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Defensivschwäche und TorwartproblemeDie Baustellen der Kölner Haie

Nach etwa einem Viertel der Saison fehlt dem KEC vor allem Beständigkeit. Auch Trainer Thomas Berglund muss sich noch einfinden.

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Die Defensive bereit den Kölner Haien derzeit Kopfzerbrechen.

Die Defensive bereit den Kölner Haien derzeit Kopfzerbrechen.

KEC-Trainer Thomas Berglund ist für ein paar Tage in seine schwedische Heimat gereist. Einige der Haie-Profis gönnen sich in dieser Woche einen Kurzurlaub in der Sonne, bevorzugt auf einer Kanareninsel. Kurz: Die DEL pausiert Anfang November wie üblich wegen des Deutschland Cups – und diejenigen Coaches und Spieler, die nicht im Länderspieleinsatz sind, versuchen, neue Energie für die nächsten Monate zu tanken. Kapitän Moritz Müller muss zudem eine Gesichtsverletzung auskurieren, die er am Sonntag im Spiel gegen Iserlohn erlitt und die mit 14 Stichen genäht wurde.

Insgesamt können die Haie eine Pause gut gebrauchen, denn sie haben in den ersten 15 von 52 Spielen, also nach 28,8 Prozent des Hauptrundenpensums, zwar phasenweise gut gespielt, dabei aber keine Konstanz gefunden. Dass sie mit 25 Punkten trotzdem auf dem sechsten Tabellenrang stehen, ist als kleiner Erfolg zu werten.

Anhaltende Defensivschwäche

Das 3:2 nach Penaltyschießen gegen den Tabellenletzten aus dem Sauerland illustrierte einmal mehr die typischen Schwankungen des KEC, die bisher vor allem in Heimspielen aufgetreten sind: Auf ein solides erstes Drittel folgte ein Einbruch im Mittelabschnitt mit zwei Gegentreffern. Schließlich rissen sich die KEC-Spieler wieder zusammen, verkürzten noch vor der zweiten Pause und glichen im Schlussdrittel aus, bevor Dominik Bokk und Gregor MacLeod zwei schöne Treffer im Shoot-out erzielten.

„Es geht weiter darum, Konstanz zu finden. Das defensive Denken und das Systemspiel als Mannschaft müssen vor dem offensiven Output stehen“, meint Sportdirektor Matthias Baldys. „Das ist uns in einigen Spielen besser gelungen, in anderen weniger gut.“ Oder anders ausgedrückt: Die Haie haben offensiv viel zu bieten, aber bislang keine Balance zwischen Angriff und Defensive gefunden – und das zeigt sich vor allem auf eigenem Eis. Von zehn Spielen in der Lanxess-Arena gewannen sie bisher nur vier, was einer Siegquote von 40 Prozent entspricht. In der vergangenen Hauptrunde erreichten sie unter Trainer Kari Jalonen zu Hause eine Quote von 76,9 Prozent.

Wackler auf der Torwartposition

Erschwerend kommt hinzu, dass der finnische Torhüter Janne Juvonen bisher nicht so stark fängt wie in der Vorsaison, in der er als DEL-Spieler und -Goalie des Jahres ausgezeichnet wurde. 2025/26 absolvierte er 32 Hauptrundenpartien für den KEC, mit 26 Siegen und nur sechs Niederlagen. In der aktuellen Spielzeit lautet seine Bilanz bei 13 Einsätzen: sieben Siege und sechs Niederlagen – bei einer Fangquote von 86,93 Prozent und einem Gegentorschnitt von 3,68 pro 60 Minuten. Im Vorjahr lagen diese Werte bei 93,15 Prozent und 2,04. Immerhin zeigt die Leistungskurve des Finnen zuletzt ein wenig nach oben.

„Er ist auf einem guten Weg und profitiert wie alle Torhüter davon, wenn wir konstant spielen“, meint Baldys. Und: „Wenn wir verlässlicher spielen, ist es für den Goalie leichter, seine Leistung zu bringen.“ Mit Felix Brückmann (35) haben die Haie zwar einen sehr soliden zweiten Goalie, allerdings ist er verletzungsanfällig. Nachwuchsmann Nico Wiens (21) kann ebenfalls als Ersatz einspringen, ihm fehlt jedoch Erfahrung. Trotzdem haben die Haie laut Baldys nicht vor, zur Absicherung einen weiteren Keeper zu verpflichten. Zwei Ausländerlizenzen haben sie noch zu vergeben.

Herausforderung Trainerwechsel

Berglunds Vorgänger, der Finne Jalonen (66), galt als strenger Trainer, der nichts dem Zufall überließ. Mit seiner Art war er so erfolgreich, dass die Haie 2025 ins Playoff-Finale kamen und in diesem Jahr nach dem Hauptrundensieg ins Halbfinale. Es waren die besten Jahre seit mehr als einer Dekade für die Haie. Berglund, der ein offensiveres Spielsystem eingeführt hat, scheint nun stärker auf die Eigenverantwortung der Spieler zu setzen.

Und es stellt sich die Frage, ob sie damit zurechtkommen. Brauchen sie womöglich eine andere Ansprache, um ein konstantes Niveau zu erreichen? Berglund ist im Alter von 57 Jahren erstmals außerhalb von Schweden als Coach tätig – muss er den richtigen Ton noch finden? Baldys sieht es so: „Den Ligaalltag musste er erst einmal kennenlernen. Er versteht jeden Tag besser, wie unsere Liga funktioniert, wie die einzelnen Teams spielen und welche Besonderheiten es auswärts und zu Hause gibt.“ Heißt also: Der Trainer wird nicht infrage gestellt. Man setzt darauf, dass sich Coach und Mannschaft bald zusammenraufen und sich schließlich ungefähr im Januar in Form für die Playoffs spielen.

Ab dem Wochenende trainieren die Haie wieder – in Vorbereitung auf das Achtelfinalhinspiel in der Champions Hockey League am 11. November (Lanxess-Arena, 19.30 Uhr) gegen die Weißen Tiger aus Liberec.