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Bayer 04 willVieles spricht für einen Abgang von Alajbegovic

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Kerim Alajbegovic als Torschütze für Bosnien-Herzegowina bei der WM im Gruppenspiel gegen Katar in Seattle.

Kerim Alajbegovic als Torschütze für Bosnien-Herzegowina bei der WM im Gruppenspiel gegen Katar in Seattle.

Atalanta Bergamo bemüht sich um Kerim Alajbegovic. Der 18-Jährige würde einen Wechsel nach Italien bevorzugen, auch Neapel und Juventus sind interessiert.

Bayer 04 könnte in diesem Sommer 30 Millionen Euro einnehmen – als Ablöse für einen Spieler, der noch kein Profispiel für die Leverkusener gemacht hat. Dieses verrückte Szenario ist derzeit sogar sehr wahrscheinlich. Es geht um Kerim Alajbegovic, 18 Jahre alt, in Köln geboren.

Aus der FC-Jugend wechselte der Porzer 2021 zu Bayer 04. Dort durchlief er alle Jugendmannschaften und machte vor allem in der U-19-Bundesliga sowie in der Youth League vor anderthalb Jahren auf sich aufmerksam. Der direkte Sprung zu den Profis der Werkself gelang ihm jedoch nicht. Im vergangenen Sommer wechselte er deshalb zu RB Salzburg. Bayer 04 sicherte sich bei dem Deal eine Rückkaufklausel, die sich als wichtig herausstellen sollte.

Alajbegovic setzte sich in Österreich rasch durch, wurde zum Newcomer der Liga gewählt und debütierte für die A-Nationalmannschaft Bosnien-Herzegowinas. Mit ihr besiegte er Italien in den WM-Playoffs und reiste zur Endrunde in die USA, nach Kanada und Mexiko. Mit seinem Fernschusstor beim 3:1 gegen Katar wurde er zum jüngsten WM-Torschützen Bosniens und zum Spieler des Spiels gewählt.

Bereits im März hatte Bayer 04 die Rückkaufklausel aktiviert und Alajbegovic bis 2031 an den Klub gebunden. „Kerim hat die in ihn gesetzten hohen Erwartungen in Salzburg nicht nur erfüllt, er hat sie sogar in kürzester Zeit übertroffen“, sagte Leverkusens Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes damals. Zwei Millionen Euro hatte Salzburg an Bayer 04 gezahlt. Leverkusen überwies rund sieben Millionen Euro zurück und hat nun eines der begehrtesten Talente Europas im Kader.

Viel Konkurrenz für Alajbegovic

Der naheliegende Schritt wäre, das Eigengewächs bei den Profis einzubauen und zu fördern. Die Lage ist jedoch komplizierter. Alajbegovic sieht sich in den Halbräumen hinter der Spitze. Für Bosnien kam er zuletzt über die linke Außenbahn und zog mit seinem stärkeren rechten Fuß in die Mitte. Hinter der Spitze und auf der linken Außenbahn verfügt Bayer 04 allerdings über genügend Optionen: Ibrahim Maza, Malik Tillman, Afonso Moreira, Eliesse Ben Seghir, Ernest Poku und Martin Terrier. Der Ausfall von Ben Seghir, der wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel rund vier Wochen pausieren muss, ändert an Leverkusens strategischer Planung nichts.

Der entscheidende Punkt: Anders als andere Spieler auf dieser Position, von denen sich Bayer 04 womöglich lieber trennen würde, ist Alajbegovic auf dem Markt am gefragtesten. Sein Verkauf verspräche die höchsten Einnahmen. Damit erhielte Leverkusen mehr Spielraum für dringende Verpflichtungen auf anderen Positionen, etwa dem gesuchten Linksverteidiger.

Alajbgeovic steht einem Wechsel offen gegenüber. Nach Informationen dieser Redaktion kommt das stärkste Interesse aus der italienischen Serie A. Atalanta Bergamo liegt auf der Pole Position. Der SSC Neapel und Juventus Turin sind ebenfalls interessiert. Juventus werden aber weniger Chancen eingeräumt, da Kenan Yildiz die Position Alajbegovics bekleidet. Zudem hat sich ein Klub aus der englischen Premier League gemeldet. Für Alajbegovic ist entscheidend: Er will zu einer spielstarken Mannschaft, in der er gesetzt ist und möglichst viel Spielzeit erhält. Weder der Klub noch Neu-Trainer Carles Martínez können ihm das bei Bayer 04 garantieren.

Leverkusens Verantwortliche zeigen sich für einen Wechsel gesprächsbereit und pflegen einen engen Kontakt zur Familie Alajbegovic. Vater Semin berät Kerim und dessen zweiten Sohn Emre (15), der für Bayers U15 spielt und ebenfalls als großes Talent gilt. Wie beim Umgang mit Florian Wirtz und dessen Familie betonen die Beteiligten auch in diesem Fall, dass ein Wechsel nur mit einer Lösung infrage käme, die für alle Parteien zufriedenstellend wäre.

Leverkusen fordert 30 Millionen Euro als Fixsumme für Alajbegovic. Atalanta Bergamo war bislang nicht bereit, diese Forderung zu erfüllen. Ob ein italienischer Klub diese Summe überhaupt zahlen kann, ist offen. Beim Interesse aus der Premier League wäre die Ablöse wohl kein Problem. Derzeit bevorzugt der Spieler jedoch einen Wechsel nach Italien. Das kann sich in den kommenden Tagen oder Wochen jedoch noch ändern.

Fest steht: Kommt bis zum Wochenende keine Einigung zustande, wird Alajbegovic nach seinem Urlaub am Montag zum Training der Werkself erscheinen. Denn: Trotz aller Wechseloptionen ist ein Verbleib in Leverkusen nicht ausgeschlossen.