Die Drittliga-Rückkehr ist geschafft. Nun geht es an die Detail-Planung für die kommende Saison.
Fortuna KölnDiese Baustellen warten nach dem geglückten Aufstieg

Fortunas Aufstiegsfeier nach dem entscheidenden Erfolg gegen Siegen
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Nach dem Triumph ruft die Insel: Zunächst machten sich die Angestellten der Geschäftsstelle von Fortuna Köln zu einem Kurztrip auf nach Mallorca, um die Regionalliga-Meisterschaft und die Drittliga-Rückkehr des Südstadt-Klubs noch ausgiebiger zu feiern. In zwei Wochen, nachdem das letzte Meisterschaftsspiel in Lotte und das Mittelrheinpokalfinale gegen Viktoria Köln absolviert wurden, wird sich auch die Mannschaft gen Süden begeben. Doch bis dahin wartet noch einiges an Arbeit.
Sportlich will sich der Meister zum Saisonfinale keine Blöße geben, selbst wenn die Partie beim Tabellenneunten Lotte keine größere sportliche Relevanz hat. Viel mehr dient sie der Mannschaft von Trainer Matthias Mink als Gradmesser und Generalprobe für das Pokalendspiel in Höhenberg. Denn aus der Meisterschaft soll, geht es nach dem Willen der Fortuna, noch das Double werden. Neben einer Trophäe und Prestige geht es auch um die Qualifikation für den DFB-Pokal und eine garantierte Erstrunden-Prämie von über 200.000 Euro – zuzüglich der Chance auf ein Heimspiel-Highlight gegen einen großen Klub.
Fortuna Köln mit Etat von knapp unter fünf Millionen Euro
Die Rückkehr in Liga drei bedeutet für die Fortuna auch die Rückkehr in andere finanzielle Sphären. In der Regionalliga war der Südstadt-Klub einer der großen und wirtschaftlich starken Klubs. Nun wird er zu den Kleinsten gehören – mit einem geschätzten Jahresetat von knapp unter fünf Millionen Euro für die Profimannschaft. Zum Vergleich: Dem FC Hansa Rostock, der den anvisierten Zweitliga-Aufstieg wohl knapp verpassen wird, standen in der laufenden Saison über 30 Millionen Euro zur Verfügung. Die Viktoria wird voraussichtlich einen etwas größeren Etat als die Fortuna haben.
Nach dem Aufstieg stehen dem Südstadt-Klub zur neuen Saison wieder TV-Gelder zu. Die Drittligisten erhalten jährlich insgesamt 23,58 Millionen Euro, das Geld wird auf die Vereine verteilt – nur Reserve-Teams bekommen nichts. 2026/27 werden wieder 18 Klubs berücksichtigt, für alle gibt es 1,31 Millionen Euro. Hinzu kommen für die Fortuna größere Sponsoren- und Zuschauereinnahmen. Auf der anderen Seite steigen die Spielergehälter und die Reisekosten deutlich. Viele Auswärtsspiele sind mit langen Bustouren und Hotel-Übernachtungen für Spieler und Staff verbunden.
Wer bezahlt die Modernisierung des Flutlichts?
In den nächsten Tagen geht es für Fortunas Geschäftsführung und Präsidium noch um die Klärung der letzten Details der Lizensierung. In der kommenden Woche ist ein Treffen mit Vertretern der Stadt Köln angesetzt, wo die größte noch offene Frage geklärt werden soll: Wer finanziert die Modernisierung der Flutlichtanlage im Südstadion?
Es müssen stärkere Leuchtmittel eingesetzt werden, um die Auflagen des DFB zu erfüllen. Die Kosten belaufen sich auf rund 90.000 Euro. Die städtische Sportstätten GmbH ist Eigentümerin des Südstadions. Denkbar ist, dass die Stadt die Arbeiten bezahlt und dafür mehr Miete von der Fortuna erhält. „Wir wollen eine Einigung erzielen“, sagte Präsident Hanns-Jörg Westendorf.
Fortuna Köln muss U-23-Regel erfüllen
Parallel läuft die Kaderplanung auf Hochtouren. Fast alle Spieler der Aufstiegsmannschaft haben für die Dritte Liga gültige Verträge. Der Kern des Teams soll gehalten werden, um sich in der höheren Klasse zu beweisen. Wahrscheinlich ist, dass es für jeden Mannschaftsteil eine Verstärkung geben wird.
Allerdings muss die Fortuna nun eine DFB-Regel erfüllen, die es in der Vierten Liga nicht gab: Bei jedem Spiel müssen vier U-23-Fußballer aus EU-Staaten oder Ländern mit Assoziierungsabkommen im Kader stehen. Für die kommende Saison sind das Profis, die am oder nach dem 1. Januar 2024 geboren wurden. Bei Fortunas 2:1-Erfolg über Siegen, der den Aufstieg brachte, standen in Verteidiger Neo Telle und Ersatzkeeper Lennart Stollenwerk nur zwei Spieler im Kader, die zur neuen Saison noch die U-23-Regel erfüllen. Anlaufstellen bei Fortunas Transferbemühungen dürften somit vor allem die Zweitvertretungen der Bundesligisten sein.
