Abo

Ouédraogo statt El MalaBundestrainer erklärt seine überraschende WM-Nominierung

3 min
Assan Ouédraogo

Was für ein Länderspieldebüt: Assan Ouédraogo bejubelt mit Nick Woltemade sein Joker-Tor beim 6:0 gegen die Slowakei. (Archivbild)

Assan Ouédraogo rückt für den verletzten Karl in den WM-Kader. Nagelsmann erklärt, warum er ihn einem Kölner vorzog.

Assan Ouédraogo ist als Ersatz für den verletzten Lennart Karl zum deutschen WM-Aufgebot gestoßen. Infolge seiner unerwarteten Berufung erreichte der 20-Jährige bereits am Sonntag Winston-Salem und bezog als erster Spieler Quartier im Hotel „The Graylyn Estate“, während seine Teamkameraden noch einen freien Tag in Chicago verbrachten.

In der vornehmen Unterkunft wurde der Akteur von RB Leipzig mit einem „Welcome to Graylyn“ begrüßt. Anschließend erfolgte eine Fahrt mit einem Golfmobil über das ausgedehnte Gelände, welches das gesamte DFB-Team unter Leitung von Bundestrainer Julian Nagelsmann erst am Montag bezog.

Kölner Talent El Mala nicht berücksichtigt

Die Entscheidung für Ouédraogo löste bei zahlreichen Anhängern und Fachleuten Erstaunen aus, insbesondere die Frage, warum nicht ein Spieler wie der aufstrebende Kölner Said El Mala (19) nachnominiert wurde. „Ja, es war auch für mich überraschend. Aber Julian Nagelsmann hat sich ganz sicher etwas dabei gedacht“, kommentierte beispielsweise Rekordnationalspieler Lothar Matthäus die Personalie.

Fußball-Weltmeisterschaft - Winston-Salem

Vor den Teamkollegen verbrachte der nachnominierte Assan Ouédraogo schon eine Nacht im schlossähnlichen DFB-Teamhotel.

Auch Ouédraogo selbst rechnete nicht mit der Kontaktaufnahme durch den Bundestrainer. Dieser erreichte ihn während seines Spanien-Urlaubs, unmittelbar nachdem sich der junge Bayern-Spieler Karl am Oberschenkel verletzt hatte. „Als Julian Nagelsmann mir gesagt hat, dass ich nun dabei bin, musste ich den Moment erst einmal kurz verarbeiten und realisieren, bevor ich direkt meine Sachen gepackt habe“, beschrieb Ouédraogo die Situation in Marbella.

Für ihn bedeutete dies, die Weltmeisterschaft dem Urlaub vorzuziehen, was die Schnelllebigkeit des Profigeschäfts verdeutlicht. „Es ist eine Riesenehre und macht mich sehr stolz, Deutschland bei der WM mitzuvertreten“, fügte der junge Spieler hinzu.

Nagelsmann begründet Entscheidung für Leipziger

Für Bundestrainer Nagelsmann war die Wahl jedoch logisch. Er verzichtete bewusst auf offensichtliche Alternativen wie den Kölner El Mala oder den erfahrenen Stuttgarter Profi Chris Führich und erklärte: „Wir wollten unbedingt einen jungen Spieler mitnehmen und haben uns für den entschieden, der bei uns mit Lenny zusammen den besten Eindruck hinterlassen hat.“

Said El Mala

Im vergangenen November trainierten sie gemeinsam bei der DFB-Auswahl: Said El Mala (l) und Assan Ouédraogo. (Archivbild)

Die Rede war von Ouédraogo, der durch seine Geschwindigkeit, technische Finesse und Kraft überzeugt und diese Qualitäten sowohl im Zentrum als auch auf den Flügeln einsetzen kann. Ein Pluspunkt war, dass er nach Saisonende mit seinem Club eine Reise nach Südafrika inklusive Spiel absolvierte. „Er ist total im Saft und im Rhythmus“, merkte Nagelsmann an.

Für den 1,92 Meter großen Akteur, der seine Ausbildung beim FC Schalke 04 erhielt und 2024 nach Leipzig wechselte, ist die Nationalmannschaft kein unbekanntes Terrain. Sein Debüt gab er im vergangenen November in der WM-Qualifikation gegen die Slowakei, wo ihm bei einem 14-minütigen Einsatz im Leipziger Stadion auf Anhieb der Treffer zum 6:0-Endstand gelang.

Debüt-Tor und die Trikotnummer des Pechvogels

Seine Qualitäten als Einwechselspieler hat er damit bewiesen. Trotz seines jungen Alters war Ouédraogo bereits von Verletzungspech betroffen; eine Knieverletzung setzte ihn im WM-Jahr länger außer Gefecht. Daher zeigt er Mitgefühl für Lennart Karl: „Es tut mir sehr leid für ihn.“ Von Karl übernimmt er nicht nur den Kaderplatz, sondern auch die Trikotnummer 25.

Nagelsmann hofft, dass Ouédraogo seinem WM-Traum folgen und an die Leistung seines Vorgängers anknüpfen kann. „Mit Assan bekommen wir einen Spieler dazu, der ähnlich wie Lenny einen klasse Einstand bei uns hatte“, so der Bundestrainer. „Er ist ebenfalls hochtalentiert und soll hier mutig und unbeschwert aufspielen.“ Als Erster im WM-Quartier ist er bereits angekommen. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.