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Regionalliga WestFortuna Köln betreibt  viel Aufwand für wenig Ertrag

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GER, Regionalliga West, Wuppertaler SV - Fort. Köln / 25.7.2025, Wuppertal , Stadion am Zoo, GER, Regionalliga West, Wuppertaler SV - Fort. Köln DFB- Regionalliga West regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video im Bild David Haider Al-Azzawe  Fort. Köln 15  am Ball dahinter Georg Strauch  Fort. Köln 11 . *** GER, Regionalliga West, Wuppertaler SV Fort Köln 25 7 2025, Wuppertal , Stadion am Zoo, GER, Regionalliga West, Wuppertaler SV Fort Köln DFB Regionalliga West regulations prohibit any use of photographs as image sequences and or quasi video in the picture David Haider Al Azzawe Fort Köln 15 on the ball behind Georg Strauch Fort Köln 11 NordphotoxGmbHx/xFreund nph00018

David Al-Azzawe (r.) traf gegen den SV Rödinghausen für den SC Fortuna Köln. 

Gegen den SV Rödinghausen kommt der Südstadt-Klub nicht über ein 1:1 hinaus und lässt zwei Punkte im Aufstiegskampf liegen.

In der 51. Minute lag der Torschrei in der Luft: Hamadi Al Ghaddioui kam frei zum Abschluss, doch sein abgefälschter Schuss strich um Millimeter am Pfosten vorbei. Auf den Rängen des Südstadions griffen sich viele der 2434 Zuschauer an den Kopf. Es war der Moment, der sinnbildlich für diesen Nachmittag stand – einer, an dem vieles versucht wurde, aber wenig gelang. Statt der möglichen Führung blieb es beim 1:1 gegen den Tabellenfünfzehnten SV Rödinghausen.

Dabei hatte die Partie denkbar unerquicklich begonnen. Rödinghausen nutzte seine erste Gelegenheit konsequent: Nach einem Einwurf nahm Maxim Gresler Maß und traf sehenswert in den Winkel (33.). Die Fortuna wirkte bis dahin fahrig, ließ Tempo und Ideen vermissen, fand kaum Zugriff im letzten Drittel. Erst kurz vor der Pause gelang der Ausgleich – und auch der entstand eher aus Beharrlichkeit als aus spielerischer Klarheit. Nach einem Freistoß von Rafael Garcia gelangte der Ball über Umwege zu David Al-Azzawe. Zunächst scheiterte er noch per Kopf am Pfosten, nach einer Ablage von Enzo Wirtz verwandelte er dann entschlossen ins untere Eck (45.+1.).

Fortuna Köln lässt Chancen liegen

Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Gastgeber deutlich engagierter. Der Wille, die Partie zu drehen, war unverkennbar. Doch Al Ghaddiouis vergebene Großchance blieb nicht die einzige: Auch Nico Thier kam in aussichtsreicher Position zum Abschluss, setzte den Ball jedoch zu harmlos ab (54.). Insgesamt fehlte es an Klarheit in den entscheidenden Momenten. Die Fortuna rannte an, biss sich jedoch immer wieder an der kompakten Defensive der Gäste fest.

Trainer Matthias Mink fand deutliche Worte: „In der ersten Hälfte haben wir uns schwergetan. Im letzten Drittel haben wir viele falsche Entscheidungen getroffen, auch unser Flügelspiel hat mir nicht gefallen. Beide Tore fallen nach zweiten Bällen.“ Nach der Pause habe seine Mannschaft zwar mehr Druck entwickelt, „aber dann muss man auch einen machen. Die Qualität hat heute gefehlt.“ Gleichwohl attestierte er seinem Team Einsatz und Willen: „Die Mannschaft hat alles probiert, sie wollte unbedingt gewinnen. Natürlich hätten wir die drei Punkte gern mitgenommen, aber am Ende müssen wir mit dem einen leben.“

Torschütze Al-Azzawe hob zumindest den moralischen Aspekt hervor: „Wir lagen zurück und haben uns den Punkt erarbeitet. Das zeigt, dass hier keiner den Kopf hängen lässt. Wir bleiben zu Hause ungeschlagen und wissen, was wir können.“

Rot-Weiß Oberhausen pirscht sich heran

In der Tabelle schmilzt der Vorsprung dennoch: Verfolger Rot-Weiß Oberhausen verkürzte mit einem 2:1 gegen den SC Wiedenbrück den Rückstand auf sechs Punkte. Für die Fortuna bleibt zwar die Spitzenposition komfortabel, doch der verpasste Sieg dürfte nachwirken.

Gelegenheit zur Korrektur bietet sich bereits in den kommenden Wochen. Zunächst steht das Nachholspiel gegen Fortuna Düsseldorf II an – eine Partie mit besonderer Vorgeschichte. Nach den Vorfällen im Hinspiel, in dessen Folge Al-Azzawe eine rassistische Beleidigung vorgeworfen worden war, von der ihn ein Sportschiedsgericht später freisprach, dürfte die Begegnung nicht nur sportlich anspruchsvoll werden. Hinzu kam eine umstrittene Spielverlegung – offiziell wegen Unbespielbarkeit des Platzes nach Regenfällen, was bei den Kölnern angesichts der aus ihrer Sicht geringen Niederschläge auf wenig Verständnis stieß. Die Länderspielpause könnte es den Düsseldorfern darüber hinaus ermöglichen, Spieler aus dem Profikader einzusetzen. Die Rahmenbedingungen sind also alles andere als gewöhnlich – und verlangen der Fortuna mehr ab als nur spielerische Lösungen.

Fortuna Köln: Winkler, Afamefuna (46. Brechmann), Fünger, Al-Azzawe, Statovci (46. Fischer), Geerkens, Stanilewicz, Thier (87. Bornemann), Garcia (67. Michelbrink), Wirtz (78. Galjen), Al Ghaddioui.– Tore: 0:1 Gresler (33.), 1:1 Al-Azzawe (45.+1). – Zuschauer: 2434.