Designer Harald Glööckler lobt das DFB-Heimtrikot, doch das Auswärtsdress fällt bei ihm komplett durch: „Ein wunderbarer Schlafanzug.“
„Ein wunderbarer Schlafanzug“Harald Glööckler kritisiert das neue DFB-Auswärtstrikot

Schlaf, Deniz, schlaf: Das DFB-Auswärtstriot erinnert Modedesigner Harald Glööckler an einen Schlafanzug. (Archivfoto)
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Der Designer Harald Glööckler bewertet das aktuelle Trikot zum Aufwärmen der deutschen Nationalelf als erfolgreich und kühn. „Es ist eine gute Mischung des Designs zwischen Retro und Moderne“, äußerte Glööckler gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Zustimmung findet auch das Heim-Jersey des DFB: „Edel, klassisch, schlicht.“
Für das Trikot für Auswärtsspiele gilt seine positive Einschätzung jedoch nicht. „Das spricht mich leider überhaupt gar nicht an.“ Dem Modeschöpfer zufolge mangelt es an jeglicher Verbindung zur Bundesrepublik und dem Fußballsport.

Glööckler wurde 1965 in Maulbronn (Baden-Württemberg) geboren und lebt in Berlin. (Archivbild)
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Beanstandung des Auswärtstrikots: „Ein wunderbarer Schlafanzug“
„Die Farbe Blau steht normalerweise für Seriosität, wirkt harmonisch und beruhigend, und man bringt sie automatisch mit Meer und Wasser in Verbindung. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wo da die Verbindung zu Fußball und Kampfgeist und dem Willen zu siegen sein soll“, bemängelte Glööckler. Des Weiteren seien da die weißen Punkte. „Die sind völlig unnötig und stören das Bild.“
Das Jersey habe eine geradezu ermüdende Wirkung, so das Urteil des Designers: „Ein wunderbarer Schlafanzug.“ Die DFB-Mannschaft soll in diesem Auswärtsdress ihr drittes Match in der Gruppenphase gegen Ecuador austragen.
Argentinisches Jersey als positives Beispiel
Als gelungenes Kontrastbeispiel führte der Couturier das Auswärtsdress der argentinischen Auswahl an. Die geschwungenen Verzierungen darauf würden zeigen, wie sich mit blauen Farbtönen gestalterisch ansprechend arbeiten lässt. Das herkömmliche Heim-Jersey Argentiniens mit den blau-weißen Längsstreifen sei ebenfalls „ein Volltreffer“. Es wecke sofort Assoziationen mit der Fußballikone Diego Maradona und folglich mit der erfolgreichsten Ära des argentinischen Fußballsports.

Herzlichen Glückwunsch, Giuliano Simeone: Harald Glööckler gefallen die argentinischen Auswärtstrikots sehr. (Archivfoto)
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Retro-Design als Reminiszenz an „gute alte Zeiten“
Glööckler sieht hierin gleichzeitig die Ursache für die fortwährende Popularität von Retro-Designs in der Modewelt. Solche Elemente würden Personen an erfreuliche vergangene Epochen gemahnen. „Gerade in schwierigeren Zeiten sehnen sich die Menschen nach schönen Momenten und dem Gefühl von Geborgenheit und der Hoffnung, dass alles wieder gut wird. Dabei hilft die Erinnerung an die guten alten Zeiten.“
Zudem seien zahlreiche Personen auf der Suche nach Idolen und einem Gemeinschaftsgefühl. Dies stelle aus seiner Perspektive einen wesentlichen Faktor dar, warum Fußballjerseys weit über den Sport hinaus zu einem Element des täglichen Lebens wurden. „Dagegen ist nichts einzuwenden. Warum auch nicht? Wenn es ihnen Spaß macht und guttut – etwas, das Menschen guttut, hat noch nie jemandem geschadet.“ (dpa/red)
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