Rote Karte für Hand vor dem Mund und Countdown bei Einwürfen: Die FIFA führt zur WM 2026 zahlreiche Regeländerungen ein.
Rote Karte für Hand vorm MundDiese neuen Regeln gelten bei der kommenden Fußball-WM

Trinkpausen, wie hier beim irakischen Team, werden bei der WM ein gewohntes Bild sein.
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WM 2026: FIFA führt neue Regeln gegen Zeitspiel und Diskriminierung ein. Die kommende Fußball-Weltmeisterschaft, die in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen wird, wird mit 48 Nationen nicht nur die teilnehmerstärkste der Geschichte sein. Fans müssen sich auch auf zahlreiche Regeländerungen einstellen. Der Weltverband FIFA plant mit diversen Innovationen, Spielverzögerungen zu unterbinden. Gleichzeitig werden die Partien durch neue Pausen länger. Zudem werden strengere Sanktionen eingeführt. Ein Überblick über die wichtigsten Anpassungen.
Rote Karte für Hand vor dem Mund
Akteure, die bei einer Auseinandersetzung mit einem Kontrahenten ihre Hand vor den Mund legen, riskieren bei der WM einen Platzverweis. Mit dieser Maßnahme soll diskriminierendem Gebaren vorgebeugt werden. Durch das Verdecken des Mundes versuchen Spieler oft zu verhindern, dass ihre Aussagen von den Lippen abgelesen werden können.
Es handle sich um konfrontative Momente, unterstrich Pierluigi Collina, der Vorsitzende der FIFA-Schiedsrichterkommission. „Wenn sie es wissen – wenn es für alle eindeutig ist –, dann erwarten wir von den Spielern, dass sie so etwas nicht tun.“

FIFA-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina freut sich über die Neuerungen. (Archivbild)
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Die Diskussion wurde durch einen Zwischenfall in der Champions League ausgelöst. Gianluca Prestianni von Benfica Lissabon zog sich in einem Streit mit Real-Star Vinícius Júnior sein Trikot vor das Gesicht. Prestianni wurde verdächtigt, rassistische Äußerungen getätigt zu haben. Gesperrt wurde er schließlich aufgrund einer homophoben Bemerkung. FIFA-Präsident Gianni Infantino sprach sich danach öffentlich für eine Regeländerung aus.
Platzverweis bei Protest und geänderte Kartenregelung
Spieler, die aus Protest gegen die Entscheidung eines Schiedsrichters das Spielfeld verlassen, können einen Platzverweis erhalten. Das betrifft ebenso Offizielle, die ihre Spieler dazu anhalten. Sollte ein Team auf diese Weise einen Spielabbruch herbeiführen, wird die Begegnung für die gegnerische Mannschaft gewertet. Anlass für diese Verschärfung war das Verhalten des senegalesischen Teams im Finale des Afrika Cups gegen Marokko, das sich aus Protest in die Kabinen zurückgezogen hatte.
Wegen der Vergrößerung des Teilnehmerkreises von 32 auf 48 Mannschaften kommt eine zusätzliche K.-o.-Runde mit 32 Teams hinzu. Dies würde die Wahrscheinlichkeit erhöhen, wegen einer zweiten Gelben Karte gesperrt zu werden. Aus diesem Grund hat die FIFA die geltende Regelung modifiziert: Die Verwarnungen verfallen nicht mehr wie bisher nach dem Viertelfinale, sondern schon nach Abschluss der drei Gruppenspiele.
Maßnahmen gegen Spielverzögerung
Um zu verhindern, dass Torhüter den Ball zu lange in den Händen halten und das Spiel verlangsamen, wurde schon im Vorjahr ein Countdown durch den Referee etabliert. Diese Praxis wird nun erweitert: Der Unparteiische kann auch bei Einwürfen und Abstößen fünf Sekunden mit der Hand herunterzählen. Ist das Spiel nach Ablauf dieser Frist nicht fortgesetzt, wechselt der Ballbesitz zum Gegner.
Bei einer Auswechslung müssen sich die Akteure beeilen: Sie haben maximal zehn Sekunden Zeit, das Spielfeld zu verlassen, nachdem der Vierte Offizielle den Wechsel signalisiert hat. Gelingt das nicht, müssen sie dennoch vom Platz. Der neu ins Spiel kommende Akteur muss dann jedoch mindestens eine Minute bis zur nächsten Unterbrechung warten, ehe er das Feld betreten darf. Auch dies soll Zeitspiel unterbinden. „Wir wollen das Spiel wirklich von all diesen Unarten befreien“, kommentierte Ex-Referee Collina.
Wird ein Spieler auf dem Rasen aufgrund einer Blessur versorgt oder die Partie deshalb unterbrochen, muss der betreffende Akteur das Feld verlassen. Er hat dort eine Minute abzuwarten, bevor eine Rückkehr gestattet ist. Die nordamerikanische Liga MLS hatte kürzlich bereits eine zweiminütige Zwangspause etabliert. Argentiniens Star Lionel Messi beschwerte sich darüber nachdrücklich, als er einmal von außen untätig zusehen musste.
Mehr Kompetenzen für den Videobeweis
Der Video-Assistent erhält die Befugnis, drei zusätzliche Sachverhalte zu prüfen und bei Fehlentscheidungen des Hauptschiedsrichters einzugreifen: bei einer zweiten Verwarnung, die zu einer Gelb-Roten Karte für einen Spieler führt. bei einer Verwechslung von Spielern, die eine Rote oder Gelbe Karte für den falschen Akteur zur Folge hat. bei fälschlicherweise zugesprochenen Eckbällen, vorausgesetzt, die Überprüfung kann umgehend und ohne Verzögerung erfolgen.

Bei der WM hat der Video-Assistent größere Befugnisse. (Archivbild)
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Feste Trinkpausen und neue Eröffnungszeremonie
Dass sich Spieler bei großer Hitze am Spielfeldrand erfrischen, ist bekannt. Bei der WM wird es nun aber unabhängig vom Wetter in jeder Partie zwei obligatorische Trinkpausen geben. Die Referees werden das Spiel etwa nach 22 und 67 Minuten für jeweils drei Minuten anhalten. Die FIFA beabsichtigt damit, für alle Mannschaften identische Voraussetzungen zu schaffen. Kritiker hingegen vermuten eine Gelegenheit für TV-Anstalten, Werbespots zu platzieren. Die drei Minuten werden laut FIFA-Schiedsrichterchef Collina zur Nachspielzeit addiert.
Anders als bisher werden vor dem Anpfiff nicht nur die Startformationen, sondern auch die Ersatzspieler auf dem Rasen präsent sein. Alle 26 Akteure eines Teams sollen sich für die Nationalhymnen im Mittelkreis aufstellen. Laut FIFA-Angaben soll die Zeremonie im weiteren Turnierverlauf zudem „um zusätzliche Elemente wie farbigen Rauch oder Pyrotechnik erweitert“ werden. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.