Ein Gegentor in der Nachspielzeit kostet die Schweiz den Auftaktsieg. Gegen den Underdog Katar reicht es nur zum 1:1.
Schock in der NachspielzeitTeam mit Bundesliga-Stars spielt nur 1:1 gegen Katar

Das war nichts: Die Schweiz hat gegen Katar nicht gewonnen.
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WM-Auftakt missglückt: Schweiz verspielt Sieg gegen Katar. Ein spätes Gegentor verhinderte einen Auftaktsieg der Schweiz. Gegen den Außenseiter Katar reichte es für die „Nati“ nur zu einem Remis.
Der Auftakt zur Fußball-Weltmeisterschaft endete für die Schweiz mit einem ernüchternden Ergebnis. Das Team von Coach Murat Yakin, gespickt mit vielen Profis aus der deutschen Bundesliga, erreichte gegen den Underdog Katar lediglich ein 1:1 (1:0).
Im Stadion in der Bucht von San Francisco hatte Breel Embolo die Eidgenossen per Strafstoß in der 17. Minute in Front gebracht. Doch Boualem Khoukhi sorgte in der fünften Minute der Nachspielzeit für den Ausgleichstreffer. Für die von dem Spanier Julen Lopetegui betreute Mannschaft aus Katar war es der erste Zähler bei ihrer zweiten WM-Teilnahme.
Stimmungsvoller Auftakt mit leeren Rängen
In Santa Clara fanden sich bei sonnigem Wetter und Temperaturen um 25 Grad bereits am Vormittag viele Anhänger am Stadion ein. Die Fans der Schweizer Auswahl bereiteten sich mit einem gemeinsamen Umzug, Kuhglocken und Fangesängen auf das Spiel vor. Zum Anpfiff in der Mittagshitze waren in dem gewaltigen Stadion, das im Februar noch Austragungsort des Super Bowl war, jedoch viele Sitze unbesetzt.
Kapitän Granit Xhaka hatte vor Spielbeginn verkündet: „Wir haben Hunger wie nie zuvor“. Der Stratege im Mittelfeld, der beim AFC Sunderland unter Vertrag steht, hat das Ziel, mit seinem Team die „beste WM aller Zeiten“ zu absolvieren. Der bislang größte Erfolg bei einer Weltmeisterschaft war für die Eidgenossen das Erreichen des Viertelfinales.
Umstrittener Elfmeter bringt die Führung
Die Schweizer erlebten jedoch beinahe einen frühen Schreckmoment, als Edmilson Junior frei vor Torhüter Gregor Kobel zum Abschluss kam, aber am Schlussmann von Borussia Dortmund scheiterte.
Dieser Moment diente als Weckruf für den Favoriten, der daraufhin den Druck erhöhte. Insbesondere der bewegliche Dan Ndoye sorgte für Unruhe, ließ seine Gelegenheiten aber ungenutzt. Im Gegensatz dazu bewies Embolo vom Elfmeterpunkt Nervenstärke, nachdem Katars Torwart Mahmud Abunada Remo Freuler im Sechzehner zu Fall gebracht hatte. Der ehemalige Spieler von Mönchengladbach verwandelte sicher.
Die Elfmeterentscheidung selbst führte jedoch zu einiger Irritation. TV-Aufnahmen legten nahe, dass Freuler sich vor dem Foulspiel in einer Abseitsposition befunden haben könnte. „Ich hätte mit einer Abseitsposition gerechnet“, sagte der ehemalige Unparteiische Thorsten Kinhöfer im ZDF. „Ich kann mir nur vorstellen, dass die Kamera eine falsche Perspektive gezeigt hat oder die halbautomatische Abseitslinie ausgefallen ist.“ Ebenso zeigte sich TV-Experte Per Mertesacker, Weltmeister von 2014, über die Szene verwundert.
Die Schweizer reklamierten nicht und behielten in der Folgezeit die Kontrolle über die Partie, wobei sie sich Gelegenheiten für weitere Treffer erspielten. Eine frühzeitige Entscheidung wurde jedoch durch den gut aufgelegten katarischen Torhüter Abunada verhindert. Folglich bot sich Katar bei einem der seltenen Vorstöße kurz vor dem Halbzeitpfiff die Möglichkeit zum Ausgleich, doch abermals behielt Kobel im Duell mit Edmilson Junior die Oberhand.
Katar gleicht in der Nachspielzeit aus
Im zweiten Durchgang setzte sich das Spielgeschehen ähnlich fort. Die Eidgenossen kontrollierten den Ballbesitz, konnten dabei aber nur selten spielerische Akzente setzen. Die Begegnung erinnerte zeitweise an ein Testspiel während der Sommervorbereitung, was sich auch auf die Atmosphäre auswirkte.
Die anfängliche Begeisterung auf den Tribünen war einer merklichen Stille gewichen. Die größte Lautstärke entstand während der Unterbrechungen für Trinkpausen, als Musik eingespielt wurde und die Videoleinwände tanzende Zuschauer zeigten.
Just als die Schweizer sich mental vermutlich bereits auf das Ende der Partie einstellten, erlebten sie den späten Dämpfer. Nach einer Hereingabe in den Strafraum gelangte Khoukhi an den Ball und köpfte ihn für Torhüter Kobel unerreichbar zum 1:1-Endstand ins Eck. Für die Schweiz stellt das Remis einen Rückschlag zum Turnierbeginn dar, während Katar seinen historisch ersten Punkt bei einer Weltmeisterschaft feiert. (dpa/red)
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