pokal: Nürnberg (H/Mi., 28.10., 20.45 Uhr).

